Wie am besten Wheelie lernen?

      Wie am besten Wheelie lernen?

      Hallo Forum,

      dieses Jahr will ich mich mal wirklich intensiv mit der Thematik befassen und möchte mit intensivem Training das Fahren auf dem Hinterrad lernen.
      Es sieht einfach geil aus und ich denke, dass es auch im Gelände etwas bringt, diese Technik gut zu beherrschen.
      Was hat euch geholfen? Wie sahen eure Anfänge aus?
      Okay, kurz Gewicht auf den Lenker und beim Ausfedern am Gas drehen, dann kommt das Vorderrad hoch. Soweit kein Problem. Aber den "Balancing-Point" zu finden und zu halten... Puh :huh:

      Bringt es auch etwas meint ihr mit dem Mountainbike Wheelies zu üben für den Anfang? oder gar mit einem Einrad zu traineren?
      Einfach nur für das Gefühl und die Balance...

      Bin gespannt auf eure Tipps und Ratschläge!
      Ich würde ersteinmal mit geringer Geschwindigkeit anfangen um ein Gefühl für den Kipppunkt zu bekommen, sobald daß Motorrad über diesen Punkt hinaus kippt die Hinterradbremse nutzen und so lange üben bis es ohne Hinterradbremse nur mit dem Gas klappt. Ich habe es so jedenfalls mit dem Zweitakter geübt, beim Viertakter bremst der Motor ja stärker.
      langsame wheelies zu fahren ist aber schwieriger....
      ich würde behaupten, dass es einfacher ist, erstmal bei schnellerem tempo das vorderrad oben zu halten, vielleich nicht schon direkt am kippunkt, aber nur um erstmal ein gefühl für ein vorderrad in der luft zu bekommen .... danach kann man langsamer werden und sich an den kipppunkt herantasten
      Gruß Jens

      Shark250 schrieb:

      langsame wheelies zu fahren ist aber schwieriger....
      ich würde behaupten, dass es einfacher ist, erstmal bei schnellerem tempo das vorderrad oben zu halten, vielleich nicht schon direkt am kippunkt, aber nur um erstmal ein gefühl für ein vorderrad in der luft zu bekommen .... danach kann man langsamer werden und sich an den kipppunkt herantasten


      Ja, das stimmt natürlich, habe das Motorrad auch einige Male weggeschmissen dabei. Beim crossen braucht man das Vorderrad ja eigentlich auch nur hin und wieder leicht anlupfen, alles andere ist ja eh nur Show.

      Es sei denn man heisst Eli Tomac. ;-)


      Hier wirds sehr gut erklährt und so finds ichs auch recht ungefährlich. Wenn man es langsam auf einer Wiese übt:


      MTB kann ich 500 Meter auf dem Hinterrad fahren. Dazu muss ich aber den Sattel recht weit runter stellen. Somit ist der Kippunkt an einem angenehmen Punkt also nicht so steil.
      Bei der Enduro kann ich überhaupt nicht am Kippunkt fahren. Ich kann die Hinterradbremse nicht fein genug betätigen. Und der Kippunkt kommt erst wenn die Enduro fast schon gefühlt senkrecht steht. Gaswheelie bis 10 Meter geht aber mehr nicht. :thumbdown:

      Würds auch gern können. Was ich beobachtet habe: Wenn du sehr groß bist oder und dein Heck weit abgesenkt ist gehts auch leichter. Oder halt am Hang berg auf.

      Grüße
      M@tt

      weigandhi schrieb:

      oder gleich richtig lernen


      Dem kann ich mich nur anschließen. Ich habe vor 3 Jahren einen Wheelie-Kurs beim Stuntfahrer Lothar Schauer besucht. Er bietet tolle Tages-Kurse mit ca. 20 speziell präparierten Maschinen an (u.a. geänderte Übersetzung, variables Überschlag-Schutz-Gestänge wie beim Drag-Racing, „Wheelie-Days“ in Bayern, Baden-Würtemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein). Letztlich habe ich mich dann zuhause aber doch nicht getraut mit meiner damals nagelneuen „Husqvarna Nuda 900 R“ das Gelernte umzusetzen. Das „Kopfkino“ hat es mir verboten, den (vollgetankt) 190kg schweren 11.000,- € Neuwert zu riskieren, Leerlauf erster Gang ca. 20km/h, das war für mich bereits zu viel für den Anfang, und ein Stunt-Bike ohne Zulassung wollte ich nun auch nicht gleich daraus machen X/

      Der wirkliche Wendepunkt kam für mich erst vor ein paar Monaten mit dem Entdecken des neuen Hobbys Trial-Motorsport. Ein Trial-Motorrad wiegt (vollgetankt) ca. 75kg, hat eine Übersetzung, dass Du im ersten Gang mit Leerlauf bequem langsam daneben spazieren kannst (nicht mal 5km/h), Beinfreiheit ohne Ende („Sitzhöhe“ ca. 65cm) ... wichtige Kriterien, die die Angst vor dem „Unvermeidlichen“ nehmen!

      Wenn Du beim „zu viel Gas geben“ in Schrittgeschwindigkeit absteigen musst weil der Überschlag droht, ziehst Du einfach die Kupplung und hältst die Maschine ganz leicht fest, es passiert absolut überhaupt nichts. Das trainierst Du solange, bis Du Dich daran gewöhnst, diese „Überschlag-Gefahr“ mit der Fußbremse abzufangen. Damit „schleichst“ Du Dich immer selbstverständlicher an den Kipp-Punkt heran. Irgendwann geht das durch permanentes Wiederholen ins Blut über, Du bewegst Dich völlig selbstsicher (solange Du willst) am Kipp-Punkt durch Modulieren des Gasgriffs und der Fußbremse. Hast Du das Prinzip dann erst mal verinnerlicht, kannst Du das auf jedes beliebige Bike übertragen, völlig egal ob Vespa-Roller oder Harley-Davidson-Chopper :thumbsup:

      Mit einer schweren Maschine gelingt das Lernen nicht so einfach, die musst Du beim Mißlingen „wegschmeißen“ bzw. „gehen lassen“ und den Schaden in Kauf nehmen, sonst verletzt Du Dich wegen dem hohen Gewicht und der Wucht. Es gibt zwar auch „leichte“ Enduro- / Cross- / Supermoto-Maschinen (knapp über 100kg), aber die haben alle zwangsläufig eine völlig andere Übersetzung, die zum Lernen in Schrittgeschwindigkeit nicht so gut geeignet sind, da müsstest Du massiv die Übersetzung ändern (kleineres Ritzel und deutlich größeres Kettenrad).

      Also zwei Tipps von mir:
      1. besuche einen Kurs bei einem Profi, wo Du es auf einer Maschine lernst die Deiner gleicht/ähnelt
      2. erlerne es / trainiere mit mit einer Trial-Maschine, wo Dir und der Maschine nichts dabei passieren kann (wegen niedrigem Gewicht und niedriger Übersetzung)
      Ein gebrauchtes Trial-Motorrad bekommst Du schon für wenig Geld (deutlich unter 2.000 €) und kannst es im Anschluss ohne Verlust wieder verkaufen (sofern Du es nicht „schrottest“) - oder Du behältst es und erlernst Trial-Techniken, die Dich in allen anderen Belangen des Motorsports deutlich weiterbringen. Aber sei gewarnt, Trial (die „Königsdisziplin“ des Motorsports) macht süchtig :D Schau Dir die Top-Fahrer in der Szene an, die meisten (wenn nicht alle) kommen aus dem Trialsport.

      Trial-Clubs findest Du überall. „Schnupper-Trainings“ kannst Du dort auch ohne eigenes Trial-Bike machen, die meisten haben irgendeine Anfänger-Maschine. Bei uns gibt es z.B. von Anfang März bis Ende November jeden Sonntag (egal welches Wetter) Einsteiger-/Anfänger-Training, Mitglieder können ganzjährig rund um die Uhr trainieren. Bei anderen Clubs wird das ähnlich sein.

      Hier sind meine Anfänge beim Wheelie-Training vor ein paar Monaten (Herantasten an den Kipp-Punkt, alles in Schrittgeschwindigkeit):

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „RT125“ ()

      Shark250 schrieb:

      langsame wheelies zu fahren ist aber schwieriger....
      ich würde behaupten, dass es einfacher ist, erstmal bei schnellerem tempo das vorderrad oben zu halten, vielleich nicht schon direkt am kippunkt, aber nur um erstmal ein gefühl für ein vorderrad in der luft zu bekommen .... danach kann man langsamer werden und sich an den kipppunkt herantasten


      Natürlich ist es einfacher im 2 gang oder höher die Wheelies zu üben, dafür ist die Verletzungsgefahr bei weitem höhter.
      Wenn man denn Wheelie im 1en Gang beherrscht, kann man in auch in denn höhreren Gängen um so besser und die Gefahr sich zu verletzten ist um so niedriger.
      Mein Tipp wäre also im 1en zu üben ;-) wie die Wheelies an sich so gehen haben ja die Kollegen schon reichlich mit denn ganzen Videos gezeigt.
      Lg Herb
      Längere wheelies kann ich auch nicht. Aber was inzwischen ganz gut geht sind wheelies zum wenden aka "pivot turn" . Das finde ich auch wirklich nützlich im Gelände. Dazu habe ich mich ein paar mal im Gelände an eine Stelle mit möglichst nicht zu weichem Untergrund (also kein Tiefsand) gestellt und geübt.
      Ganz am Anfang: Beide Beine auf den Boden und einfach mal versuchen das Moped hin zu stellen also aufs Hinterrad. Im Zweifelsfall einfach loslassen :)
      Wenn das Klappt, dann im Sitzen mit dem rechten Fuß über der Hinterradbremse das gleiche üben. Zum abstellen dann die Bremse verwenden.
      Wenn das wiederum klappt, kann man versuchen, das Moped um 90° bzw 180° zu wenden (aber das war nicht die Frage des OP)
      Kurze Sitzwheelies gehen damit inzwischen auch, aber nichts was man vorzeigen kann :D
      Aber es wird weiter geübt...

      Hier noch ein paar Videos dazu:




      Life is suffering.
      Lange Wheelies mit dem MTB kann ich nicht da ich nach max. 30m seitlich wegkippe. Geschwindigkeit stabilisiert aber mit dem Motorrad trau ich mich nicht hochziehen... spätestens seitdem ich einen echt sehr guten MXer gesehen hab der nen Wheelie probiert hat und am Ende ein gebrochenes Heck hatte will ich das auch gar nicht wirklich probieren.

      Aussehen tuts aber gut... hab erst am 28.12. bei uns auf der Bundesstrasse einen gesehn der mit ner exc 450 ein paar hundert Meter geweelt ist und dabei fast noch ein Auto überholt hat... also richtig schnell dran war.

      So ein Pivot Turn ist wohl der richtige Anfang und auch hin und wieder im Endurogelände brauchbar.
      __________________

      Als Gott realisierte das nicht alle Menschen fähig sind Motorrad zu fahren erfand er Fussball für den Rest.
      Downhill - because golf and football only require one ball.
      Wenn Motocross einfach und langweilig wäre würde es Fussball heissen.

      Stell Dir vor Du drückst und alle drücken sich... 'https://www.youtube.com/watch?v=OomMJ6uR7ls[/url
      Mit dem Radl ist es viel schwieriger, durch das Treten bringt man seitliche Bewegung ins System, mit der geringen Masse des Radl reagiert es viel schneller.
      Mit dem Straßenbock hatte ich es damals gut her außen, gingen km lange Wheelies, zu zweit, allein, leichte Kurven, Spurwechsel zum überholen.
      Ist aber auch relativ einfach: Motor hat genügend Leistung und Motorbremse, daß man einen recht breiten "Kipppunkt" hat, bei den höheren Geschwindigkeiten wurde das Ganze sehr stabil.

      Mit der Enduro war ich bis jetzt immer zu faul, länger zu üben.
      Hab keine Geduld dafür.
      Aber seit letztes Jahr ein Kumpel mehrere liegende Bäume sauber im Wheely genommen hat, muß ich wohl auch mal ran.

      Um das Heck zu schonen, Kennzeichen und Lichtträge demontieren, ev. Kotflügel etwas einschneiden, damit dieser sich leicht aufbiegen kann, ohne zu brechen. Oder wenn man schon ein gebrochenes Heck hat ;), dieses montieren
      Aus erfahrung.

      Um ein spitzen Enduro Fahrer zu werden, muss man von Anfang an das Richtige lernen, so das man später nicht wieder vieles ablernen muss. Es muss nicht weh tun oder inkl. Beinbruch sein, angst hat kein platz in Enduro-fahren höchstens Respect.

      Ich bin aus der Schweiz, da wo Endurofahren total verboten ist, natürlich auch training. Wir müssen immer ins Ausland, Frankreich, Italien oder noch weiter an dia Adria oder Griechenland.
      Ich habe hier angefangen Trial zu fahren in der Kiesgrube, sodass ich zwischendurch doch fahren kann und die Basics lernen und üben üben üben .... kann. (hat sehr sehr viel geholfen).

      Wenn du nicht nur Touren fahren willst, sondern auch dein Fahrkönnen verbessern möchtest. Das du schnell fahst, nicht weil du weisst wie man Gas gibt, sondern weil deine gesamte Technik es dir erlaubt. Dann gehe zu einem Training aber lass' für mich bitte noch Platz frei :)


      M. Giezen
      www.motobia.ch
      Hallo Leute,

      hab mir auch vorgenommen, die Wheelie-Technik künftig gezielt zu üben... das war vor vier Jahren und ich kanns immer noch nicht gescheit...
      Grundlegend merke ich aber eine deutlich Verbesserung, punktgenau das Vorderrad anheben (z.B. übern Baumstamm) geht ganz gut und ich erschreck nimmer panisch wenn das Vorderrad höher als einen Meter kommt, kann es da sogar ein paar Augenblicke halten. Vorher hab ich immer die Füße von den Rasten gerissen und Gas zu gemacht, jetzt bleibt alles da wo es ist und ich leg sogar beim Gas nochmal nach.

      Hab festgestellt, dass die Kupplung ne große Rolle spielt, weils mit Kupplungseinsatz einfacher und weniger rabiat geht (aber maximal mit zwei Fingern kuppeln) und wenn man an einer leichten Steigung übt fühlt sich das ganze auch weicher an.

      Werde weiter üben und vielleicht schaffe ich es dieses Jahr auch längere Wheelies zu fahren.

      Gruß Crawlers
      Wenn du mit dem mtb vorab wheelies kannst ist das ein mega super vorteil da du weisst wie sich der kipppunkt anfühlt.. man bremst halt mit der hand und muss auf dem moped natürlich umdenken und das bremsen im prinzip neu lernen.. die benutzung der bremse muss in fleisch und blut übergehen und von alleine kommen ohne nachzudenken.. das ist schliesslich der rettungsanker an dem alles im notfall hängt! Wheelies mit viertaktern sind meines erachtens leichter zu lernen da man noch die motorbremse hat und die bremse am anfang eigentlich nicht braucht.. 3- 4 gang bei 50 sachen oder so ist ganz gut für den anfang.. ich würde aber erstmal das mtb empfehlen.. weniger schaden und weniger schmerzen ;-) obwohl mein schleimbeutel am ellenbogen hab ich damals 3 monate gemerkt. Gruss
      zweitakter stinken nicht! sie duften!!!