Zulassung einer 125 GS als Leichtkraftrad ?

      Zulassung einer 125 GS als Leichtkraftrad ?

      Hallo Kollegen,

      ich hab da mal eine Frage bezüglich der Zulassung einer 125er Geländesportmaschine aus dem Baujahr 1978:

      Kann man ein "Motorrad mit Leistungsbeschränkung" bis 125ccm / bis 11kW ohne Weiteres als "Leichtkraftrad" zulassen und ein 16-jähriger mit entsprechendem Fürherschein damit legal auf der Straße fahren bzw. an Klassik-Geländefahrten teilnehmen?
      Oder muss da erst wieder eine Abnahme des Mopeds beim TÜV (alte BL) oder der DEKRA (neue BL) erfolgen und im Kfz-Brief was eingetragen (Leichtkraftrad) bzw. umgeschrieben (Fahrzeugklasse) werden?

      Wer von euch weis darüber Bescheid, oder hat das schon praktiziert?

      Danke für Eure Infos bzw. eure Erfahrungsberichte hierzu :thumb:

      Grüße
      zatec
      Hatten aktuell das Thema beim Frühstück in Novegro da ich eine Aspes Hopi BJ 81 als LKR anmelden will.

      Mit am Tisch war ein TÜV Mensch, also denke ich fundierte Aussage, da er selbst eine 125 Hercules (Straßenmaschine) als LKR zugelassen hat.

      Hier einige Punkte des Gespräches:
      • 125er und kleiner/gleich 11 KW => LKR möglich
      • die meisten Zulassungsstellen machen das sogar automatisch ohne das man was sagen muss
      • es muss wenn 125 und kleiner gleich 11 KW keine TÜV Eintragung oder ähnliches gemacht werden. Wenn das so im Brief steht, ist das schon OK
      • Weiterhin haben einige aus dem Bekanntenkreis 125er wie Aspes Hopi oder Fantic 125 bereits als LKR zugelassen

      Vorteile u.a. keine Blinker notwendig bis BJ 1987! Wurde auch explizit am Frühstückstisch von TÜV Menschen bestätigt.

      Jetzt kommt es leider wie immer auf den jeweiligen TÜV oder Zulassungsstelle an. Speziell Hessen mit seiner Sonderlocke keine TÜV Eintragungen wie im Rest der BRD in den Brief zu über nehmen (wir alles erst zu irgendeinem Muckel nach Giesen geschickt) macht da keinen Spaß.

      Daher werde ich meine Hopi und meinen geplanten KDX 250 Supermoto-Umbach nach erfolgten Vollabnahme einfach erst einmal über meinen Vater in NRW anmelden und dann per Halterwechsel nach Hessen holen.

      Gruß
      Kalle

      PS: Ob es jetzt was 16 Jährige angeht noch Zusatzeinschränkungen bzgl. Leistungsgewicht etc. gibt, hab ich nie hinterfragt, da für mich nicht interessant.
      Hallo Kalle,

      vielen Dank für die Bestätigung :thumbsup:
      So in etwa hatte ich das auch eingeschätzt, und mir natürlich auch erhofft!

      Dann werde ich im Frühjahr mal mein Glück auf unserer Zulassungsstelle versuchen.

      Wenn jemand andere Erfahrungen mit der Zulassung einer alten 125er als LKR gemacht hat, wäre ich über jedes Feedback dankbar!!

      Grüße
      zatec

      Der_videot schrieb:

      Vorteile u.a. keine Blinker notwendig bis BJ 1987! Wurde auch explizit am Frühstückstisch von TÜV Menschen bestätigt.

      blinker sind EZ unabhängig nicht vorgeschrieben (StVZO §54 5.4), keine ahnung wo der "fachmann" das mit dem BJ her hat. ausserdem ist das BJ zulasstungstechnisch unrelevant, für alle regelungen gilt das datum der erstzulassung.

      http://www.verkehrsportal.de/stvzo/stvzo_54.php

      Der_videot schrieb:

      Hatten aktuell das Thema beim Frühstück in Novegro da ich eine Aspes Hopi BJ 81 als LKR anmelden will.

      Mit am Tisch war ein TÜV Mensch, also denke ich fundierte Aussage, da er selbst eine 125 Hercules (Straßenmaschine) als LKR zugelassen hat.

      Hier einige Punkte des Gespräches:
      • 125er und kleiner/gleich 11 KW => LKR möglich
      • die meisten Zulassungsstellen machen das sogar automatisch ohne das man was sagen muss
      • es muss wenn 125 und kleiner gleich 11 KW keine TÜV Eintragung oder ähnliches gemacht werden. Wenn das so im Brief steht, ist das schon OK
      • Weiterhin haben einige aus dem Bekanntenkreis 125er wie Aspes Hopi oder Fantic 125 bereits als LKR zugelassen

      Vorteile u.a. keine Blinker notwendig bis BJ 1987! Wurde auch explizit am Frühstückstisch von TÜV Menschen bestätigt.



      Kann ich so bestätigen. War bei meiner 125er SWM genau so.
      Gruß aus Baden ! :thumbsup:

      #222

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      Unicross71 schrieb:

      Hallo,

      bei meiner Zulassungsstelle (Rheinland-Pfalz) muss die 125er vom TÜV als Leichtkraftrad typisiert sein. Das Erfüllen der Kriterien, um ein Krad als LKR zuzulassen, genügt nicht.


      Hallo Günther,

      was genau heißt "muss als Leichtkraftrad typisiert sein" und in welcher Form?

      Muss dann im Brief unter (5) "Leichtkraftrad" wörtlich stehen, oder gibt es unter "J" eine eigene Fahrzeugklasse bzw. unter (4) eine spezielle Kennziffer für Leichtkrafträder??

      Hast du solch eine Zulassung schon praktiziert? Wenn ja, was steht in deinem Brief bzw. in deiner Zulassungsbescheinigung Teil II in den oben genannten Zeilen?

      Danke und Grüße
      zatec
      Achtung Halbwissen:

      Hab dieses Jahr für ne Freundin eine (neue) Vespa 125 besorgt. Als alter Moppedler (und Schwabe) sind mir sofort die horrenden Versicherungsgebühren eingefallen also den Vespa-Dealer mit dem Wunsch genervt, sie als Motorrad anzumelden. Dabei wurde es mir so erklärt: Die Fahrzeugklasse nach aktuellem Stand "L3e" in der Zeile "J" umfasst alle Zweiräder über 50cm³ und 45 km/h der notwendige Führerschein ergibt sich aus den technischen Daten also max. 11kw max. 100 km/h. Die Versicherung wiederum will ohnehin das Alter des jüngsten Fahrers wissen, wenn man also keinen Fahrer U18 angibt ist dies automatisch wesentlich billiger.

      Für mich heißt das im Umkehrschluss für die vorliegende Frage: Lässt man auf der Zulassungsstelle neue Papiere machen, muss die Tante dort automatisch die Fahrzeugklasse von der alten Bezeichnung auf "L3e" umschlüsseln, der Rest ergibt sich aus den techn. Daten.
      Wer nichts weiß muss alles glauben
      Nach einigen Telefonaten mit TÜV, GTÜ und der örtlichen Zulassungsstelle weis ich jetzt wieder etwas mehr:

      Die heutige Fahrzeugklasse "L3e" (Angabe Feld "J") war die frühere "25" und wird bei der Erstellung neuer Papiere nicht zwingend umgeschlüsselt.
      Beide Angaben (alt und neu) beinhaltet tatsächlich alle Zweiräder über 50cm³ über 45 km/h. Darüber kann also keine Typisierung zum Leichtkraftrad abgeleitet werden!

      Es gibt da aber noch die Angabe zur "Art des Aufbaus" / Feld (4) und hier sind die Kennzahlen für "Kraftrad mit Leistungsbeschränkung" (1200) und "Kraftrad, Leichtkraftrad" (2200) dummerweise unterschiedlich!
      Beim Versuch der Zulassung eines "Kraftrad m. Lb." (1200) als LKR wird entscheidend sein, wie genau der jeweilige Sachbearbeiter in der Zulassungsstelle da hinschaut, bzw. wie genau er diese Feinheit nimmt.

      Bei meinem bisherigen Glück bei (besonderen) Zulassungen schicken die mich sicher zum Umschreiben der Kennzahl für die "Art des Aufbaus" von 1200 auf 2200 erst mal zum TÜV... :cursing:
      Oder ich lasse die 125er einfach kommentarlos zu und versichere die Kiste dann einfach auf Fahrer unter 18 Jahren? Aber ob das dann legal ist...??

      Grüße
      zatec

      zatec schrieb:

      Oder ich lasse die 125er einfach kommentarlos zu und versichere die Kiste dann einfach auf Fahrer unter 18 Jahren? Aber ob das dann legal ist...??

      Ein ernstes Problem entsteht wenn man von der Rennleitung angehalten oder in einen Unfall verwickelt wird. Da sollte das Fahrzeug incl. Papiere schon zum Führerschein passen.

      Ich weiß von Fällen bei denen Leute einen 3-Rad-Roller zwar auf Auto-führerschein umbauen ließen, der Händler/Zulassungsstelle aber beim Umtragen geschlampt haben und weiterhin L3e drin stand. Die Leute habens allerdings selber gemerkt. Juristisch hätten sie mit der Rechnung vom Händler sicher gute Chancen da rauszukommen, wie das in Deinem Fall aussehen würde?
      Wer nichts weiß muss alles glauben

      zatec schrieb:

      Nach einigen Telefonaten mit TÜV, GTÜ und der örtlichen Zulassungsstelle weis ich jetzt wieder etwas mehr:


      Es gibt da aber noch die Angabe zur "Art des Aufbaus" / Feld (4) und hier sind die Kennzahlen für "Kraftrad mit Leistungsbeschränkung" (1200) und "Kraftrad, Leichtkraftrad" (2200) dummerweise unterschiedlich!
      Beim Versuch der Zulassung eines "Kraftrad m. Lb." (1200) als LKR wird entscheidend sein, wie genau der jeweilige Sachbearbeiter in der Zulassungsstelle da hinschaut, bzw. wie genau er diese Feinheit nimmt.

      Grüße
      zatec



      ich denke schon dass das den Kniefieslern auffällt, die müssen das ja in die Papiere eingeben....

      bei mir steht überall 2200 drin, 50cc und 80cc.

      Ein Gutachten habe ich, da steht 0200 drin, unter Ziffer 5 steht Kleinkraftrad 2-rädrig....was es nicht alles gibt...

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „holzwurm“ ()

      Damit hier jetzt keine Verwirrung eintritt, nochmal zur Klarstellung:

      Begriffsbestimmungen (aktuell):

      § 2 Fahrzeug-Zulassungsverordnung – FZV
      9. Krafträder: zweirädrige Kraftfahrzeuge mit oder ohne Beiwagen, mit einem Hubraum von mehr als 50 cm3 im Falle von Verbrennungsmotoren, und/oder mit einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 45 km/h;
      10. Leichtkrafträder:
      Krafträder mit einer Nennleistung von nicht mehr als 11 kW und im Falle
      von Verbrennungsmotoren mit einem Hubraum von mehr als 50 cm3, aber nicht mehr als 125 cm3;
      11. Kleinkrafträder:
      zweirädrige Kraftfahrzeuge oder dreirädrige Kraftfahrzeuge mit einer
      bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht mehr als 45 km/h und
      folgenden Eigenschaften:
      a)
      zweirädrige Kleinkrafträder:
      mit Verbrennungsmotor, dessen Hubraum nicht mehr als 50 cm3 beträgt, oder mit Elektromotor, dessen maximale Nenndauerleistung nicht mehr als 4 kW beträgt;
      b) dreirädrige Kleinkrafträder:
      mit Fremdzündungsmotor, dessen Hubraum nicht mehr als 50 cm3
      beträgt, mit einem anderen Verbrennungsmotor, dessen maximale
      Nutzleistung nicht mehr als 4 kW beträgt, oder mit einem Elektromotor,
      dessen maximale Nenndauerleistung nicht mehr als 4 kW beträgt;


      Bis 1981 (habe jetzt nicht nachgesehen, müsste aber ungefähr stimmen) waren Maschinen bis 50 ccm jedoch begrifflich anders unterteilt, nämlich in
      • Mofas (mit Tretkurbeln) bis 25 km/h
      • Mopeds (mit Tretkurbeln) bis 40 km/h
      • Mokicks (mit Fußrasten und Kickstarter) bis 40 km/h
      • Kleinkrafträder ohne Begrenzung in Leistung und Geschwindigkeit
      Will jemand ein Fahrzeug wieder in den Verkehr bringen, für das keine Zulassung mehr vorhanden ist (z.B. verloren oder nach langjähriger Ausßerbetriebsetzung Zulassungsdaten gelöscht), so gilt § 14 Abs. 6 Satz 5 FZV:

      Sind die Fahrzeug- und Halterdaten im Zentralen Fahrzeugregister
      bereits gelöscht worden und kann die Übereinstimmungsbescheinigung, die
      Datenbestätigung oder die Bescheinigung über die Einzelgenehmigung des
      unveränderten Fahrzeugs nicht anderweitig erbracht werden, ist § 21 der
      Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung entsprechend anzuwenden.


      Das Fahrzeug muss also nach den maßgeblichen technischen Bestimmungen der damaligen erstmaligen Zulassung (nicht Baujahr) begutachtet werden. Es wird jedoch zugelassen nach der aktuell geltenden Fassung der FZV, so dass für die Fahrzeugklasseneinteilung die Begriffsbestimmung des § 2 FZV gilt.

      Ein Fahrzeug, dass mit 125 ccm in 1980 als Motorrad zugelassen war, würde dann als Leichtkraftrad zugelassen, sofern die Leistung maximal 11 kW beträgt. Zudem muss das Leistungsgewicht ermittelt und eingetragen werden. Das wird der TÜV im Zweifelsfall auch nachmessen, denn daran hängt die Frage, ob man das Fahrzeug auch mit dem Führerschein Klasse A1 (ab16 Jahren) fahren darf. Hier tritt zur maximalen Leistung von 11 kW noch das maximale Leistungsgewicht von 0,1kg/kW hinzu.

      Das heißt im Umkehrschluss:
      • Eine 125er mit mehr als 11 kW Leistung ist ein Motorrad.
      • Eine 125er mit maximal 11 kW Leistung, aber einem Leistungsgewicht über 0,1 kg/kW ist zwar Leichtkraftrad, darf aber dennoch erst ab 18 mit dem Führerschein A2 oder A gefahren werden.

      Fazit: Bei einer 125er KTM dürfte damals „versicherungsgünstig“ eine Leistung von 7 kW oder maximal 10 kW angegeben sein. Bei 7 kW darf für den Führerschein A1 das Fahrzeug nicht weniger als 70 kg und bei 10 kW nicht weniger als 100 kg wiegen.

      Ich würde aber generell raten, die offene echte Leistung eintragen zu lassen (bei einer 125er wohl ca. 20 kW), denn das Fahrzeug wird auch auf Klassik-Veranstaltungen im öffentlichen Verkehr bewegt. Und der Fahrer für ein so altes Schätzchen wird sicher über 18 Jahre alt sein und den passenden Führerschein besitzen, oder?

      Gruß
      Johannes
      #523 Mainfranken: Klöß, sonst nix!
      KTM
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      Dieser Beitrag wurde bereits 7 mal editiert, zuletzt von „bohl1964“ ()

      Hallo Johannes,

      vielen Dank für deine (fast schon zu) ausführlichen Erklärungen!
      Genau genommen gehen nämlich nur die letzten beiden Absätze auf meine Fragestellung ein.

      Und nein, der Fahrer ist möglicherweise NICHT über 18 Jahre!
      Warum soll ein 16 jähriger mit Führerschein A1 nicht auch mal ne Klassik-Veranstaltung mit fahren?
      Genau das war ja die Frage und der Grund dafür, warum ich die 125er unbedingt als Leichtkraftrad zulassen möchte.

      Die 125er steht mit einer Leistung von 8kW und einem Leergewicht von 100kg im Kfz-Brief.
      Dass Leistungsgewicht steht ja (indirekt) in allen Fahrzeugpapieren, man muss es halt nur fix ausrechnen...
      Und mal nebenbei, wer hat bei Klassik-Veranstaltungen schon die wirkliche (offene) Leistung eingetragen? 8)

      Wie lautet denn nun deine Einschätzung:
      Muss ich in den vorhandenen Papieren vom TÜV was umschreiben lassen, oder wird die 125er von 1978 mit 8kW und 100kg ohne Weiteres als LKR anerkannt, auch wenn die Kennzahl für "Art des Aufbaus" / Feld (4) "1200" lautet und nicht "2200"??

      Danke und Grüße
      zatec

      zatec schrieb:


      Und mal nebenbei, wer hat bei Klassik-Veranstaltungen schon die wirkliche (offene) Leistung eingetragen? 8)

      Wie lautet denn nun deine Einschätzung:
      Muss ich in den vorhandenen Papieren vom TÜV was umschreiben lassen, oder wird die 125er von 1978 mit 8kW und 100kg ohne Weiteres als LKR anerkannt, auch wenn die Kennzahl für "Art des Aufbaus" / Feld (4) "1200" lautet und nicht "2200"??


      Zur ersten Frage: Ich!

      Zur zweiten Frage: Wenn du mit alten Papieren fährst, gelten diese (derzeit unbegrenzt) weiter, ohne dass was geändert werden muss. Ich habe leider keine Tabelle mit den Schlüsselnummern oder Kennzahlen zur Hand. Man kann aber prinzipiell ein Altfahrzeug auch umschlüsseln lassen auf die aktuellen Typschlüssel, wenn man das z.B. gegenüber der Versicherung oder sonst wem belegen will. Meine Versicherung geht so vor, dass sie zunächst nach den Schlüsselnummern in der Zulassungsbescheinigung einen Tarif anbietet. Habe dann aber schon öfters bei Fahrzeugen eine günstigeren Tarif heraushandeln können (was ja z.B. bei den sog. "Kombinationskraftfahrezugen" früher immer so ein Thema war). Man bekommt mit good will auch einen Oldtimer-Tarif ohne H-Zulassung oder ohne H-Gutchten. Was man mit der Versicherung für einen Tarif vereinbart, geht die Zulassungsbehörde nichts an.
      #523 Mainfranken: Klöß, sonst nix!
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      Vielleicht würde es auch helfen jemanden von der Rennleitung zu fragen, wie das bei Kontrollen gehandhabt wird, bzw. wie gut sie geschult sind. Bezüglich anderer technischer Sachen, z.B. Reifengrößen und Typen wurde mir unter der Hand bestätigt, dass der normale Poli und Zisti das nicht durchschaut und sich auf schwarz, rund, ausreichend Profil beschränkt.

      Aber letzlich geht es ja nur um die Frage ob das Amt auf Zuruf umschlüsselt oder vorher eine TÜV-Abnahme will. Sprich es geht um die Kosten, weil ein halbwegs kooperativer Prüfer wird das problemlos bescheinigen.
      Wer nichts weiß muss alles glauben

      bohl1964 schrieb:

      zatec schrieb:


      Und mal nebenbei, wer hat bei Klassik-Veranstaltungen schon die wirkliche (offene) Leistung eingetragen? 8)

      Wie lautet denn nun deine Einschätzung:
      Muss ich in den vorhandenen Papieren vom TÜV was umschreiben lassen, oder wird die 125er von 1978 mit 8kW und 100kg ohne Weiteres als LKR anerkannt, auch wenn die Kennzahl für "Art des Aufbaus" / Feld (4) "1200" lautet und nicht "2200"??


      Zur ersten Frage: Ich!

      Zur zweiten Frage: Wenn du mit alten Papieren fährst, gelten diese (derzeit unbegrenzt) weiter, ohne dass was geändert werden muss. Ich habe leider keine Tabelle mit den Schlüsselnummern oder Kennzahlen zur Hand. Man kann aber prinzipiell ein Altfahrzeug auch umschlüsseln lassen auf die aktuellen Typschlüssel, wenn man das z.B. gegenüber der Versicherung oder sonst wem belegen will. Meine Versicherung geht so vor, dass sie zunächst nach den Schlüsselnummern in der Zulassungsbescheinigung einen Tarif anbietet. Habe dann aber schon öfters bei Fahrzeugen eine günstigeren Tarif heraushandeln können (was ja z.B. bei den sog. "Kombinationskraftfahrezugen" früher immer so ein Thema war). Man bekommt mit good will auch einen Oldtimer-Tarif ohne H-Zulassung oder ohne H-Gutchten. Was man mit der Versicherung für einen Tarif vereinbart, geht die Zulassungsbehörde nichts an.


      Hallo Johannes,

      sorry aber deine Antwort geht leider irgendwie wieder am Thema vorbei!
      Auf den Punkt gebracht lautete meine ursprüngliche Frage:
      Gilt eine 125er mit 8kW von 1978 heute bei der Zulassung automatisch als Leichtkraftrad und ist diese somit legal von einem 16 jährigen mit dem Führerschein A1 zu betreiben?? ...eine entsprechende Versicherung des Fahrzeugs vorausgesetzt.

      Ich will nix umschlüsseln lassen, wenn es nicht unbedingt sein muss!
      Und die Versicherung kostet dann eben was sie kostet!!

      Danke dir vorab für einen nochmaligen Versuch (;

      Grüße
      zatec

      zatec schrieb:

      Gilt eine 125er mit 8kW von 1978 heute bei der Zulassung automatisch als Leichtkraftrad und ist diese somit legal von einem 16 jährigen mit dem Führerschein A1 zu betreiben?? ...eine entsprechende Versicherung des Fahrzeugs vorausgesetzt.

      Ich will nix umschlüsseln lassen, wenn es nicht unbedingt sein muss!


      Da sehe ich einen kleinen Widerspruch.

      Nach der aktuellen gesetzlichen Definition ist die Maschine ein Leichtkraftrad. Die juristische Frage: "Darf ich ein (nach aktueller.... blabla) Leichtkraftrad das allerdings in den dazugehörigen Papieren noch als Motorrad klassifiziert ist mit dem A1 fahren oder nicht? Es gibt ja auch genügend Fahrzeuge die durchgehend angemeldet sind, da stellt sich die Frage darf mein Mädel/Bub mit A1 einfach draufsitzen und losfahren.

      Diese Frage kann nur das Amt oder im Falle eines Falles das zuständige Gericht letztendlich beantworten.
      Meine Erfahrung mit den Behörden sagt: zwingend umschlüsseln. Und da gibts wiederum zwei Varianten: mit oder ohne TÜV
      Wer nichts weiß muss alles glauben
      Hallo zatec,

      also in der Ausgangsfrage dieses Threads hast Du gefragt, ob man eine "alte" 125er heute als Leichtkraftrad zulassen kann (schau bitte ganz am Anfang mal nach). Diese Frage wurde von mir doch wohl beantwortet, oder?

      Wenn Du jetzt aber wissen willst, ob Du eine "alte" 125er ohne Umschreibung der Zulassung als Leichtkraftrad durch einen 16jährigen (Dein Sohn?) fahren lassen kannst, dann ist das eine andere Frage. Dazu hat 610er schon die im Prinzip richtige Antwort gegeben.

      Das Gesetz (und die Verordnungen) regeln, unter welchen Bedingungen ein Fahrzeug wie zugelassen werden kann. Wie schon ausführlich beantwortet, wird eine "alte" 125er damit heute bei Leistung bis maximal 11 kW als Leichtkraftrad angesehen und zugelassen.

      Aus dem Verzeichnis zur Systematisierung von Kraftfahrzeugen und ihren Anhängen (Stand: Mai 2016 - SV 1), herausgegeben vom Kraftfahrtbundesamt, ergibt sich bzgl. der dann einzutragenden Schlüsselnummern folgendes:

      Ausschnitt füge ich noch am Montag ein, habe hier keine geeignete Möglichkeit. Die Tabelle findet sich auf Seite 36!
      Quelle: http://www.kba.de/SharedDocs/Publikationen/DE/Statistik/SV/sv1_2016_05_pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=16

      Im Weiteren ist zu unterscheiden zwischen Verwaltungsrecht und Strafrecht:

      Die Möglichkeit der Zulassung als Leichtkraftrad "konkretisiert" sich bei einer "alten" 125er erst in dem Moment, wo die entsprechende Änderung der Zulassung auch vollzogen ist. Grund: Die Zulassung ist ein bestandskräftiger Verwaltungsakt, der sich durch Änderungen des Zulassungsrechts nicht automatisch ändert, sofern gesetzlich nichts anderes bestimmt ist. Mir ist jedenfalls keine gesetzliche Regelung bekannt, das "alte" 125er automatisch ohne Änderung der Zulassung nun als Leichtkrafträder (Schlüssel 2200) gelten.

      Wenn jetzt ein 16jähriger mit Führerschein A1 auf einer "alten" 125er ohne Umschlüsselung fährt, so ist das strafrechtlich zumindest riskant! Es kommt jetzt darauf an, wie ein Strafrichter den Fall bewertet. Stellt er sich auf den (grundsätzlich richtigen und konsequenten) Standpunkt, dass das konkrete Fahrzeug nicht die nötige Zulassung als Leichtkraftrad (Schlüssel 2200) hat, so liegt eine Straftat, nämlich das Fahren ohne den für das konkrete Fahrzeug nötigen Führerschein (§ 21 Abs. 1 Nr. 1 StVG) vor.

      Ob und wie der Strafrichter den Umstand berücksichtigt, dass das Fahrzeug wohl unproblematisch als Leichtkraftrad hätte zugelassen werden können, das ist schwer zu sagen. Tendenziell sind die süddeutschen Strafrichter in Verkehrssachen strenger als die norddeutschen. Wäre ich Vater des 16jährigen, würde ich das nicht riskieren und meinem Sohn verbieten.

      Deshalb war Deine am Beginn des Threads gestellte Frage auch die richtige und sinnvolle: Kann man eine alte "125er" als Leichtkraftrad umschlüsseln (Änderung der Zulassung)? Antwort: Ja, wenn maximal 11 kW.

      Und noch was: Die Zulassung schützt nicht, wenn das Fahrzeug tatsächlich (auch ohne Manipulation!) von den Merkmalen der Zulassung abweicht (hinsichtlich Leistung, Leistungsgewicht oder Geschwindigkeit). Das ist ständige Rechtsprechung. Will hier deshalb nur noch mal dafür werben, dass jeder sich darum bemüht, die für sein Fahrzeug nötige Zulassung zu besorgen. Die Ungläubigen können ja z.B. mal das Urteil des OLG Karlsruhe vom 10.01.2003 - 1 Ss 73/02 - lesen und dann noch mal in sich gehen...

      Viele Grüße
      Johannes
      #523 Mainfranken: Klöß, sonst nix!
      KTM
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