Projekt CNC Zylinder XT500

      Moin Oli,
      ja das hoffe ich doch. Aber beim Modellbau damals habe ich einiges spontan anders
      realisiert, als in meinem CAD Modell vom Gussrohling. Das fällt mir jetzt etwas auf die
      Füße, weil das Fräsprogramm natürlich "denkt" es hat den CAD Rohling vor der "Flinte".

      Die Diskrepanz kommt nur bei der Außenkontur am Kettenspanner und in Teilbereichen
      der Rippenaußenkontur zum Tragen. Aber deshalb ist jetzt immer wieder Alarm und
      Nachprogrammieren angesagt. Wenn der erste >Kandidat dann hoffentlich heute Abend
      im Wesentlichen fertig ist, wird alles optimiert und dann werden die anderen drei ein genaueres
      Bild vom späteren Aufwand geben. Die Entwicklung solcher Teile mit Anspruch für Serientauglichkeit
      dauert eben immer etwas und läßt sich schwer für den Außenstehenden so darstellen, dass ein halbwegs
      anschauliches Gefühl für den tatsächlichen Aufwand entsteht. Wir können ja mal telefonieren.
      Ehefrauen oder Freundinnen sollten da sowieso keinen Einblick bekommen. Sonst ........

      Gruß Kuntzinger
      …..Wir können ja mal telefonieren. Ehefrauen oder Freundinnen sollten da sowieso keinen Einblick bekommen. Sonst ........


      Das finde ich super--manchmal ist die Welt sehr parallel--aber unsere Weiblichkeiten wissen wenigstens, wo wir sind-so sagte mir kürzlich eine Nachbarin über ihren Mann--er restauriert alte Autos :)

      Nur schade, das Kuntzinger kein Husqvarna-Two-Stroke-Fan ist--aber ich bewundere diese Arbeiten--genial

      GJ
      passt scho :thumbsup: und die Wampe ist ze groß :whistling: =O :D <X

      XT500 CNC Big Bore Cylinder kurz vor Ende der Bearbeitung

      Das Ende zeichnet sich ab.......noch müssen die Kanten entgratet werden und
      die Bohrung muß noch für den zukünftigen Kolben auf ein grobes Maß gebohrt werden,
      wie auch das Zylinderhemd auf Endmaß gebracht werden muß, damit er dann seine
      Lauffläche mit Nikasil beschichtet bekommen kann.

      Und auch eine spezielle Spannplatte für den größten Teil der Bearbeitung muß noch angefertigt werden.
      (der Prototyp mußte aus entwicklungsstrategischen Gründen noch ganz vorsichtig mit dem Dreibackenfutter
      bearbeitet werden , denn jetzt ist auch die Frässtrategie klar )

      Gruß Kuntzinger
      Dateien
      Hallo an alle, die mir bis hierhin gefolgt sind und mitgefiebert haben. In den letzten Wochen ist so einiges
      passiert und es blieb einfach keine Zeit, um weiter zu berichten. Der Zylinder mußte natürlich ein Testprogramm
      durchlaufen, um weitere kleine Verbesserungen für die Realisierung verschiedener Motorenkonzepte zu erproben.
      Ziel des Praxistests: Einbau des Zylinders in einen 500er Straßenrennmotor mit ca. 50 PS am Hinterrad und
      Teilnahme an einem Langstreckenrennen, um den Zylinder möglichst an seine Belastungsgrenze zu bringen.
      Zum Motorkonzept für Insider vorab nur soviel, Kurzhub KW von der SR400 mit 97 mm Kolben in einer Graugusslaufbuchse.
      Die Beschichtung mit Nikasil konnte aus Zeitgründen nicht realisiert werden, sonst hätte wir den Termin nicht halten können.
      Das bedeutete maximale Schwächung der Zylinderwandung ( Wie schon gesagt, soll mein Zylinder ohne zusätzliche Zuganker
      seinen Dienst in getunten Motoren verrichten, welche sonst nur mit diesen Zugankern mehr oder weniger lange unter
      Rennbedingungen überleben. )

      Falls die Geschichte interessiert, später gerne mehr.
      Gruß Kuntzinger

      Rijeka 500 Motor mit CNC Zylinder

      Na dann geht's mal los.....hier die Bilder vom fertig montierten Motor. Insider können den
      unterschied zum Serienzylinder schon rein optisch an der Bauform erkennen.
      Dateien
      Bingo, aber Rijeka war schon vor drei Wochen......und dann mache ich es auch ohne
      Umschweife: Der Hans Mühlbauer hat mich kurz vorher angerufen und gefragt, ob
      ich den CNC Zylinder für einen durch gerissenen Zylinder nicht mehr rechtzeitig für die
      Rennen in Rijeka einsetzbaren (sonst aber sehr potenten Motor ) zur Verfügung stellen
      könnte. Er findet das Projekt sehr interessant und dann hätte wir ja auch gleich eine
      gute Möglichkeit, zu sehen, was der Zylinder taugt. .........Durch die von mir so nicht
      geplante Laufbuchsenvariante und dem damit verbundenen Verlust von 6mm Wandung
      (wohlgemerkt ohne das Zugankergedöns !) hatte ich natürlich erstmal Bedenken. Schließlich
      hatte ich ja selber noch keinen Prüfstandslauf mit der von mir geplanten Motorkonfiguration
      in Nikasil beschichteter Laufflächenvariante absolviert.
      Aber nach genauer Überlegung, war ich mir relativ sicher, dass der Zylinder halten wird. Die
      verstärkte Wandung, die spezielle Legierung und die abgestimmte Wärmebehandlung mußten es
      einfach bringen!!! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

      Selber konnte ich aus beruflichen Gründen wegen eines anderen Einsatzes hier in Deutschland während der
      Rennwoche leider nicht mit nach Rijeka. Das war eine echte Qual.....
      Aber!!! Alle Rennen wurden gefahren (incl. aller Trainings) Und auch das Langstreckenrennen hat der Motor
      ohne die geringsten Auffälligkeiten (keine Undichtigkeiten durch eventuellen Verzug oder gar mechanische
      Auffälligkeiten oder gar irgeneine sichtbare Rissentwicklung ) durchgestanden.
      Es wurde extra kürzer übersetzt, um den Motor auf den langen Geraden auf höchstmögliche Dauerdrehzahl
      zu belasten. Es wurde und sollte also versucht werden, den Zylinder zum Reißen zu bringen.

      Dieser Versuch ist mißlungen :-)) Der Motor soll jetzt noch in irgendeinem "Spassrennen" in Frankreich
      geprügelt werden. Danach wird er zerlegt und der Zylinder wird nach Demontage der Laufbuchse genauestens
      auf Risse von Innen untersucht.


      Ergebnis Rijeka (Nr. 73)

      4. Platz in der Klasse und 8. Gesamt über alle Hubräume ..........wir wollten nur testen und Spaß am fahren haben......
      Danke Albert. Danke Hans. Und auch einen Dank an Gottfried Michels (Team PAMI). Der Gott Vater
      aller Supermonos hat mir einige Bedenken im Vorfeld genommen und auch den ein oder anderen Hinweis gegeben. Ohne Ihn
      hätte ich einige Dinge erst ausprobieren müssen und deshalb , lieber Gottfried, mein aufrichtiger Dank auch nochmal hier in der
      Öffentlichkeit an Dich.

      Jetzt kann ich mit gutem Gewissen alle möglichen Motorkonzepte mit Nikasillauffläche angehen. Der Zylinder wird natürlich
      im Wandungsbereich bei den nächsten Zylindern noch feiner bearbeitet werden (das kostet noch einige Stunden Programmierarbeit).

      Hier etwas Musik für Eure Wohnzimmer.....Soundanlage volles Rohr.......203 km/h.......ca. 9000 U/min (maximal sind es wohl öfter
      auch 9200 U/min gewesen.
      Datei von filehorst.de laden
      Kupfver gibt zwar höhere Festigkeiten, aber das Mat verzieht sich schneller. Und grade auch bei Knetlegierungen. Aber er tut ja oben so als hätte er fast n neues geheim-Legierungselement gefunden :D
      spitz rein und unter zuch wieder raus

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      Ja, da merkt man gleich, bei Euch ist viel echtes Fachwissen am Start. In der Tat spielt auch
      "Mg" eine Rolle (in erster Linie aber wegen der Korrosionsbeständigkeit, was sich erst im Laufe der
      Zeit auswirken wird ) ......-"Si "..... wegen der Nikasilbeschichtung....in der richtigen Menge ganz wichtig...
      und natürlich wegen der besseren Fließfähigkeit beim Gießen.....und ganz wichtig.....
      die richtige Wärmebehandlung nach dem Gießen !!! Achso, da gibt es noch ein sich schnell
      verflüchtigenden Zusatzstoff, den ich hier jetzt nicht preisgeben möchte. Dieser sorgt auch für
      eine Verringerung der Rissgefahr .......
      Die größten Probleme beim Gießen machen immer die Bildung von Oxyden und die Ausgasungen
      Und natürlich koche ich auch nur mit Wasser......nur ohne Schummelei mit der "Höhe" in der ich kochen muß,
      wenn Ihr versteht, was ich meine :-))

      Für die Beschichtung der zukünftigen Lauffläche sind deshalb genau diese Bereiche enorm anspruchsvoll , denn
      genau da sind hohe Festigkeit und Fehlstellenarmut ( auch im fast nicht sichtbaren Bereich ) sehr wichtig.

      Hier bei der geringen geplanten Stückzahl die gewünschte Prozess-Sicherheit zu erreichen, wird nochmal spannend.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „Kuntzinger“ ()

      Wenn man hier mal den ganzen Fred querliest beantwortet sich die Frage zumindest nach der Wärmebehandlung von selbst,
      Es ist aber prima wie weit du schon bist, und sicher auchnoch kommen wirst. Und immer ne schöne homogene Mischung erreichen , ja

      Toi,toi, toi :thumbsup:
      spitz rein und unter zuch wieder raus

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