Alles rund um's Fahrwerk

      wuddy-ktm schrieb:

      ...Aber die Tatsache das sie sowas überhaupt anbieten macht mich stutzig..



      das kann jetzt aber nicht ernsthaft als grundlage für eine sachdiskussion angeführt werden.
      alleine aufgrund der schieren existenz von etwas einen nutzen zu vermuten ist....
      nah an esotherik. :D

      wenn man sich ein kleinwenig mit den grundlagen der physik hinsichtlich gasdiffusion
      und in diesem fall wärmeleitung beschäftigt, dann wird auch ohne studium oder
      doktorarbeit klar, dass der trennkolben dem bladder haushoch überlegen ist.
      You have to have the courage to sustain the situation that frightens you.

      Jedes Verbot ist eine leise Absage an die Idee, der Mensch sei vernunftbegabt.
      Stefan Geiger
      Von der Kenntnis einer Physik Formel zur praktischen Anwendung ist es meist ein gutes Stück, weil regelmäßig mehrere gleichzeitig auftreten.
      Werbetext hin, deckungsbeitrag her - kann mir schwer vorstellen, daß wp das schlechtere System zum Aufpreis anbietet. Vielleicht gibt's ja andere Vorteile und speziell im Gesamtsystem ist die bladder dann ok?
      Gruß, Kai
      ich spreche von grundlagenwissen und du von theoretischen formeln.
      das ist sehr weit von einander entfernt. aber ich will nicht haare spalten.


      ich kann es mir sehr gut vorstellen, dass wp ein schlechteres system zum aufpreis anbietet.
      einfach nur, weil sich damit geld verdienen lässt und man kunden glücklich macht.

      vielleicht haben wir beide auch nur eine unterschiedliche vorstellungskraft. :D
      lass uns das mal bei nem bier bei gelegenheit erörtern.
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      Stefan Geiger
      Ein Riesen Vorteil von dem bladderkit ist, dass man es einbauen kann, wenn man den Trennkolben nicht mehr dicht bekommt (Verschleiß,Verzug, Beschädigung,etc.). Mir ist allerdings kein Fall bekannt, wo sowas vorgekommen wäre. Ansonsten verkauft man eben was Gewinne erzielt.

      VG Micha

      Q-Trotter schrieb:

      Von der Kenntnis einer Physik Formel zur praktischen Anwendung ist es meist ein gutes Stück, weil regelmäßig mehrere gleichzeitig auftreten.
      Werbetext hin, deckungsbeitrag her - kann mir schwer vorstellen, daß wp das schlechtere System zum Aufpreis anbietet. Vielleicht gibt's ja andere Vorteile und speziell im Gesamtsystem ist die bladder dann ok?


      Ja mei, es gibt halt so eine Hardcore Bladder Fraktion. Der Markt wird dann von WP/KTM gerne als Powerpart bedient, bevor irgendwer anderes Geschäft damit macht.
      Es gibt immer wieder Erfahrungsberichte über gefühlte Verbesserungen nach Bladderumbau. Die gefühlte Verbesserung kann aber auch jedesmal auch von der gleichzeitig erfolgten Grundwartung gekommen sein....
      Ich als Physiker mit Berufspraxis Gas/Hydraulik sehe definitiv keine Vorteile. Das mit der Reibung ist schon mal Quatsch, viel zu gering! Gas diffundiert schnell durchs Bladder hindurch, dazu hatte ich in meinen Projekten auch Messungen. Deshalb ist vergleichsweise öfter Wartung nötig, oder man lebt mit Gas im Öl, das ist soo schlimm auch nicht, bis zu einer gewissen Belastung. Aber das wurde ja alles auch schon gesagt.

      VG Erhard
      "Sieh dich vor! Der Gewalt fehlt es an Kraft, wenn der Verstand die Oberhand gewinnt!" aus Vier Fäuste für ein Halleluja :huh: http://www.ergraute-enduro-greise.de/

      preload schrieb:

      ..........

      Ohne das jetzt je back to back getestet/gemessen zu haben wage ich jetzt mal zu bezweifeln, dass ein im Kreis pumpen andere Temperaturen hervorbringt als ein "hin-und-her" pumpen.


      Kann ich mir schon vorstellen.
      Der Ölanteil ganz unten im Dämpfer bzw Ausgleichsbehälter kriegt ja vom hin- und herpumpen das oben stattfindet ja so gut wie nix mit.
      Inwiefern das einen messbaren Einfluss hat weiss ich natürlich nicht, zumindest sollte die Temperaturverteilung im Öl gleichmässiger sein.
      Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit !

      erhard schrieb:

      Es gibt immer wieder Erfahrungsberichte über gefühlte Verbesserungen nach Bladderumbau. Die gefühlte Verbesserung kann aber auch jedesmal auch von der gleichzeitig erfolgten Grundwartung gekommen sein....
      Ich als Physiker mit Berufspraxis Gas/Hydraulik sehe definitiv keine Vorteile. Das mit der Reibung ist schon mal Quatsch, viel zu gering

      Ich 2 Leute, die solch einen Umbau hatten, schon sehr lange fahren und nicht unbedingt jeden Hype nach laufen und mit dem Umbau sehr zufrieden waren.
      Aber Beide ließen den Umbau im Zuge eines FW Tunings umbauen. Klar, schwer zu sagen, wieviel dem konventionellem Tuning zuzuschreiben ist. Beide meinten aber, dass sie vorher nie ein solch gutes Federbein hatten, trotz Tuning.
      Könnte es sein, dass die höhere Reibung und Trägheit des Trennkolbens beim Ausfedern zum Tragen kommt, bei schneller Zugstufeneinstellung und schnellem, hartem Boden/Fahrwerksbewegungen der Trennkolben verzögerter reagiert?
      Und/oder bei harten Schlägen, durch erhöhtem Druck auf die Dichtung des Trennkolbens, die Reibung doch zum Tragen kommt?
      Der Trennkolben bewegt sich ja nicht viel. Er muss nur das Volumen der einfahrenden Kolbenstange ausgleichen. Die Bewegung ist also sehr hoch übersetzt. 1N an der Kolbenstange bewirken geschätzt 5N oder mehr am Kolben. Also spürst du am Federbein sehr wenig von der Reibung des Kolbens.
      Es ist nur die Reibung der Kolbendichtung zu überwinden. Und die Dichtung dichtet nicht gegen einen Druck, sondern macht nur die Trennung Öl / Gas. Der Kolben schwimmt sozusagen auf dem Öl.
      Der Kolben wird auch nur sehr geringe Geschwindigkeit erreichen eben auch nur 1/5. Demnach sind Massenkräfte vernachlässigbar.
      Also physikalisch kann ich daher keinen signifikanten Vor oder Nachteil erkennen.

      VG Erhard
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      Ich habe ja schon öfter erwähnt das der neue Kunststofftrennkolben sich schwer bewegen lässt. Sicher verkantet man ihn stärker wenn nur an einem Punkt gedrückt wird. Im Betrieb liegt theoretisch der Druck überall gleich am Trennkolben an und ein Verkanten ist unwahrscheinlicher. Allerdings breitet der Druck sich über eine Druckwelle aus und benötigt Zeit und der Öleintritt ist seitlich vom Trennkolben. Könnte also sein das doch nicht überall der gleiche Druck in einem Zeitfenster anliegt.....
      Druck breitet sich mit Schallgeschwindigkeit aus. Diese ist in Flüssigkeiten höher als in Luft. So ein Druckstoß ist spätestens in geschätzt 0.0001s (0.1ms) durch 50mm Öl durch.
      Spielt hier also keine Rolle.
      VG Erhard
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      Ging es ursprünglich nicht mal darum, dass der Einbau eines Bladderkits eine positive Tuningmaßnahme wäre?

      Es geht nicht darum, den Tausch von Trennkolben zum Bladder zu verteufeln.
      Die Stickstoffblase funktioniert, funktioniert gut.
      Sie ist in manchen Situationen dem Trennkolben sicherlich auch überlegen.

      Macht der Umbau von Trennkolben auf Bladder Sinn?
      Nein, denn imho überwiegen die Nachteile der Bladder ggü dem Trennkolben.

      Wer, aus welchen Gründen auch immer, sich für einen Umbau entscheidet, wunderbar. Ich verdiene Geld und der Fahrer ist glücklich. Mission accomplished.
      Probleme mit dem Fahrwerk? Fahr' schneller!

      Ich bin Bayer und damit von Haus aus schon mal viel cooler als du.

      twinshocker schrieb:

      Warum sollte die Dichtung des Trennkolbens durch erhöhten Druck mehr Reibung erzeugen?

      Ich weiß nicht, wie die Dichtung aufgebaut ist. Deshalb auch die Fragestellung.
      Ist ein simpler O-Ring, klar, egal.
      Ist es eine gerichtete Dichtung, wie ein Simmering, ein X-Ring, etc. Dann erhöht sich der Anpressdruck der Dichtung mit dem anliegendem Druck. Kommt eine Belastungsspitze/Druckwelle beim Einfedern, würde dies die Reibung etwas erhöhen.
      Wie oben zu lesen. War nur eine Frage, ob dies ev. mitspielen könnte.

      erhard schrieb:

      Der Trennkolben bewegt sich ja nicht viel. Er muss nur das Volumen der einfahrenden Kolbenstange ausgleichen. Die Bewegung ist also sehr hoch übersetzt

      Schon klar. Welchen Durchmesser hat der Trennkolben und die Kolbenstange (Ok, die könnte ich selbst messen), bzw. die Übersetzung?
      Die Kraft vom Hinterrad ist auf den Dämpfer nochmal ca. 1:3 übersetzt. Deshalb glaub ich auch nicht, dass man am Hinterrad irgendetwas von der Reibung spürt. Meine Überlegung ist eher, bei schnelleren Bewegungen, ob der Kolben durch Reibung und Trägheit, ev. beim Ausfedern etwas verzögert reagiert und dadurch ev. Druckunterschiede sich aufbauen.

      erhard schrieb:

      1N an der Kolbenstange bewirken geschätzt 5N oder mehr am Kolben.

      Geschätzt oder ist die Überetzung 1:5?
      Die 1:5 ist vorsichtig geschätzt, ich hatte im Kopf, dass der Trennkolben sicher mehr als doppelt so großen Durchmesser hat wie die Kolbenstange. Hab nachgeschaut 44mm/16mm macht dann sogar 1:7,5.
      Wobei die Federübersetzung (~ 3:1) der Schwinge wirkt da wieder dagegen.

      1N am Trennkolben spürt das Hinterrad als 1/7,5*3= 0,4N

      Halte ich nach wie vor für nicht signifikant. Der Trennkolben lässt sich nach meiner Erfahrung locker mit einem Finger reindrücken. Auch unter Druck im Betrieb ändert sich daran nichts, der O-Ring ist ja von beiden Seiten mit dem gleichen Druck belastet, schwimmt also quasi nur hin und her mit perfekter Ölschmierung. Da hat es die Kolbenstangendichtung nach aussen schon erheblich schwerer, und auch die geht gut.

      VG Erhard
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