woran erkenne ich, dass der 2-takt motor zu mager läuft?

      woran erkenne ich, dass der 2-takt motor zu mager läuft?

      moin,

      ich hätte da mal eine frage, hinsichtlich der abstimmung eines 2-takt motors.

      woran erkenne ich eigendlich, wenn der motor zu mager abgestimmt ist?

      hintergrund: ich bedüse meinen motor (300er beta) grundsätzlich nach tabelle.
      vorletzte woche war ich in rumänien, der vergaser war da zu fett abgestimmt.
      (fuhr sich aber sehr schön).

      nun habe ich für hiesige bedingungen umbedüst, allerdings war ich mit der
      temperaturprognose etwas optimistisch, sprich das ist richtung "mager"
      abgestimmt. (geändert wurde HD, nadel und luftschraube nach tabelle)

      die unterschiede im fahrverhalten sind eklatant, bei der aktuellen abstimmung hängt
      das ding sehr nervös am gas, ich muss hölle aufpassen, dass mir die karre
      nicht davonspringt.

      gelaufen ist der motor auch sehr gut, kein pipe bang oder ähnliches, nur vom klang
      her ne idee heller. ich bin fast geneigt zu sagen, dass der motor jetzt richtig
      abgestimmt ist.

      woran kann ich denn nun erkennen, wenn der motor wirklich zu mager läuft?
      wie macht sich das bemerkbar?
      You have to have the courage to sustain the situation that frightens you.

      Jedes Verbot ist eine leise Absage an die Idee, der Mensch sei vernunftbegabt.
      Stefan Geiger
      Die übliche Empfehlung, Kerze anzusehen ist IMHO wenig praktikabel für uns (min. 30s Vollgas, dann mit Killschalter abstellen, ausrollen und Kerze ansehen), eher nur als letzte Kontrolle.
      Mit der Zeit hört man, ob der Motor zu hell klingt oder richtig, etwas dumpfer.
      Gefährlich fürn Motor ist "nur" eine zu magere Volllast Abstimmung.
      Generell die Abstimmung schwieriger macht es, dass sich auf der großen Birne viel Treibstoff sammeln kann (freidrehen nötig), welcher für kurze Vollgas Zeiten als Pufferspeicher dient. Kann für kurzes Vollgas OK sein, auf einem längeren Feldweg, Straße, zu mager sein. Und bei hohen Drehzahlen muss man aufpassen, da unsere kurzen Offroad Übersetzungen auf langen Feldwegen und Straßen hohe Drehzahlen mit nur Teillast möglich sind.

      Im Teillast Bereich gilt es den Kompromiss zu finden:
      Nicht zu mager, damits nicht zu aggressiv am Gas hängt und Drehmoment verschenkt wird, nicht zu fett, damits nicht zu sehr raucht und zu schnell die Birne sättigt und man dauernd frei drehen muss.

      Gerade mit dem Keihin läßt sich eine Abstimmung bei mittlerer Temperatur finden, welche im Sommer noch gut läuft und im Winter, wenn man bei längerem Vollgas aufpasst, sich ohne Anpassungen das ganze Jahr fahren lässt.

      Damals, als ich mit der 17er lang herum gespielt hab, ging ich so vor:
      Beginn mit einer im Web oder vom Hersteller empfohlenen Einstellung.
      Die HD hab ich so abgestimmt, dass ich möglichst früh Vollgas geben kann: Fettere HD = früher Vollgas. Bin damit z.b. bei einer nicht so großen HD, wie Malte13 (schneller, viel im Sand) gelandet, aber größer als die Meisten selbst eingestellt haben.
      Die Nadel dann beide Extreme ausprobieren. 1. und 5. Position, was besser paßt merken, dann mit #3 vergleichen. Wenn #3 besser paßt, #2 und #4 probieren, wenn #5 besser paßt, dann #4 und #5 probieren.

      Das klappt inzwischen ganz gut.
      danke euch beiden.

      mit dem "drittel gas geben und halten" kann ich was anfangen, das ist schnell überpüft.
      macht man das im leerlauf oder beim fahren?
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      Stefan Geiger
      @ mankra:

      bedeutet also, die zu magere abstimmung macht sich erst bei längerem
      vollgas mit einem klemmer bemerkbar?

      sprich, für 08/15 rumgeruckel ist die abstimmung nicht kriegs (klemmer-)entscheidend?
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      Stefan Geiger
      .. ja und ... ja .

      In irgend einem Fred hatte ich mal eine Anleitung zum Vergasen einstellen gepostet . Wo war das noch gleich ...... ?(


      Es kann schon mal passieren das ich die Wegstaben verbuchsele und mich verdrückt auskehre !! :thumbsup:

      Kangoo-Center-TML.de die Adresse für den Kangoo Fahrer :thumb:

      Alle meine Beiträge könnten zu 99% Spuren von Ironie aufweisen ... ;-)
      das einstellen ist ja nicht das problem, ich versuche einen einfachen anhaltspunkt
      zu finden wo ich sicher sagen kann: das ist jetzt nicht mehr okay, du musst anders bedüsen.
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      heiopei schrieb:

      ich versuche einen einfachen anhaltspunkt
      zu finden wo ich sicher sagen kann: das ist jetzt nicht mehr okay, du musst anders bedüsen.

      Bevor es fürn Motor gefährlich wird, hast schon viel Drehmoment verloren.
      Moin heiopei,

      zu mager kann man ja unterschiedlich sehen. Die modernen Zweitakter sind schon enorm standfest, sodass die Motoren erst sehr spät fest gehen. Was natürlich nicht heißen muss, dass es für die Verschleißteile im Motor förderlich ist.

      Generelle Indizien für für mageren Motorlauf:
      - heller Klang
      - evtl. unrunder Lauf
      - langsames Abfallen der Drehzahl auf Standgas (das ist ein Indiz für eine Abmagerung im zuvor gefahrenen Bereich - muss nichts mit dem Leerlaufgemisch zu tun haben!)
      - im Extremfall "verschlucken" beim Gasgeben
      - hohe Motortemperatur bzw. schnelle oder starke Verfärbung des Krümmers

      Was beim Zweitakter (mit Vergaser) hinzukommt: Entgegen vieler Anleitungen ist nicht nur der Lastbereich entscheidend, sondern auch Drehzahl und Belastung.
      Im Extrem-Enduro werden häufig besonders auf der Nadel Einstellungen gewählt, die sehr sauber ansprechen und bei wenig Drehzahl sehr rund laufen. Wenn man aber einen so abgestimmten Motor schnell bewegt und z.B. mit wenig Gas und hoher Drehzahl hält (hier schon so grob beschrieben im Leerlauf), dann magern diese Motoren ab. Folge ist neben den oben beschriebenen Symptomen auch eine schlechte Dosierbarkeit. Der Motor ist eher ruppig. Besonders nachteilig natürlich bei zügiger Fahrt, wenn ich z.B. in einer längeren Kurve mit hoher Drehzahl dosiert Gas halten und dann rausbeschleunigen will.
      Im Extremenduro tritt das allerdings auch auf, z.B. wenn man lange in einem Hang mit durchdrehendem Rad herumbuddelt und die Drehzahl auch mal steigt.

      Hinzu kommt häufig eine gewisse Verzögerung durch die von Mankra schon beschriebene Ansammlung von unverbranntem Gemisch (auch im KW-Gehäuse). Beispiel: Fährt man 10 Minuten untertourig und Beschleunigt stark, wird der Motor das unverbrannte Gemisch verbrennen und vorerst fett laufen. Beim zweiten und dritten Mal kann das schon anders sein. Verstärkt wird das ganze noch durch eine schlechte Verbrennung bei niedrigen Motortemperaturen. Ganz ungeschickt ist daher übrigens das "warmlaufenlassen" von Zweitaktern im Stand.

      Soein Setup ist also ein gewisser Kompromis, der dem Einsatzzweck und Fahrstil gewissermaßen entsprechen muss.
      Das im Forum häufig gelobte JD-Kit und viele hier empfohlene Abstimmungen gehen übrigens in die oben beschriebene Richtung mit eher magerem Setup auf der Nadel. Mag für gewisse Fahrer Sinn machen, ist aber kein "allgemeingültiges" Setup.
      Zumindest bei KTM/HQV gehen die empfohlenen Tabellen nicht in die Richtung und passen fürs flüssige Fahren sehr gut.
      Ich fahre ein Setup gerne so fett wie möglich. D.h. ich nehme in Kauf, dass ein Motor beim rumtuckern eher fett läuft (in der Folge teilweise freigedreht werden muss), dafür aber bei zügiger fahrt immer kraftvoll, dosierbar und kühl bleibt.
      Diese Problematiken sind nach meiner persönlichen Meinung übrigens ein ganz großes Argument für Einspritzungen - auch wenn ich die Diskussion hier nicht komplett neu starten möchte ;-)

      Hoffe dir hilft das ein bisschen - häufig ist beim Fahren das Wissen über das Setup schon hilfreich, um eben Abmagerung vorzubeugen oder zu wissen, dass man einen fett abgestimmten Zweitakter mal freidrehen muss, bevor die Kerze platt ist.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Malte#13“ ()

      Absolut deiner Meinung Malte.
      Hier werden leider viel zu oft Bedüsungsempfehlungen gegeben, die eher zum verkochen von Kühlwasser geeignet sind.
      Es ist lobenswert, wie viel Mühe Du Dir machst um den Leuten hier wirklich zu helfen. Und dann wissen es wieder einige besser und versuchen zu widerlegen.....
      Erfahrung kann man nicht kaufen - aber man kann dafür bezahlen....;)
      danke malte,

      das gibt mir ein bild.
      morgen werde ich das mit dem "drittel gas geben" probieren und am sanmstag noch mal
      ausgiebig fahren.

      ich komme aber immer mehr zu der überzeugung, dass ich in der vergangenheit richtung
      fett unterwegs war, denn die kiste hat auch ordentlich geräuchert.
      ich bin inzwischen zu dem schluss gekommen, dass ich mit "in der bedüsungstabelle eins magerer"
      nicht sooo verkehrt liegen kann.
      (zumal ich die tabelle der 300RR auf eine 300 x-trainer mit RR auspuff anwende, da ist ggf.
      etwas abweichung von hause aus drin).

      der motor läuft rund, dengelt nicht nach und tourt sauber ab.
      und das rauchen hält sich jetzt auch in grenzen (sprit aus dem gleichen kanister).
      dosierbarkeit empfinde ich als gleichmäßig, jedoch wesentlich spontaner
      am gas.

      ich bleibe dran.
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      Stefan Geiger
      der tip von pustefix war gut, ich hab die drehzahl bei 1/4 gas nicht mehr halten können.
      jetzt habe ich die nadel einen clip höher gesetzt, das hört sich schon ganz anders an.
      fahren ging heute leider nicht.

      für mich zum verständnis:

      wenn ich eine n2zj einen clip fetter setze, wie steht das in relation zu einer n2zw?
      ist die nz2w einen halben clip fetter?

      das wäre prima, wenn mir das jemand sagen könnte (oder wo kann man das nachsehen?).

      danke.
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      Stefan Geiger
      Nein, die beiden Nadel sind in der Clip Position gleich, nur das erste anlupfen ist ca 1,5 % Unterschied.
      Die N3ej Nadel der Yamaha yz unterscheidet sich zur n2zw der Beta um eine Position.
      bri den Suzuki Rm Nadeln , necj zum Beispiel, ändern sich die Nadelclips um die Hälfte.
      grüsse
      ah, okay, danke.

      ich bin trotzdem etwas verwirrt:

      in der bedüsungstabelle für die 16er 300RR wird folgendes angegeben:

      300-700m, 16-24°C (std)
      LLS: 1,5
      LLD: 38
      Nadel:N2ZW
      Clip: 2 v.o.
      HD 165
      Schieber: 7

      nächstes feld in der tabelle:
      300-700m, 25-36°C
      LLS: 2,0
      LLD: 38
      Nadel:N2ZJ
      Clip: 2 v.o.
      HD 162
      Schieber: 7

      wenn ich das bis hierhin richtig mitgeschnitten habe, ist die halbe umdrehung an der LLS (Luftschraube) die anpassung
      der LLD an die temperatur, sprich für leerlauf und startverhalten massgeblich.
      die N2ZJ sagst du, ist unwesentlich (magerer?) im 1. 1/8tel
      sprich, die eigendliche signifikante änderung ist quasi nur die HD.
      kann das?

      weitere frage:
      bei der x-trainer ist ein 7,5er schieber verbaut, was bedeutet das fürs bedüsen?

      danke an alle für die hilfe, ist sonst echt mühsam sich das zusammen zu reimen.
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      Stefan Geiger
      Kein Problem.
      die n2zj Nadel ist ca.1,5 % magerer beim ersten lupfen als die n2zw. Luftschraube weiter raus, mehr Luft- beim Keihin pwk
      Schieber, um so größer die Nummer um so magerer da der „ Halbmun“ der Ausschnitt größer ist, bis etwa 1/4 Gas.