Yamaha Tenere 700

      Ich konnte am Wochenende in Jüterbog mal eine knappe Stunde Tenere fahren. Nachdem wir zu dritt mit 950 er KTMs ankamen, 2xSE, 1x Adv, meinte der Tourguide: ihr wollt sicher nicht Asphalt fahren? und fuhr mit uns eine 80% Offroad Runde.
      Die aufgezogenen Reifen - Pirelli Scorpion Rally STR - waren dabei der größte Schwachpunkt.
      Fahrwerk sehr ordentlich abgestimmt für gemütliche Schotter-Feldwegtouren. Rallytempo bringt sie schnell an ihre Grenzen. Für Rally bräuchte man definitiv einen Lenkungsdämpfer. Stehposition sehr gut (bin 188cm groß), weil die Rasten sehr tief angebracht sind, Sitzposition für mich nur auf der Rallysitzbank ok (+44mm). Lenker für Rally zu stark gekröpft (aber weniger als auf der 790R)
      Motor nimmt ab Leerlahufdrehzahl sauber Gas an und dreht wie eine Turbine ohne Leistungsloch bis knapp 10000. Langsam schön zu fahren, wobei ein leichtes Lastwechselruckeln zu spüren ist mit dem Serienauspuff. Mit dem Akra ist das fast komplett weg.
      In engen Kurven ist es durch die Tankform schwierig, richtig Druck aufs Vorderrad zu bekommen, am besten alles im Stehen fahren.
      Bremsen sehr sauber dosierbar, auch hinten.
      Seilzugkupplung schwergängiger als bei der 790 KTM, ich finde die Dosierbarkeit bei Seilzug nicht so schön.
      Guter Unterfahrschutz, Schalldämpfer sturzgefährdet (waren schon Dellen drin). Schöne Idee, daß man den niedrigen Kotflügel bei Schlamm 3cm höher setzen kann.
      Alles in allem ein gutes Paket, vorallem bei dem Preis. Eine 790 R hat sicher das bessere Fahrwerk (wobei die Yamaha aus der Kiste heraus besser abgestimmt ist, die KTM 790R, die ich gefahren bin, war mir zu hart)mit mehr Reserven. Und natürlich mehr Leistung, die man aber selten braucht. Und 4000.- € teurer.
      Die Jungs von Yamaha sagten im Gespräch, daß das Motorrad vorallem für unsere europäischen Nachbarn Frankreich, Italien, Spanien gebaut wurde und sie damit den dort noch vorhandenen Motorradnachwuchs ansprechen wollen, deshalb auch der relativ niedrige Preis.
      Tip top rallyeraider, danke für die worte...
      allerdings denke ich, TENERE war nicht wirklich das bike für rallyes. protos und auch umgebaute TENERE fuhren Rallye... Die serie soll dich an alle plätze der welt bringen und wieder nach hause..
      schwer zu beschreiben.
      Jüterbog kenne und fahre ich schon jahrelang . :thumbsup:
      Schon lustig zu lesen das die Tenere auf der Straße glänzt und abseits wegen der Bereifung " unglücklich " ist .
      Das ganze umgedreht mit der 790 R Bereifung ...
      Hab das aber genau so festgestellt , der Karoo 3 ist zwar besser aber auch nicht das Maß der Dinge .
      Das Fahrwerk ist für Speed in Jüterbog schon arg an der Grenze , und das zu Stramm abgestimmtes Fahrwerk der 790 R steht voll auf " Sport " und auf Kompromisslosigkeit , das sollte etwas geändert eingestellt werden .
      Der Unterfahrschutz in Serie ist grütze, du wirst sicherlich den aus dem Zubehörprogramm montiert gehabt haben .Der ist gut .
      Der Kotflügel ist bei Schlamm auch die drei Zentimetern noch zu tief , hier muss man den Fender umbauen .
      Im Großen und ganzen sind deine Aussagen stimmig und man muß sowohl bei der 700 als auch bei der 790 er R Kompromisse eingehen .
      Wäre die 700er ernsthaft für den Deutschen Mark gewesen hätte man sie weniger abgespeckt .

      Die Zubehörindustrie arbeitet aber an Lösungen für den Endverbraucher um deren Bedürfnisse zu erfüllen .

      rallyraider schrieb:

      ...und die Lösung für den Endverbraucher heißt dann wieder 20kg mehr an Sturzbügeln, LED Scheinwerfern und Gepäcksystemen! ;(

      Nein eben nicht .
      Und dieses Monstergebilde aus dem Orginal Shop hinten für die Heckplatte oder Topcase sollte auch eleganter gelöst werden.

      wer daraus ne " GS " machen will kann sich dies Geraffel anbauen , der Trend geht allerdings zum Gepäck ohne Seiten und Heckträger .
      Für die doch eher seltene Nutzung der Normalos ist’s doch vollkommen überzogen solche Stahlgerippe zu montieren .

      Todo Liste sind cartridge und Federbein sowie verbesserungen an Hebeln und der Ergonomie .
      Eine bessere Sitzbank und Heckgestaltung .
      Das Seriending ist einfach nix ....
      Richtige Bereifung wie Beispielsweise den Mitas 9 oder 10

      Das ganze ist dann eben nicht schwerer wie die Serie ...
      Ok, da bin ich bei dir.
      Original Hebel müssen gegen kurze getauscht werden, anderer Lenker, Lenkungsdämpfer, hinten eine 2,5er Felge, Übersetzung evtl.
      Federbein muß man abwarten was kommt.
      Gibt es Cartridge für 43er Gabeln. Wenn man auf 48 umbauen muß, wird es teuer bzw. auch sehr eng in der Verkleidung, da ist jetzt schon kaum Platz.
      .für die Xt 660 Z haben wir von Off The Road welche verbaut und da wird’s nicht lange dauern bis die dort auch erhältlich sind .
      Bei TT wird wohl auch schon dran gearbeitet weil die aktuell eine für die neue Tour quer durch IT mit haben

      Das einfachste wäre eine komplette Gabel von einer Wr umzubauen, die saß ja in den Maschinen die immer und immer wieder mit Videos den Leuten " vorgeführt " worden sind ..Das ist das traurigste Kapitel an der 700 er
      Ebenso der Tank aus dem Motorsport Regal ...
      Denn mit dem hätte man richtig , so wie du schon geschrieben hast , Druck auf das Vorderrad bekommen können .

      Aus meinem Bekanntenkreis ist momentan auch noch keiner bereit eine 700 er zu kaufen weil in der Garage die
      umgebaute 660 Z steht die doch deutlich bessere Fahrwerke haben .