Fahrwerksfrage: Harte Federn/weniger Druckstufe vs weichere Federn/mehr Druckstufe

      Fahrwerksfrage: Harte Federn/weniger Druckstufe vs weichere Federn/mehr Druckstufe

      Ich möchte mein FW neu abstimmen lassen (Einerseits hab ich meinen Winterspeck nicht ganz wegbekommen, andererseits möchte ich bißerl straffer werden, um auch wieder abundzu auf einer MX Strecke zu fahren) und in letzter Zeit mit einigen Fahrwerkstunern gesprochen.
      Ergebnis: 3 Tuner, 3 Meinungen ;-)

      Abseits der Feinheiten, allgemein, gabs dabei 2 komplett gegenteilige Empfehlungen:

      1: weichere Federn und mehr Druckstufe

      2: härtere Federn, dafür weniger Druckstufe
      Dies soll beim langsamen Enduro weicher ansprechen (trotz der harten Federn) und Reserven fürs Schnelle und MX bieten.

      Laut Tabelle (Sowohl KTM Betriebshandbuch, als auch S-Tech) bin ich genau zwischen 2 Federhärten, d.h. beide Varianten sollten den richtigen Sag ermöglichen.
      Wir waren mit dem Fahrwerk der Freeride der zuständigen Fach-Lebensabschnittsgefährtin bei WP Deutschland in Ursensollen.

      Wie selbstverständlich sind wir davon ausgegangen, dass bei einem Fahrerinnengewicht von 60 kg weichere Federn zum Einsatz kommen sollen und werden.

      Weit gefehlt. Christian Meier von WP, seines Zeichens durchaus anerkannte Konifere in dem Metier, meinte, das würde schon passen mit den Original-Federn und angepasster Dämpfung.

      Der Erfolg gibt ihm recht. Passt.

      Das dürfte in der Folge für dich heissen: Lieber die härteren Federn und entsprechend abstimmen.

      Gruß, Christian
      2:1 ;-)

      Meine Überlegung dazu:

      V1 könnte man für HardEnduro noch weicher stellen (so wie ich jetzt fahre) und mit genügend Verstellbereich hart stellen.
      Da der Dämpfungsanteil hier mehr Energie aufnimmt, hat man mehr geschwindigkeitsabhängige Progression.
      Reagiert mehr auf Schwerpunkts Veränderung (kann mal ein Vorteil sein, aber auch ein anderes mal ein Nachteil)

      V2 bedeutet weniger Wärmebelastung für das Öl und Dichtungen, weniger geschwindigkeitsabhängige Progression und bei Bedarf, ein schnelleres Ausfedern.

      Bei dieser Aufzählung liegt V1 vorne.
      Die Frage ist, ob für V1 nicht zuviel Druckstufe nötig ist, um nicht zu tief im FW zu hängen oder gar durchzuschlagen und es deshalb wiederum unsensibel wird?

      KTM spezifische Frage:
      Sind die Standart Federempfehlungen eher auf der soften Seite und brauchen eher mehr Dämpfung?
      Soweit klar und V1, aber mit "normaler" Dämpfung fahr ich aktuell.
      Aber ich möchte wieder bißerl mehr auf Geschwindigkeit trainieren und etwas straffer werden und besorge mir gerade alle in Frage kommenden Federn um dann selbst bißerl probieren zu können.

      Mir geht es hier um die allgemeine Frage.

      Von PKW Fahrwerken und früher vom Ringfahren kenn ich es eher so, daß die Federn eher weich gewählt werden, es wird über die Federhärte hauptsächlich die Gewichtsverlagerung durch Bremsen und Beschleunigen abgestimmt, der Rest (Ohne Geometrie) wird über die Dämpfung eingestellt.
      Federn müssen zum Gewicht Moped + Fahrer + Einsatzzweck passen.
      Nicht jedes Moped ist 'vernünftig' befedert - man erinnere sich an die Zeiten zurück, wo in allen KTMs nur 4.2 Federn in der Gabel verbaut waren.
      Daher kann es durchaus sein, dass trotz eines Fahrergewichts ausserhalb der Herstellernorm, die original verbauten Federn dennoch passen und vice versa.

      Von zu weichen Federn ist idR abzuraten.
      Probleme mit dem Fahrwerk? Fahr' schneller!

      Ich bin Bayer und damit von Haus aus schon mal viel cooler als du.
      Moin,
      gerade hinten fahre ich lieber eine etwas Härtere Feder mit etwas weniger Vorspannung. Fahre so mit 36-38mm Statischem Durchhang, bilde mit ein so mehr Traktion zu haben. Durch die etwas Härtere Feder sind trotzdem noch genug Reserven da und vor allem ist sie Dynamisch nicht zu tief, da bin ich so bei 105-110mm meine ich.
      MFG MS
      ps bin bekennender Warmduscher ;-)
      pss schlecht schreiben konnte ich schon immer gut :)
      Der statische Durchhang ist nur eine grobe Kontrollmöglichkeit, ob die Federrate eingestellten dyn. Durchhang passend ist.

      Wichtig ist nur der dynamische Durchhang.
      Diesen muß man sich halt je nach Anforderung, pers. Vorliebe, usw. anpassen.
      Hierbei bin ich sogar etwas über dem KTM vorgegebenen Max.
      Dafür aber auch die Gabel aufs Max. durchgesteckt, damit die Geo stimmt.

      Der Trend ist also ganz klar Richtung härtere Feder.

      @Steindi:
      Ne, auf 4,8er geht es nicht hin, sondern 4.4 oder 4.6

      friedrich renner schrieb:

      Fazit: Was anderen passt muss Dir noch lange nicht passen.

      Klar, und beim Enduro ist die Bandbreite der Anforderungen noch deutlich breiter als beim MX.
      Mir geht es um den allgemeinen und theoretischen Ansatz, Pro&Contra der beiden Varianten.
      härtere federn mit weniger dämpfung könnt eventuell ein vorteil sei wenn das fahrwerk schnell arbeiten muss (MX-hartboden ... und auch beim enduro für wurzeln, steine und schlaglöcher)
      weichere federn + mehr dämpfung könnt dann eventuell eher für sand passen ... :verwirrt:
      "If you don´t live for something, youll die for nothing"

      Mankra schrieb:

      Der statische Durchhang ist nur eine grobe Kontrollmöglichkeit, ob die Federrate eingestellten dyn. Durchhang passend ist.

      Wichtig ist nur der dynamische Durchhang.

      Man kann sich das Leben auch unnötig schwer machen.
      Veränderungen beim statischen Durchhang sind nahezu identisch zum dynamischen.
      d.h. änderst du den statischen Durchhang um 2mm, dann hat sich auch der dynamische Durchhang um 2mm verändert.
      Probleme mit dem Fahrwerk? Fahr' schneller!

      Ich bin Bayer und damit von Haus aus schon mal viel cooler als du.
      Was willst Du damit sagen?

      Wenn Michael S den statischen Durchhang richtig einstellt, dann paßt auch die Geometrie beim Fahren?
      Egal, welche Feder er verbaut hat?
      Egal, ob er gertenschlanke 60kg wiegt oder hulkmässsige 140kg?

      Wie oben geschrieben, zumindest nach meiner Meinung nach, Andere mögen es anders sehen, wichtig ist nur der Durchhang, die Geometrie beim fahren. Diese muß man sich nach Bedarf hinstellen.

      Wie auch immer, der Trend geht eindeutig Richtung härtere Federn und die Beobachtungen sogar dahin, daß damit mehr Grip aufgebaut wird.

      Mankra schrieb:

      Was willst Du damit sagen?

      Wenn Michael S den statischen Durchhang richtig einstellt, dann paßt auch die Geometrie beim Fahren?
      Egal, welche Feder er verbaut hat?
      Egal, ob er gertenschlanke 60kg wiegt oder hulkmässsige 140kg?

      Wie oben geschrieben, zumindest nach meiner Meinung nach, Andere mögen es anders sehen, wichtig ist nur der Durchhang, die Geometrie beim fahren. Diese muß man sich nach Bedarf hinstellen.

      Wie auch immer, der Trend geht eindeutig Richtung härtere Federn und die Beobachtungen sogar dahin, daß damit mehr Grip aufgebaut wird.


      Uwe ging natürlich sicher davon aus, dass grundsätzlich die richtige Federrate für den Fahrer und Einsatzzweck in jeweiligen Bike verbaut ist.

      Nur weil du den dynamischen Durchhang einstellst/misst, heißt das noch lange nicht, dass du damit die Geometrie im Fahren deteminierst.
      Die Messungen statisch/dynamisch sind primär als Indikator für die passende/nicht passende Federrate zu sehen.
      Ist die richtige Federrate gewählt empfiehlt es sich den statischen Durchhang als Referenz für Vorspannungsänderungen zu wählen, da dieser weniger Störvariablen unterliegt und somit valider ist.

      Aber naja, mir is eh wurrrrrscht! :biggrin:
      Slip on your helmet, twist the throttle and RIDE.
      It doesn't get any better!

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      Vietze schrieb:

      Die Messungen statisch/dynamisch sind primär als Indikator für die passende/nicht passende Federrate zu sehen.

      Ahem:

      Mankra schrieb:

      Der statische Durchhang ist nur eine grobe Kontrollmöglichkeit, ob die Federrate eingestellten dyn. Durchhang passend ist.


      Ok, fällt mir gerade selbst auf, daß ich ein paar Wörter im Satz vergessen hab........war ja noch sehr früh am Morgen, fast noch stockfinster.

      Daß sich beim fahren durch Gewichtsverlagerung, Neigung, Zugstufe, etc. die Geo wieder verändert ist klar, aber irgendwo muß man anfangen und da IMHO mit Fahrer am Moped wichtiger als Moped solo.

      Mankra schrieb:


      Wichtig ist nur der dynamische Durchhang.

      Sehe ich auch so.

      frezno schrieb:


      Veränderungen beim statischen Durchhang sind nahezu identisch zum dynamischen.
      d.h. änderst du den statischen Durchhang um 2mm, dann hat sich auch der dynamische Durchhang um 2mm verändert.


      Klingt logisch, stimmt aber so nicht. Jedenfalls nicht ganz. Messbar, und somit korrekt zur Aussage, ist das nämlich nur in Richtung weniger Vorspannung. Oft habe ich (wenngleich auch bei Sumos oder Strassenmopeds) korrekten dyn. Durchhang gesehen, wo statisch wenig bis gar kein Durchhang zu messen war.
      In diese Richtung ist imho Mankras Aussage über die Wichtigkeit (im Sinne von Relevanz) des dyn. Durchangs richtig.
      Mit Geometrie hat das nichts zu tun, aber wie gesagt, mit dem Durchhang beginnt man normal seine Einstellungen/Messungen

      Vietze schrieb:

      Uwe ging natürlich sicher davon aus, dass grundsätzlich die richtige Federrate für den Fahrer und Einsatzzweck in jeweiligen Bike verbaut ist.

      Nur weil du den dynamischen Durchhang einstellst/misst, heißt das noch lange nicht, dass du damit die Geometrie im Fahren deteminierst.
      Die Messungen statisch/dynamisch sind primär als Indikator für die passende/nicht passende Federrate zu sehen.
      Ist die richtige Federrate gewählt empfiehlt es sich den statischen Durchhang als Referenz für Vorspannungsänderungen zu wählen, da dieser weniger Störvariablen unterliegt und somit valider ist.
      Aber naja, mir is eh wurrrrrscht! :biggrin:


      Flo und seine berühmte Eloquenz ! :thumbup: In dem Fall müsstest du dann "Wurscht" aber groß schreiben
      ;-)
      Herzlicher Gruß
      Steve