GasGas 2018 - erster Eindruck, erste Überlegungen, erste Fragen

      GasGas 2018 - erster Eindruck, erste Überlegungen, erste Fragen

      Freund hat gestern seine GasGas 300GP 2018 bekommen. Nachdem wir sie gestrippt haben, Kühlerschützer eingebaut, alle Stecker versiegelt haben usw. ein erstes Statement.

      Verarbeitung sehr gut, bis auf die Aufkleber die eher ein wenig lieblos drangepappt sind und mit Luftbasen und schlecht verklebten Kannten keinen guten Eindruck hinterließen.
      Sehr schön verlegte Kabel, teure und hochwertige Komponenten (Excel Felgen, Twinwall Lenker, X-Trig Gabelbrücke, FMF Auspuffanlage, Nissin Bremse mit schwimmender Scheibe etc) und Kayaba Fahrwerk m. beschichteten Rohren. Sehr heller Tacho mit sinnvollen Anzeigen (Ladezustand der Batterie) und last but not least eine schöne hochwertige V-Force Membran von Tassinari.

      Außer den Aufklebern die nicht so toll sind ist noch aufgefallen, dass die Plastikteile von der Qualitätsanmutung und von der Passgenauigkeit doch deutlich unter der Qualität der Marktleader sind, wobei dies nicht für die Tankspoiler gilt die hochwertig und mit Garfik im Inmold Verfahren ausgestattet sind. Der Seitenständer ist exakt der gleiche wie bei KTM und hat auch den etwas schwammigen Plastikfuß. Und wenn wir schon beim Nörgeln sind: welchem Depp ist diese Mikrobe von Getriebeölbohrung eingefallen?. Das dauert einen Tag bis da genug Öl durch ist.

      Sonst alles sehr schön, selbst die Schrauben und Beilagscheiben sind hochwertig. Kabel sind schön verlegt, sehr leicht zugänglicher Luftfilter mit gutem, einfachem Schnellverschluss. Der Luftfilter lässt sich genau einsetzen und da kann man fast nichts verkehrt machen. Die Spannschrauben der Kettenspanner sind ab Werk mit wasserfestem blauen Fett versehen, den Ausbau hätten wir uns sparen können. Da kann sich KTM ein Scheibchen abschneiden.
      Lenkkopflager sehr ausgiebig gefettet, sehr viele schrauben ab Werk eingeklebt. Auspuffschrauben mit Schnorrscheiben gesichert, eine federleichte LiIonen Batterie die allerdings nicht perfekt sitzt und vibriert. Dem hilft aber ein kleiner Moosgummistreifen ab. In geringem Maße längsverstellbares Fußbremspedal und ein logischer Lichtschalter/startknopf der verwunderlicher Weise aber links am Lenker sitzt. Das Lenkschloß sieht aus wie aus dem zweiten Weltkrieg hat aber den Vorteil das es nicht so wie bei KTM wasser ins Lenkschaftrohr lässt, da es außen am Lenkrohr sitzt und einen dort angeschweißten Bügel als Blockade nutzt.

      Motor sprang bei 6 Grad auf den ersten Knopfdruck (mit Choke) an. Nach 30 Sekunden Choke rein, Motor läuft mit stabilem, niedrigen Standgas. Das Licht blinzelt wie bei einem alten Zweitaktmoped aus den 70iger Jahren mit steigender/fallender Drehzahl. Die Vibrationen im Leerlauf sind in etwa auf dem Niveau der 2015er KTM 300, keinesfalls schlechter aber kommen natürlich an den 2017er Ausgleichswellen Motor von der Laufruhe nicht heran.
      Der Motor ist entsetzlich laut, scheppert aber nicht so erbärmlich wie der 2017er KTM Motor. Mit gezogener Kupplung verschwinden die dumpfen, sehr präsenten Geräusche fast gänzlich.
      Anfahrdrehmoment fühlt sich wie bei 300ern üblich recht stark an, Kupplung leichtgängig aber schwerer als bei HQV/KTM, dafür trennt sie selbst kalt zu 100% und das schon bevor der Kupplungshebel ganz zum Lenker gezogen wird. Vorderbremse mit mörder Initialbiss und steinhartem Druckpunkt, für mich einfach ein Traum. Hinterbremse sehr defensiv und daher gut zu dosieren. Vergaser (38 Keihin, 175HD, 42LLD, Nadel unbekannt aber auf Clip 3) spricht sehr sauber an, kein Geblubber. Muss man sehen wie und ob sich das mit höheren Temperaturen ändert.

      Insgesamt ein sehr positiver Eindruck und ganz sicher eine Überlegung Wert wenn man vielleicht lieber beim Zweitaktvergaser bleibt. Bravo GasGas!

      Fahrbericht folgt, aber das wird krankheitsbedingt und wetterbedingt doch länger dauern aber dafür back 2 back mit meiner 300er KTM zum Vergleich passieren.

      Einziges großes Fragezeichen: wo soll man einen Ventilator hinbauen wenn über beide Kühler je ein fetter Schlauch von oben bis unten im Weg ist?
      Hat da wer schon etwas gefunden oder gibt es vielleicht irgendeinen Mikro-Ventilator mit maximal 70mm Durchmesser? (spal von KTM hat 95mm und ist zu groß).
      Theoretisch kann ich praktisch alles :D
      Ich hoffe ihr habt das Lenkradschloss auch direkt abgebaut mit den zwei Schrauben, und kommt nicht auf die Idee damit zu fahren. Das ist nämlich nur für die Homologation....

      Die Plastikteile kommen bei GASGAS von Polisport.

      Zum Ölwechsel habe ich eine alte Ölflasche von Motorex mit ausziehbarem Schnorchel. Der passt direkt in die Einfüllöffnung. Leichter Druck auf die Flasche und in wenigen Sekunden ist das Öl eingefüllt.

      Ventilator nachrüsten war bei GASGAS noch nie ein Problem, wenn man den Ventilator von GASGAS nimmt. Ob was aus dem Zubehör oder von KTM passt muss einen GASGAS Fahrer nicht jucken.

      Ich hoffe ihr stimmt alles gut ab vor den ersten Fahrten, damit die Eindrücke auch aussagekräftig sind.

      Bald habt ihr in Österreich ja einen prominenten GASGAS Fahrer, der sicher den Markt etwas ankurbelt und Erfahrungen sammeln kann.
      Chef bei GASGAS-Werl.de

      Doc Brown schrieb:

      hochwertige V-Force Membran von Tassinari.

      :evil:

      Tim Taylor schrieb:

      Polisport.

      Stellt auch die KTM Plastics her. Dürften also recht elastisch sein.

      Tim Taylor schrieb:

      Bald habt ihr in Österreich ja einen prominenten GASGAS Fahrer
      Wer?
      Da müsst ihr noch ein bisschen bis zur offiziellen Pressemeldung warten.

      Was ist denn an der Qualität der Plastikteile anders als bei KTM, wenn sie aus dem gleichen Betrieb kommen?
      Chef bei GASGAS-Werl.de
      Wenn Du das Hinterrad ausbaust dann zieht man die Steckachse nicht ganz raus, denn dann bleibt gleichzeitig der Bremssattelhalter geführt. Das erleichtert den Einbau extrem...
      Chef bei GASGAS-Werl.de

      DanyMC schrieb:

      Tim Taylor, meinst du den KTM Semiwerksfahrer aka Testfahrer? Hab da bisschen was gehört... ;-)

      Oha.
      Hat mich schon gewundert, dass auf Facebook seit November nix mehr kam.

      Tim Taylor schrieb:

      Wenn Du das Hinterrad ausbaust dann zieht man die Steckachse nicht ganz raus, denn dann bleibt gleichzeitig der Bremssattelhalter geführt. Das erleichtert den Einbau extrem...

      Dagegen spricht, dann mit der linken Hand schrauben zu müssen.
      Mal ausprobieren.

      Mankra schrieb:

      Tim Taylor schrieb:

      Wenn Du das Hinterrad ausbaust dann zieht man die Steckachse nicht ganz raus, denn dann bleibt gleichzeitig der Bremssattelhalter geführt. Das erleichtert den Einbau extrem...

      Dagegen spricht, dann mit der linken Hand schrauben zu müssen.
      Mal ausprobieren.


      Also ich hab leider nur noch den rechten Arm im Einsatz, und das klappt beim montieren vom Hinterrad trotzdem gut.. Aber war nur ein Tip wie wir es machen, kann jeder machen wie er will.
      Chef bei GASGAS-Werl.de
      Wie oben schon gesagt wurde kannst du dir den Lüfter an einer GG mit GG Motor getrost sparen . :D Das mit der hinteren Steckachse mache ich schon immer so , also von rechts nach links einsetzen , wenn auch aus anderen für mich besser händelbaren praktischen Gründen .
      Es kann schon mal passieren das ich die Wegstaben verbuchsele und mich verdrückt auskehre !! :thumbsup:

      Kangoo-Center-TML.de die Adresse für den Kangoo Fahrer :thumb:

      Alle meine Beiträge könnten zu 99% Spuren von Ironie aufweisen ... ;-)
      Danke für die hilfreichen Kommentare :thumb:

      @Tim Taylor: danke auch dir für den Tip mit der Steckachse und überhaupt für deine Hilfe auch vor dem Kauf. Wirklich sehr nett und hilfreich, auch ein Danke von Martin!
      Die Plastics sind recht flexibel über die Passgenauigkeit kann man aber schon diskutieren. Dem Einen ist das wichtig, dem Anderen egal. Und: es war nur ein Vergleich zu KTM.
      Welchen Ventilator -wenn man einen möchte- gibt es von GG. Mein bzw. Martin's Händler wusste es nicht. Der von KTM ist deutlich zu groß, plus das wir einen Kühlerschutz von AXP montiert haben: diesen:




      Der hat übrigens ohne heftiges Nacharbeiten nicht gepasst. Auf der linken Seite wurde der vordere, innere Bügel nachgefräst weil er auf den Kühlerschlauch drückte und dieser in nullkommanix durcvh gewesen wäre. Die beiden abgewinkelten Aufnahmen für die Clipmuttern sind im Winkel viel zu steil und mussten nachgebogen werden. Danach hat aber alles gut gepasst.
      Theoretisch kann ich praktisch alles :D
      Moin,
      ​zur Steckachse, ich Montiere die auch schon immer von der rechten Seite, aber es gibt Leute die erzählen das es schon mal jemand geschafft hat das sich die Mutter durch kontakt zu einem Stein oder so gelöst hat. Habe ich selber noch nie erlebt, kann aber in der Theorie tatsächlich passieren.
      ​Ansonsten danke für den Bericht und halte uns auf dem Laufenden zu dem Moped.
      ​ich werde zwar wohl persönlich bei KTM bleiben, ganz einfach weil "mein" Händler KTM macht und GG keinen Händler in der Gegend hat. Das Händlernetzt ist ja wirklich recht überschaubar. Ändert aber nichts da dran das die Mopeds bauen können und zum Glück auch wieder machen. Es muss ja ein möglichst großes Gegengewicht zu KTM sein damit die nicht noch größenwahnsinniger werden.
      MFG MS
      ps bin bekennender Warmduscher ;-)
      pss schlecht schreiben konnte ich schon immer gut :)
      Ich habe an meinen GG ( 2014 / 2017 ) auch die Kühlerschützer von AXP dran . Durch den alten Rahmen stützen die sich da sehr schön ab . Vorn habe ich aber auch auch stark verändert um die Kühler besser sauber machen zu können . Bei der Hufo hab ich mir die Dinger selber gebaut da die AXP nicht gerade billig sind . Bei der 2018 wie im Video , sehen die sehr " popelig " aus . Kosten sicher auch um die 100 Flocken ? Wenn ich sehe wo die roten Stützröhrchen an den inneren Blechen sitzen und diese wieder verschraubt sind , zu weit auseinander . Da verbiegt sich beim Einschlag auch alles . Die hintere Abstützung gegeneinander ist auch nicht wirklich sinnvoll . Da würde ich lieber gleich welche selber bauen die dann wirklich richtig abstützen . Nen qm 2 mm Alublech und ne Stange 10 oder 12 mm Alu hat mich weniger gekostet als die fertigen AXP und davon kann ich wohl noch 10 solche Schützer bauen .
      Es kann schon mal passieren das ich die Wegstaben verbuchsele und mich verdrückt auskehre !! :thumbsup:

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      Hehe... leisi du alte Meckertante :D , die Dinger von AXP sind hauptsächlich gegen einen seitlichen Einschlag und den stecken die durch die Abstützung am Rahmen sicher recht ordentlich weg. Kosten 111.- (davon 12.- Versandk.). Warum ist denn die hinter Abstützung nicht sinnvoll? Deiner geschätzten Meinung nach... (;
      Theoretisch kann ich praktisch alles :D