lange-koeln Mitglied
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Beiträge von lange-koeln

    Mein Arbeitgeber sieht Corona nicht so dramatisch. Mein Arbeitgeber lässt mir auch ganz locker die Woche, die ich am Strand verbringen will. Mein Arbeitgeber fände es allerdings wenig komisch, wenn ich danach zwei Wochen in Quarantäne müsste. Weil dann fällt die ganze Firma aus. Mein Arbeitgeber bin ich selbst....

    Ich fänds ja mal interessant, mir anzuschauen, wie man da im Vorfeld oder begleitend richtig berät. Mein Tätigkeitsfeld als Strafverteidiger fängt da immer erst an, wenn alles in den Wicken ist und man nur noch Schadensbegrenzung betreiben kann. Finde ich oft tragisch, weil dann die Polizei einen morgens weckt und vor dem Wachwerden die Bude auf den Kopf stellt oder einen gar noch selbst direkt mitnimmt. Und das, obwohl die Leute eigentlich nix richtig kriminelles veranstalten wollten. Das ist auch der Justiz immer schwer zu vermitteln. Ich behaupte, dass die Hälfte der Jungunternehmer Phasen hatten, wo "es sehr eng war" und wo man nicht alle Rechnungen sofort bezahlen kann. Klar, versuchen die allermeisten zuerst mal, sich irgendwie durch die Krise zu retten. Wenns klappt, redet hinterher keiner mehr drüber. Wenns schief geht, ist es leicht zu behaupten "Nach den Büchern waren Sie am Tag X zahlungsunfähig und hätten natürlich am Tag Y zum Insolvenzgericht gehen müssen. Das haben Sie nicht getan, also werden Sie bestraft."


    Dann wird derjenige bestraft weil z.B. noch Sozialabgaben offen waren, obwohl das Ziel der Bemühungen nur war, die Firma und damit auch den sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz zu retten.


    Ist natürlich auch schwierig zu erkennen, wer von den "Geschäftspartnern" nur gutes für einen will. Ein Banker, den ich mal verteidigt habe sagte dazu "Herr Lange, wenn Sie irgendwas nicht verstehen oder nicht sicher sind, fragen Sie sich immer, wem nützt es."


    Musterbeispiel sind m.E. die typischen Versicherungsmakler - Schneeball - Provisions - "reich sofort" -. Programme. Da sind Kollegen schon zur Schulzeit losgezogen und waren auf zwei oder drei (teils sogar kostenpflichtigen) Seminaren, um dann anschließend monatelang jeden über seine finanzielle Lebensplanung zu belabern. Lief irgendwie immer gleich ab. Je mehr Lebensversicherungen man verkauft, desto mehr Geld. Je mehr Leute man anwirbt, die dann auch Versicherungen vermitteln, desto mehr Geld. der Typ aus dem Seminar hatte eine breite Vertriebsstruktur und ein fettes Auto vor dem teuren Seminarraum und nette Schnittchen gab es da auch. Die Jungs selber stellten dann aber fest, dass die einzelne Provision sooo toll gar nicht war und dass es, nachdem die ganze Verwandtschaft versichert war, richtig Arbeit wurde, neue Kunden zu gewinnen. Ich komme auf die schnelle auf mindestens 8 Leute die sich da versucht haben. Keiner von denen hat ein Jahr voll bekommen. Am Anfang waren die sich sicher, dass wir alle, wenn wir da mitmachen, in einem Jahr mindestens einen dicken Benz fahren.

    Ich will am Wochenende nach NL an den Strand und bin schon am Zweifeln. Eigentlich easy, da wir privat und flexibel unterkommen und selber fahren und so maximal unabhängig sind. Ich fürchte aber schon, dass die netten Nachbar uns nicht mehr reinlassen wird, weil wir aus NRW sind, was sich ja gerade zum international anerkannten Seuchenherd entwickelt. Egal, kann es nicht ändern, sondern nur reagieren und mich drauf einstellen. Wenn sie uns nicht reinlassen sind wir max 160 km vergebens rumgefahren. Schlimmer wird es, wenn wir nicht mehr rausgelassen werden....


    In der Landwirtschaft hatten wir das Problem doch schon bei den Spargelbauern in der Rheinebene. Eigentlich eine gute Gelegenheit, mal zu überdenken, was wir so anstellen um alles billig billig zu bekommen. Nur wenn die Großschlachtereien das so nicht mehr machen können, fürchte ich, dass sich an dem Problem nichts ändert, weil dann die Schlachterei ins billigere Ausland wandern wird. Es werden ja jetzt schon Nordseekrabben nach Afrika zum Pulen verschifft, die dann hier wieder verkauft werden. Und wenn die Schweine demnächst lebend erst von Westfalen nach Bulgarien gekarrt werden, um dann als billige Kotelettes wieder in Westfalen im Supermarkt zu landen, hat keiner was gewonnen.


    Ich fürchte, dass das Problem nur der Kunde selbst bearbeiten kann. Man kann Fleisch kaufen, von dem man weiß, wo es herkommt und wie es verarbeitet wurde. Man kann auch Baufirmen beauftragen, die die Arbeit nicht an Billig-Billig-Sub-Sub-Unternehmer delegieren. Beim Spargel weiß ich schon nicht, ob es überhaupt jemanden gibt, der den verkauft und ohne Saisonarbeitskräfte auskommt. Möglich wäre es sicher. Aber dann gibts das Kilo sicher nicht mehr unter 10 €.


    Und der "gemeine Kunde" agiert halt nicht immer vernünftig. Wir hatten die Diskussion hier schon, dass jeder der sich kritisch zu der allgmeinen Einschätzung geäußert hat, an die Wand gedrückt wurde. Einige rennen hier in der Stadt ernsthaft in solchen weißen Overalls um und setzen die Maske nicht mal zum Zähneputzen ab. Aber wenn es dann erlaubt ist, muß man allerdringendst in den nächsten Billigflieger nach Malle steigen.

    Kenne das Problem nur aus Fällen, die zu mir kommen, weil alles zu spät ist.


    Die Margen im Versandhandel sind eng. Man hat die gesamte Branche als Mitbewerber und nicht nur die regionalen Nachbarläden. Wenn ich ne Zündkerze online bestelle, machen wenige Cent die Kaufentscheidung aus. Ob das ein renomierter Laden mit ordentlichem Sortiment um die Ecke ist, oder einer, der aus einer alten Halle im Nirgendwo ausschliesslich 100.000de Zündkerzen und nix anderes verkauft, ist mir dabei egal.

    Dazu kommt das "Problem" der Bewertungen. Mal zwei Tage Verzögerung und die erste schlechte Bewertung steht da. Wirtschaftlich interessant wird es glaube ich oft nur über die Mengen. Und das zu organisieren und zu verwalten wird schnell zum Horrorstress. Dann fangen viele klein an und scheitern, weil zu klein. Das ist noch der wenig schmerzhafte Mißerfolg. Manche wachsen zügig und eigentlich läuft es. Dann wird rund um die Uhr geschuftet und man vergisst, dass man auch noch Steuern zahlen muß. Das Finanzamt bleibt erst mal recht entspannt, der Steuerberater schafft auch Luft mit längeren Fristen. Aber wenn dann die Erklärung (oder noch schlimmer Schätzung) mit ordentlichen Zahlen auf dem Tisch liegt, dann kommt es knüppeldick. Nachzahlung fürs Vorvorjahr. Nachzahlung auf die Vorauszahlung fürs Vorjahr und Nachzahlung auf die Vorauszahlung fürs laufende Jahr. Und zack ist man pleite oder zumindest die Liquidität im Eimer.


    So oder sehr ähnlich schon zig mal gesehen. Uffpasse!!!

    "Zum CP2-Motor mit 689 ccm Hubraum kommt ein Akrapovič Slip-on-Schalldämpfer mit einem satten, tiefen und kernigen Sound, der beim Beschleunigen das Gefühl des hohen Drehmoments verstärkt. Dieser hochwertige, leichte Endtopf ist mit Kohlefaser-Hitzeschilden ausgestattet, die den Gesamteindruck der hohen Qualität noch verstärken. "


    Heisst übersetzt "optisches und akkustisches BlingBling"....

    Probier ich. Hätte gedacht, dass das zu sehr bremst, wenn der Gurt um die Achse geht.


    Jetzt muß ich nur noch dazu kommen, mal wieder ne Tur in Angriff zu nehmen...

    Die Starthilfe hilft mir nicht so richtig. Wenns Moped im Bus ist, wird es ja auch noch mal verzurrt. Mir geht es drum, eine Lösung zu finden, mit der ich das Bike schieben kann, die aber auch nicht aushakt, wenn ich danach noch weiter runter spanne.

    Moin Gemeinde,


    lese hier immer wieder was über das Niederspannen. Gemeint ist die Front des Mopeds niedriger zu machen, damit es in den Trapo z.B. passt.


    Wie macht Ihr das?


    Meine KLX passt knapp durch die recht niedrige Heckluke von meinem alten Feuerwehrtransit. Spiegel und alles was hochsteht über dem Lenker muss vorher ab. Aber auch dann sind die entscheidenden 10 Cm immer irgendwie Gewürge. Schräg verkantet gehts irgendwie, schiebt sich dann bei recht hoher Ladekante und 180 KG Mopedgewicht nicht ganz so gut.


    Hab da schon mal mit Spanngurten rumexperimentiert, finde aber keine ganz glückliche Lösung. Oben hinterm Lenkkopf über den Rahmen geht gut. Aber unten, wo mache ich da den Gurt fest? Mit Haken in die Vertiefung wo unten im Holm der Versteller drin sitzt scheint mir ungünstig, und hakt sich spätestens beim Verzurren im Bus wieder aus. Um die Achse scheint mir auch schlecht, um das Möp dann noch zu schieben.


    Her mit den Ideen!

    Bin mal gespannt, wie das mit der Haftung aussehen soll. Werkverträge macht man doch gerade, um Verantwortung (etwa für Sozialabgaben etc.) outzusourcen (geiles Denglish-Wort oder?) und nicht selber dafür haften zu müssen. "Was kann ich denn dafür, dass der Subunternehmer das und das nicht macht?"

    Wenn man sich mit Kollegen aus dem On- wie Offroadbereich unterhält oder hier liest, dann hätten die meisten doch kein Problem damit, wenn die Mopeds leiser würden. Warum reagiert die Industrie da nicht drauf?


    Wäre doch mal einen Versuch für Akrapovic oder Remus oder wie sie noch alle heissen. Endschalldämpfer anbieten, die die Leistung nicht wesentlich reduzieren, aber den Lärm um z.B. 6 db reduzieren? Ich würde sowas kaufen.


    Ich mag den "Sound" von meiner KLX, ich geh aber auch gerne mal wandern und mein Wochenenddomizil liegt an der Einflugschneise für viele aus Norden in Richtung Eifel / Nürburgring. Da nervt der Lärm einige sehr und teilweise auch mich. Insofern verstehe ich die Anwohner solcher Strecken. Wenn man kein Fan von dieser Musik ist, ist es sicher schwer zu ertragen.

    Perego: Nette Tips, danke!


    Muss da morgen abend wohl wieder hin. Nützt mir aber nix. Muss Dienstag früh da arbeiten. Also Montag Anreise möglichst nicht allzu spät, was spachteln und dann ins Bettchen. Wird daher wohl dasselbe Hotel wieder sein, weil die Rezeption rund um die Uhr haben. Und wenn ich vorher schon mit dem Schachtelwirt irgendo unterwegs anfreund, kann ich auch noch später los.

    "Tja die Pfalz scheint echt eine Insel der Glückseligen zu sein..... "


    Ich war Montag Abend in Landau unterwegs. 20.20 im Hotel eingecheckt, danach was zu Essen suchen. In der ganzen "Innenstadt" gabs um kurz nach halb 9 nix mehr zu mampfen. Insel der Glückseligen? Na dann....


    Am Stadtrand im Industriegebiet gabs beim Schachtelwirt noch was durchs Autofenster. Und ein paar Bier hab ich auch noch bekommen. Nicht in der Stadt, sondern an der Tankstelle.


    Ich kann die Wirte aber teilweise auch verstehen. Pizza und Pasta macht "to go" Sinn. Vieles andere aber nicht. Die Ladenmiete wird sich durch Corona nicht geändert haben. Dafür dürfen nur noch halb so viele Leute rein. Personal braucht man etwas weniger, aber die brauchen pro Gast auch mehr Zeit, weil hinter jedem mit dem Desinfektionsspender hergelaufen wird. Der Wirt lebt von dem, was am Ende des Abends überbleibt. Und das ist sicher bei vielen zu den derzeitigen Bedingungen so wenig, dass man lieber direkt zu Hause bleibt.

    Naja, von einer Diktatur sind wir denke ich noch weit weg.


    Vielleicht weniger schwarz <-> weiß und dafür mehr Hintergrund?


    Wenn man die statistischen Zahlen liest (den anerkanntermassen in den meisten Fällen ein ausreichender statistischer Background fehlt) hat man in Deutschland jedenfalls bisher nicht soooo viel falsch gemacht. Zumindest sind bei uns vergleichsweise bisher eher wenige Menschen gestorben. Dass man in so einer "neuen Krisensituation ohne Erfahrungswerte" viele Entscheidungen mit heisser Nadel strickt und manches auch rückblickend sich als Unfug rausstellt, bleibt nicht aus.


    Was mich aber auch - vorsichtig gesagt - anstrengt, ist, wie derzeit mit kritischen Stimmen umgegangen wird, die durchaus auch durchdacht sind. Wenn man sich die zahllosen Artikel kritisch anschaut, mit denen vor Wochen Herr Wodarg "widerlegt" wurde, fand ich auffällig, wie wenig man sich bei dem Widerlegen mit den Aussagen des Herrn beschäftigt hat. Mit Widerlegen hatte das in weiten Bereichen nichts zu tun, das war schlicht "mundtot machen." Mir fehlt die Qualifikation, zu entscheiden, welcher Medizinier denn nun Recht hat. Ich kann aber erkennen, wenn Aussagen "widerlegt" werden, die gar nicht gemacht wurden.


    Ich bin der erste, der sich (schon von Berufs wegen) gerne damit rühmt, schmerzfrei für Freiheitsrechte einzutreten. Aber ich muss mich auch nicht anpissen, wenn ich die 20 Minuten am Tag, die ich in Läden verbringe, ne Maske trage.


    Ich weiß auch nicht, ob die "chinesische Methode" wirklich besser ist, allein schon weil ich deren Informationspolitik nichts glaube.


    Ich (Ü-50, Bluthochdruck, Übergewicht, Raucher) möchte nicht an Corona sterben. Ich möchte aber noch weniger in China leben.


    Wenn hier mal jemand anderer Meinung ist, als man selbst, sollte man sich damit inhaltlich sachlich auseinandersetzen - oder es lassen. Hier in Deutschland sterben täglich 2.500 Leute - auch ohne Corona. Dass es nicht deutlich mehr geworden sind, ist erstmal gut. Dass es in Krankenhäusern Kurzarbeit gibt, dass die DAK neulich 25% weniger Herzinfarkte als im Vorjahr gemeldet hat und vieles andere ist aber bedenkenswert. Und ich fürchte, das sind Nachrichten, die nicht unbedingt nur gut sind. Im Vergleich zu der Situation in anderen Ländern sind das aber wohl "Feinheiten" an denen man arbeiten muß und vermutlich auch wird.


    Was mich derzeit nervt, ist blinder Aktionismus ohne Verstand und diese "Schwarz-Weiß-Malerei" in den Diskussionen. Nicht jeder, der kritisch über Statistik, Medizin, Freiheitsrechte oder sonstwas nachdenkt, ist ein Irrer mit Aluhut. Demokratie ist auch Verantwortung eines jeden, sich eine Meinung zu bilden und sich zu informieren, bevor man was entscheidet.