Alles rund um's Fahrwerk

      Wenn wir über das Losbrechmoment reden, haben CC-Gabel gegenüber OC-Gabeln doch schon Nachteile. Der Aufbau gleicht dem eines Stoßdämpfers. Die Dichtlippen müssen stärker abdichten, da das Öl in der Cartridge einen eigenen Kreislauf bildet. Außerdem ist die Konstruktion entscheidend wie das Öl vom Stickstoff getrennt wird. Eine Marzocchi Shiver 50 CC wird mittels Trennkolben und vorgespannter Feder unter Druck gesetzt. Diese hat beispielsweise nach meiner Meinung ein grausiges Ansprechverhalten. Die WP CC verbaut N-Blasen, da fällt die zusätzliche Reibung schon mal weg. Desweiteren kommt der fehlende Hebel hinzu im Vergleich zum Dämpfer. Da bei vielen Gabeln der linke und rechte Holm identisch sind, sind auch alle Dichtlippen doppelt und erzeugen dementsprechend Reibung.
      GSNO Geländesport Nordost

      wuddy-ktm schrieb:

      Wer macht das Xplor denn schlecht?


      wuddy-ktm schrieb:

      Wenn sich jemand mit der Gabel aber intensiv beschäftigt, bekommt man ein brauchbares Setting hin.



      preload schrieb:

      Malte#13 schrieb:

      Weil die meisten Hobbyenduristen sich m.E. eher an dem schlechten Ansprechverhalten im langsamen Enduro stören, als das sie die Stabilität bei hohem Tempo als Vorteil nutzen können.
      Oder siehst du das anders?


      Warum genau hat eine CC schlechtes Ansprechverhalten?


      Hallo Flo, schreib doch einfach, was du schreiben möchtest. Ich versuche mal dich zu verstehen:
      Du möchtest sagen, dass man auch eine CC auf feines Ansprechverhalten trimmen kann, richtig?
      Und ich habe möglicherweise - durch den Zusammenhang - etwas verallgemeinernd über OC vs. CC geschrieben.

      Ich hatte selber WP OC ('15), WP 4CS ('16), WP Xplor ('17 und später Alternativsetup), bin von allen Gabeln verschiedene Modelljahre gefahren, konnte einige CCs testen (übrigens auch von dir überarbeitete, auch WP CC) und fahre aktuell KYB CC. Basierend auf der Frage, was für den Hobbyfahrer sinnvoll ist, meine Erfahrung: Eine typische WP CC ist m.E. bei schneller Fahrt schön. Im langsamen Enduro bin ich der Meinung, dass eine typische Xplor leichter zu fahren ist und somit der typische Hobbyendurofahrer damit sehr gut bedient ist.

      Heißt ja auch nicht, dass es für manche Fahrer nicht noch persönliche Anpassungen geben kann. Bei vielen läufts ja idR aber so, dass sie irgendetwas stört, wofür sie das Fahrwerk verantwortlich machen - und schon das häufig eher andere Ursachen hat. Dann wird das Fahrwerk weggeschickt, per Telefon einem "Tuner" irgendwas von der eigenen Fahrweise erzählt (die der Tuner noch nie gesehen hat und der Fahrer möglicherweise sogar falsch einschätzt) und der Tuner weiß dann angeblich bessere Shim-Pakete, als die ahnungslosen Leute vom Fahrwerkshersteller. Mal ganz überspitzt ausgedrückt - die hier anwesenden Tuner sehen es sicherlich auch noch differenzierter ;-)
      Kann funktionieren, kann aber auch danach schlechter als vorher sein.
      Ich glaube schon, dass ein "track day" mit gutem Tuner einigen Leuten Verbesserungen bringen kann. Ob sich das dann lohnt muss man wohl individuell entscheiden.
      Übrigens kann es da m.E. schon mit der Einstellung von Verstellern oder einfach nur dem Hinweis auf Körperhaltung getan sein - können meist sowohl Fahrwerksexperten, als auch gute Instruktoren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von „Malte#13“ ()

      Ich stelle Fragen, weil ich nicht vorschnell auf Beiträge reagiere.
      Wenn du sagst, dass eine CC Gabel für Hobbyfahrer teils unbrauchbar ist, stellt sich mir einfach die Frage nach den tieferen Gründen.

      Eine CC Gabel kann genauso mit feinfühligen Endurosetups versehen werden wie eine OC Gabel. Ein "typisches CC Setup" ist meist ein MX Setup, da die CC Gabeln meist in MXern verbaut waren?! Sollte daher klar sein, dass das für Waldtouren eher suboptimal ist.
      Dass eine CC zwar theoretisch durch mehr Dichtflächen mehr Reibung hat ist richtig, in der Praxis aber nicht relevant.


      Slip on your helmet, twist the throttle and RIDE.
      It doesn't get any better!

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      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „preload“ ()

      Malte#13 schrieb:

      und der Tuner weiß dann angeblich bessere Shim-Pakete, als die ahnungslosen Leute vom Fahrwerkshersteller.

      Das hat weniger mit Voodoo zu tun, noch ist es eine große Kunst:
      Der Hersteller muss sich auf ein Setup festlegen, ohne zu wissen, ob der zukünftige Käufer ein 50kg Floh oder 130kg Henker, ob hauptsächlich technisches Enduro, eher Trialartig in den unteren Gängen gefahren wird, oder XCC auf schnellen Strecken gefahren wird.
      usw.
      Zusätzlich tw. fragwürdige Abstimmungen ab Werk, wie 2017 mit der quasi nicht existenten MidSpeed bei der Gabel oder der sehr geringen Zugstufe beim Dämpfer, gibt es genügend Ansätze für Verbesserungen.
      Da müsste man dann aber sinnvollerweise den DS Versteller ändern. Der bremst sonst genau da wo N10z öffnet.
      Das würde zwar gehen, aber wäre irgendwie suboptimal.
      Was schreibt den N10z selber dazu?

      VG Erhard
      "Sieh dich vor! Der Gewalt fehlt es an Kraft, wenn der Verstand die Oberhand gewinnt!" aus Vier Fäuste für ein Halleluja :huh: http://www.ergraute-enduro-greise.de/
      So, jetzt muss ich mich auch noch mal reinhängen, nachdem ich länger nur mitgelesen habe.
      Evtl. steht neues Mopped an (wenn:kurzfristig) und soweit ich das sehe, haben alle neuen ja XPLOR-Gabeln, richtig?
      Nun, ich bin ja auch so ein Pseudo-Enduro-Fahrer - GCC, IGE, MX-Strecken und meist so schnell ich halt kann. Langsam halt hauptsächlich die engen Mickey-Mouse Kurse der IGE oder wenn mir die Kondi ausgeht ;-) Echtes Enduro selten, vielleicht im Urlaub, dafür trial-Hindernisse.
      Zur XPLOR:
      - Wenn ich das lese, heißt das, dass die grundsätzlich besser anspricht aber im Standard für MX ungeeigneter ist ?
      - Liegt eher an der Abstimmung und muss also als erstes zum Tuner?
      - Umbau DS - ist der dann wieder unten und was ist andere?
      - Federn wie früher oder muss ich da auch neue kaufen?
      - Was fällt mir selbst nicht auf?

      - PDS: Ist ja wohl neu mit kürzeren, progressiven Federn? Oder kann man alte noch nehmen?
      Gruß, Kai
      N10Z: Hab ich in einer Xplore verbaut, inkl. Umbau der MidSpeed: Beim technischen Enduro gefällt mir die OC+N10Z besser. Die Spreizung zwischen langsam feinfüllig, trotzdem satt, wenns schneller wird, schaffts Etwas besser. Deshalb fahr ich diese OC weiterhin in der 250er.
      Die Xplore + N10Z ist nimmer ganz so feinfüllig, bei flotteren Geschichten. Hatte diese in der 350er und jetzt in der 450er.

      Gabel: Ab 18er Modell wohl schon deutlich besser, die unterdämpfte DS betrifft hauptsächlich die 17er Gabeln.
      Ich hoffe, ich habs noch richtig in Erinnerung:
      OC Federn sind zu lang
      4CS Federn um 5mm kürzer, kann man aber mit einem dickeren Spacer oben verbauen, 465mm Länge
      Xplore Federn sind 470mm lang.
      Durchmesser blieb immer gleich.

      Dämpfer: Wurde im Durchmesser kleiner, braucht neue Federn.
      An Q-trotter,
      für Dich wäre wohl das Alternativ Setup in der Gabel dann das bessere. (siehe Wuddy Seite 3)
      VG Erhard

      wuddy-ktm schrieb:

      Mein Gedächtnis sagt mir das du doch das Alternativ-Setup fährst. Ist ja nichts anderes wie ein gemachtes Fahrwerk. Alleine das Basevalve ist fast 10 mal straffer vom Shimpaket als Standard. Das bleibt bei Speed natürlich wesentlich ruhiger.

      https://www.offroadforen.de/index.php/Attachment/64744-Gabel-14188R63-ALT-de-en-pdf/
      https://www.offroadforen.de/index.php/Attachment/64745-Federbein-12187Q63-ALT-de-en-pdf/
      "Sieh dich vor! Der Gewalt fehlt es an Kraft, wenn der Verstand die Oberhand gewinnt!" aus Vier Fäuste für ein Halleluja :huh: http://www.ergraute-enduro-greise.de/

      Mankra schrieb:

      N10Z: Hab ich in einer Xplore verbaut, inkl. Umbau der MidSpeed: Beim technischen Enduro gefällt mir die OC+N10Z besser. Die Spreizung zwischen langsam feinfüllig, trotzdem satt, wenns schneller wird, schaffts Etwas besser. Deshalb fahr ich diese OC weiterhin in der 250er.
      Die Xplore + N10Z ist nimmer ganz so feinfüllig, bei flotteren Geschichten. Hatte diese in der 350er und jetzt in der 450er.
      ..............


      Hallo Mankra,
      wie sieht das dann insgesamt aus?
      Midvalve statt DS Einsteller oder auf der anderen Seite?
      Bleibt der DS Einsteller?
      Das N10z ersetzt beide Fußventile oder? Und die sind dann einstellbar?

      VG Erhard
      "Sieh dich vor! Der Gewalt fehlt es an Kraft, wenn der Verstand die Oberhand gewinnt!" aus Vier Fäuste für ein Halleluja :huh: http://www.ergraute-enduro-greise.de/
      Ne, leider nicht, wahrscheinlich kommts deshalb nicht an die OC ran.
      DS und ZS Einsteller bleiben original, es wird innen die DS Einheit auf beiden Seiten ersetzt, aber leider nur auf einer Seite einstellbar.
      Deshalb fehlt etwas an der Verstellbreite. Bei den schnellen Geschichten, sprich bei der Rallye und den Trainings paßts sehr gut, das Vorderrad ist immer sicher unterwegs.
      Moin,
      warum erhöht das die Komplexität.
      Sherco dürfte ja auch eine anderer Rahmengeometrie haben und eine andere Gewichtsverteilung. Die Geometrie der Umlenkung wird auch nicht gleich sein. Also warum soll die Abstimmung der Fahrwerkskomponenten gleich sein.

      Ansonsten ist das halt auch kein Thema wo es die eine absolute Wahrheit gibt und es ein das ist immer so, das muss so gibt. Dazu sind die Vorlieben der unterschiedlichen Fahrer viel zu verschieden und der Einsatz der Fahrzeuge auch.

      Klar, ich wäre mir auch gerne sicher ob es für mich Sinn macht Richtig Geld für ein Fahrwerk auszugeben und wenn ich das mache, was dann am sinnvollsten ist und was von welchem Hersteller es die beste Wahl wäre. Das Problem ich bin glaube ich von fast jedem Hersteller schon mal ein Fahrwerk gefahren was mir gut gefallen hat und genauso eines was mir absolut nicht gepasst hat. Genauso beim System, ob nun OC oder CC oder...

      Wie gesagt, alles recht komplex und nicht mit richtig oder falsch einfach zu beantworten
      MFG MS
      ps bin bekennender Warmduscher ;-)
      pss schlecht schreiben konnte ich schon immer gut :)
      Als Shercofahrer stellt sich mir die Frage, ob die hier angeführten Vorteile/Nachteile der Xplor Gabel auch für Sherco gelten...

      Bei einer kurzen Testfahrt mit einer 18er KTM konnte ich schon fetstellen, dass das Setting der Sherco straffer ist.


      Des weiteren soll das Setting in der OC Gabel bei Sherco auch mehr Reaktion auf die Klicks gezeigt haben als die OC bei KTM



      Es wird hier von"DER X-Plor-Gabel" allgemein gesprochen, aber ist evtl. "die X-Plor-Gabel mit KTM Standardsetting" gemeint ??
      Das Setting, welches über die Shims verändert wird, ist sehr wahrscheinlich ein anderes. Der Grundaufbau der Gabel wird sich aber nicht unterscheiden und damit auch nichts an der funktionsweise.
      Bei KTMTalk habe ich gelesen das die 19er Modelle mit Xplor einen anderen BV-Kolben haben. Hat jemand die Gabel schon mal zerlegt? Vielleicht ist ja auch ein anderer DS-Versteller verbaut...
      GSNO Geländesport Nordost
      Wird ja viel lustiges hier geschrieben...

      Die Xplore ist grundsätzlich keine schlechte Gabel.
      Sie ist für einen bestimmten Einsatzzweck konstruiert worden (Enduro, Endurowandern) und da funktioniert sie auch anständig.
      Die deutliche Mehrheit der Fahrer kommen mit dieser Gabel gut zurecht, würde ich jetzt mal behaupten.

      Schwierig wird es in den Fällen, bei denen der Fahrer Probleme mit der Gabel hat, vor allem druckstufenseitig.
      Da sind den Möglichkeiten etwas zu Optimieren, enge Grenzen gesetzt.
      Kleinste Erfolge können durch Änderungen an der Dämpfung (Shimpaket) erzielt werden, aber nur kleine - und das ist meist unbefriedigend bzw. nicht ausreichend.
      Da kann man Shimpakete ändern, bis einem schwindlig wird - bringt aber letztendlich kaum was.

      Warum ist das so?
      Es fehlt der (Öl-)Druck. Diese xxx-Konstruktion von Druckstufenkolben ist nicht in der Lage genug Öl durch das (Druckstufen-) Bodenventil zu pumpen.
      Auf der Zugstufenseite geht es, da dort normales Midvalve verbaut ist, auf der Druckstufenseite ist das Ganze ne Totgeburt.

      Abhilfe:
      Die gleichen Teile wie auf der Zugstufenseite auch druckstufenseitig (Kolbenstange mit Kolben + Verschlusskappe) einbauen.
      Und das Ergebnis ist dann letztendlich eine 'normale' Open Cartridge Gabel.

      Möglicher Versuch:
      Feder und/oder Konus beim Druckstufenkolben ändern (z.B. härtere Feder, wie man es auch von der Conevalve her kennt).
      Keine Ahnung, ob das klappen könnte. Um das herauszufinden wäre ein Prüfstand erforderlich.
      Probleme mit dem Fahrwerk? Fahr' schneller!

      Ich bin Bayer und damit von Haus aus schon mal viel cooler als du.

      frezno schrieb:



      Möglicher Versuch:
      Feder und/oder Konus beim Druckstufenkolben ändern (z.B. härtere Feder, wie man es auch von der Conevalve her kennt).
      Keine Ahnung, ob das klappen könnte. Um das herauszufinden wäre ein Prüfstand erforderlich.


      Die Feder hat auf die Druckstufendämpfung keinen Einfluss. Der Konus ist nach oben durch den Einsteller fixiert und kann sich nicht bewegen. Der Durchfluss vom Öl ist immer konstant, je nach Einstellerstellung. Ein größerer Konus würde auch Schwierigkeiten mit sich bringen, weil dann sehr viel Öl durch das Basevalve muss ( dazu sind die Ports IMHO zu klein). Abhilfe würde ein auf Druck reagierendes Ventil (Bsp Cone Valve) schaffen.
      GSNO Geländesport Nordost