610er Profi Mitglied
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Beiträge von 610er

    Solar hat auf Freiflächen nach meiner Meinung nichts verloren. Erst wenn wir alle Dächer voll haben und von mir aus auch die Straßen und Fußgängerzonen damit überdacht sind sollten wir so etwas zulassen. Es gibt noch haufenweise Flächen wo das besser möglich ist. Natürlich ist so was auf der grünen Wiese günstiger umzusetzen wie auf den Dächern. Aber da die Flächen nun mal begrenzt sind hat das in der Natur nichts zu suchen, wir haben genug Flächen die bebaut sind.

    Seh ich auch so - die ganzen leeren Dächer könnten alle Energie liefern. Es ging nur um den Vergleich mit einer Biogasanlage. Die ist halt total ineffizient im Vergleich. Hausbesitzer scheinen halt nach wie vor zurückhaltend zu sein, während der eine oder andere Landbesitzer dann doch lieber Fotovoltaik drauf stellt als die paar Kröten Pacht einzunehmen.

    Biogas ist halt eine Sackgasse, Mit viel Aufwand, Acker x-fach befahren (Diesel), Kunstdünger (braucht viel Erdgas), Pflanzenschutz, Ernten, Biogasanlage braucht vielPlatz, dann verbrennen des Erdgases in einem Kolbenmotor (cool 8) ) und mit etwas Glück die Abwärme nutzen (Nahwärmenetz, Holz trocknen). Auf einem Bruchteil der Fläche kann mit Fotovoltaik gleich viel Strom erzeugt werden. Auf der übrigen Flächen können Nahrungs- oder Futtermittel wachsen. Sieht halt in der Landschaft Scheixxe aus. Und neuere Anlagen auf Stelzen lassen sogar darunter noch Landwirtschaft zu. Sehen aber noch übler aus.


    Strom direkt zu nutzen macht natürlich immer am meisten Sinn. Der Vorteil von Strom wäre eben, dass die Anlage dort gebaut werden kann, wo ein Gasnetz ist, dann spart man sich das Transportproblem, diese Anlage z.B. soll in Dresden stehen:

    http://www.helmeth.eu/index.php/technologies/integrated-p2g-processhist

    Wenn Dein Nachbar dafür seinem Stromprovider kündigt und nur deinen Strom nimmt würde es sicher gehen. Aber Du müsstest Deinem Nachbar Strom zu jeder Zeit garantieren. Wollt Ihr das wirklich?

    Muss ich nur, wenn mich der Gestzgeber dazu verpflichtet, das ist auch nichts anderes wie Mieterstrom oder Eigenverbrauch. Im Augenblick verkaufe ich den Strom an den Netzbetreiber und kaufe meinen Strom bei einem "Provider" das sind zwei völlig unterschiedliche Firmen und wenn ein Vermieter seinen Solarstrom an seine Mieter verkauft braucht er trotzdem noch Strom aus dem Netz, was aber wirklich keine komplizierte Sache ist. Andere Länder machen es vor. Genauso würde ein "Nachbarstrom" funktionieren. Wenn man die rechtlichen Rahmenbedingungen schafft, kann das morgen umgesetzt werden.


    Es gibt halt zwei Ansätze:

    Jede kWh zählt. Dann findet man Wege sie nicht zu verschwenden und zwar am Besten und Einfachsten dort wo sie produziert wird.


    Oder man lässt es bei den drei obersten deutschen Verwaltungsgrundsätzen:

    1. Das haben wir noch nie so gemacht

    2. Das haben wir schon immer so gemacht

    3. Da könnte ja jeder kommen

    X/

    Das ist keine Behauptung von mir, sondern tausendfach nachgewiesen, nur nicht jedem wurde es erklärt, weil bisher unnötig.

    Da aber sich immer mehr daran reiben, wäre es wohl sinnvoll auch breiter zu erklären, außerhalb der Fachwelt.

    Unbenommen kann man natürlich immer auch einfach behaupten, dass sich die Kraftwerke nicht so schnell regeln lassen, um so mehr zu verdienen.

    Das ist genau der Punkt, wenn ich Sätze lese wie; "Ist tausendfach bewiesen" dann muss da schon noch was hinterher kommen. Ein ähnlicher Satz ist: "Es ist billiger Strom nicht zu produzieren als zu verbrauchen". Das erinnert mich an die Windkraftgegner: "Das rentiert sich doch gar nicht." Warum lässt man das nicht denjenigen entscheiden, der sie baut. Die meisten Menschen sind keine Vollidioten und zum Kalkulieren einer Investition reichen die vier Grundrechenarten. Stand heute "rechnet" sich nicht eine einzige Power2Gas Großanlage. Soviel ich weiß ist noch nicht einmal eine Pilotanlage im Produktionsbetrieb und diejenigen die gebaut werden benötigen zwar tatsächlich die genannten Milliarden aber aus EU-Geldern. Die ganzen Detailfragen lassen sich im Kleinen viel einfacher und schneller lösen und potenzielle Betreiber hätten aufgrund ihrer schlichten Zahl viel schneller ein zählbares Ergebnis als die Konzerne im Bett mit der Bürokratie. Natürlich würden Einzelne scheitern aber aus deren Fehler könnte man viel schneller lernen. Ich bleibe bei meiner These: Eine der Ursachen für die Unbeweglichkeit unserer Energieversorgung (und dadurch auch der jetzigen Misere) ist die Konzentration auf zentralistische Strukturen.


    Wenn man all den Kleinerzeugern freie Hand liese, hätten sie in Nullkommanix rausgefunden, was man Sinnvolles mit dem "übrigen" Strom anfangen könnte. In erster Linie sicher nicht Power2Gas. Im Augenblick funzt in D weder Mieterstrom noch Strom an den Nachbarn. So nach und nach, Trippelschritt für Trippelschritt wird jetzt gemacht, was man schon vor 20 Jahren hätte machen können.

    Solche Power2x Anlagen kosten etliche Milliarden pro Stück.

    Könnte es sein, dass hier der grundlegende Denkfehler liegt. Die Fixierung auf Großprojekte und zentralistischen Strukturen ist doch eine der Ursachen für unsere probleme. Schon beim Thema Blockheizkraftwerke, die uns die letzten Jahrzehnte Milliarden an Kosten gespart und viel CO2 eingespart hätten wurde gebremst. Je dezentraler das Ganze organisiert wird, desto weniger störanfällig und desto weniger abhängig von der politischen Großwetterlage.

    Das muss man tatsächlich im Detail rechnen - so ganz unbeleckt bin ich aber auch nicht, da ich Vorstand einer Genossenschaft bin, die soeben 4,5 Mio € in eine Anlage zur Energieversorgung investiert hat - Du kannst natürlich durchaus argumentieren, dass es noch nicht klar ist, ob die Sache aufgrund mangelnder Rechenkenntnisse komplett an die Wand fährt =O   X/ ;(


    Die Investion kostet ja überall auf der Welt Geld, und klar in D mehr, weil zig Ingenieure abgreifen. Planer, Statiker, Prüfstatiker, Kampfmittelfreiheit, Bodenuntersuchung, Schallschutzgutachten, Verfahren nach BimSchG etc. etc. Da kommen schnell mehrere 100k€ zusammen, die in der Wüste Marokkos in der Höhe vermutlich nicht anfallen.


    Aber man muss bei der Rechnung den Gesamtwirkungsgrad sehen. Die Wasserstoffwirtschaft wird immense Investitionen und viele Rückschläge einstecken müssen, weil H2 nun mal echt schwierig zu handhaben ist: https://www.golem.de/news/arte…rschoben-2209-168068.html

    Der Elektrolyseprozess ist zwar inzwischen sehr effizient, dann kommen aber viele Verluste mit Kühlung, Kompression, Transport. Es ist eben kein Erdgas, bei dem die Infrastruktur schon da ist und eben auch viel Erfahrung. Daher viel sinnvoller aus H2 erst noch Methan als Erdgas zu machen. Auch wenn das nochmals Energie kostet.


    Der Transport der Energie zum Abnehmer ist der entscheidende Punkt, der gelöst werden muss. Das sieht man leicht an den ganzen Biogasern, die händeringend sinnvolle Anwendungen für ihre Energie suchen. Der Bauernhof ist nun mal meist nicht neben der Gasleitung oder einem Fernwärmenetz, also verfeuert der Bauer das Gas in seinem V8, wobei ein Haufen Energie verloren geht. Wir brauchen intelligente dezentrale Lösungen um die Energie, die wir sowieso erzeugen auch zu nutzen. Logisch werden wir immer auch Energie importieren müssen.

    Dürre und Flut machen weder PV noch Wind rentabler hierzulande.

    Mit kostenlosem Strom, sprich Strom der sonst gar nicht produziert würde, weil man die Windräder und Solarpeneele abschalten musste kann man immer etwas sinnvolles anfangen. Wie z.B. einen Energieträger produzieren. Es muss nur regelmäßig genug "Überschusstrom" da sein. Deshalb muss mindestens so viel ausgebaut werden, dass an den meisten Tagen 100% des Strombedarfs durch sie gedeckt wird. Und davon sind wir weit entfernt.

    Naja, wenn das so schlimm wäre, dann würde in 2/3 der Käffer in Ba-Wü und Bayern permanent der Strom ausfallen, denn dort ist alles voll mit Fotovoltaik. Kann man sehr schön in Gugl-Örth sehen. Im Übrigen kann jeder unbegrenzt einpeisen, bis auf die Neueren großen Anlagen, die vom Netzbetreiber abgeschaltet werden können. Und natürlich braucht man eine Strategie für die vielgefürchtete Dunkelflaute, dazu gehören eben auch Windräder.


    Und das mit dem gewinnstrebenden Solardachbesitzer ist halt auch nur für ein paar fette Jahre als die Anlagen günstig und die Vergütung (zu) hoch war, so um 2010 - 2012 danach hat der Altmaier die Vergütungen so runtergefahren, dass es sich quasi gar nicht mehr gelohnt hat. Deshalb sieht man in den Neubaugebieten kaum Fotovoltaik. "Gewinn" machen übrigens vor allem Die Kraftwerksbetreiber und das seit Jahrzehnten und auch ziemlich fett, vor allem die Atom-Fuzzis, weil der Staat, blöd wie er ist, die Müllentsorgung zahlt. Da lässt es sich gut Kraftwerken.


    Solar ist nicht alleinseligmachend, aber die Sonne scheint nun mal kostenlos, die meisten anderen Kraftwerksarten brauchen irgendwas zum verfeuern und seien es nur Brennstäbe ;)

    Es wurde halt in den vergangenen 20 Jahren viel getan um die billige Energie vom Dach klein zu halten. Als plötzlich jeder Landwirt und Häulebesitzer merkte, dass man damit ein wenig Geld verdienen kann wurden die Einspeisevergütungen radikal gekürzt. Die Bürokratie war und ist groß, so dass veiel kleinere Anlagen nicht gebaut wurden: Anmeldung beim Netzbetreiber, vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung, Einnahmeüberschussrechnung am Jahresende, volle Versteuerung. Ich weiß Politik ist schwierig hier aber man sollte sich angesichts der Stromrechnung die Zusammenhänge ansehen, um zu verstehen, wer wirklich für die hohen Strompreise verantwortlich ist. Es ist für Politiker nicht einfach, die Lobby der großen Anbieter hat die Konkurrenz der hundertausenden von Kleinerzeuger gefürchtet. Leider sind Stromkonzerne mit Stadtwerken verwoben und dadurch auch mit Städten und Gemeinden, die mit den Gewinnen ihre Haushalte aufpeppen, so kam und kommt der Druck von allen Seiten, bis hinunter auf die unterste Ebene. Gegen Mieterstrom hat der Mieterbund gewettert, weil anscheinend alle Vermieter nur ihre Mieter abzocken wollen. Strm an den Nachbarn verkaufen ging auch nicht etc. etc.


    Es gibt aber Lichtblicke:

    Für Volleinspeiser gibts künftig wieder 13,XX cent pro kWh

    Das Schweizer Modell, dass Mieter den Strom vom Vermieter kaufen MÜSSEN, sofern er billiger ist als ausm Netz "soll" kommen

    Man kann kleine Anlagen (ich meine bis 10 kW-peak) ganz steuerfrei betreiben

    ...


    Leider gib's grad kaum Wechselrichter

    es soll schon welche geben mit 7 zu 1, aber eben, ganz entscheidende erkannt, die Physik wird keiner überlisten. deswegen, erst alles an dachflächen mit platten zu ballern, egal wo ihr wohnt. und wie lang der winter ist. Pufferspeicher installieren. und dann kommen wir schon recht weit.

    7:1 ist völlig unrealistisch. Rein von der Physik her wären bei typischen Temperaturunterschieden in unseren Breiten gute 6 möglich aber dann dürfte es keinerlei Reibungs und sonstige Verluste geben. Am Ende zählt nur die Jahrsarbeitszahl, also was übers Jahr im Schnitt aus einer kWh Strom rauszuholen ist. Manche behaupten sie kommen fast auf 4 aber dann ist das keine kalte Gegend. Ich will keinesfalls der Ölheizung das Wort reden aber im schlecht oder wenig gedämmten Altbau sind Wärmepumpen nicht das gelbe vom Ei. Im Neubau ist das ohnehin Standard - zumindest bei mir in der Gegend. Für kalte Tage einen Holzofen dazu und Du hast es sehr gemütlich.


    Wir setzen auf ein Wärmenetz mit 100 Anschlüssen und einer Holzhackschnitzel-Heizzentrale, damit können viele Altbauten ölfrei werden. Viel Aufwand, viel Arbeit, heute war Spatenstich.

    Das ist eben der entscheidende Punkt bei der Wärmepumpe. Viele Hersteller werben damit, dass sie auch hohe "Vorlauf-" sprich Heizwassertemperaturen können. Nicht wenige Häusleeigner schaffen aber auch trotz guter Papierform nur eine schlechte Arbeitszahl. Entscheidend ist eben dieser "Hebel" der aus einer kWh mehrere macht. Man muss kein Physiker sein, um zu verstehen, dass dies besser funzt, wenn Vorlauf- und Außenluftemperatur nicht allzuweit auseinander liegen. Wenn's dumm läuft heizt man praktisch 1:1 mit Strom, was auch nicht gerade billig ist.


    Stand heute kostet z.B. bei uns in der Gegend das Heizöl 1,60€ / Liter das sind aber 10 kWh Energie - was kosten 10 kWh Strom? Man sollte den "Hebel" also gut im Auge haben, wennman sparen will.

    Touché ^^ . Das ist der Vorteil vom" Leben auf dem Land" im dünnbesiedelsten Teil Deutschlands.

    Land ja, dünnbesiedelt leider nicht aber ich könnte mir ja was im diagonal entgegengesetzten Teil von D suchen, da wärs auch besser Endurofahren. Der "Rechtsstaat" dient im übrigen nicht dazu eine "gerechte" Strafe auszusprechen, sondern den Bürger vor staatlicher Willkür zu bewahren. Der Rechsstaat funzt in D relativ gut, weil man sich als Enzelner gegen die Mehrheut vertreten durch den Staat wehren kann. D.h. nicht, dass diese Entscheidung dann immer richtig oder gar gerecht ausfällt aber man hat wenigstens das Recht, dass sie überprüft wird.


    Ob unsere Strafjustiz zu milde, zu täterverliebt, zu wenig Verständnis für die Opfer hat, ist eine Problem innerhalb der Justiz und nicht des Rechtsstaates. Meine persönliche Erfahrung als "Täter" jedenfalls war die volle Härte der Justiz X/ :saint:


    Natürlich ist "Der Staat" immer irgendwie Mist, die Frage ist doch, ob er woanders nicht noch deutlich mistiger ist.

    Ich sch…… auf meinen Pass. Das ist nur ein wertloses Stück Papier.

    By the way bereue ich zutiefst meinen damaligen Pass gegen einen deutschen eingetauscht zu haben. Ich war einmal stolz ein Bürger Deutschlands zu sein. Heute schäme ich mich fast dafür.

    Da ich anders als Du nichts aktiv dazu beigetragen habe, den deutschen Pass zu haben, hab ich's leichter eine emotionslose Verbindung dazu zu haben. Zumindest im "Ranking" was die Visafreiheit anbelangt ist er nicht der allerschlechteste ;)

    Global Passport Power Rank 2022 | Passport Index 2022
    Explore the interactive global ranking of the world's passports in real-time. Which passport is ranked 1st? Which is last? Find out on Passport Index!
    www.passportindex.org


    Ich bleibe dabei, Deutschland ist "eines der geilsten Länder wo gibs", sonst wöllte nicht jeder und sein Vetter hierher :P . Kommt halt auch immer drauf an, welches Leben man zu führen wünscht. Veränderung ist zu 99% immer unerwünscht. Die findet leider woanders auch permanent statt. Man könnte zwar meinen, dass D inzwischen zu Woke-istan geworden ist aber am Ende wird sich auch diese Ami-Mode totlaufen. Und hoffentlcih sind wir intelligenter als diese und sehen die Welt nicht nur schwarz/weiß. :thumb:

    Anfangs abe ich das nicht verstanden und HH ihn belächelt, aber ich glaube er hat hellseherischen Fähigkeiten...und Hut 🛖 ab.

    Er sagte mir immer ,dasei seine Rente noch was Wert...

    Mit deutschem Geld im einem Land leben, wo man billiger lebt, zudem weniger heizen muss. Immer eine gute Idee. Mir schwebt aber irgendwie nicht Pannonien vor. Zuwenig Berge, zuwenig Meer. Andererseits geht keiner zum Geld verdienen da hin. Weiß keiner, wie man an Aufträge kommt, wenn man keinen kennt, der einen kennt, der den Victor kennt. ;)