Obsolet Mitglied
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Beiträge von Obsolet

    Schreiben nur damit sich jemand anderes darüber ärgert? Das ist strange....

    Eine letzte Bemerkung dazu weil da wer meint mich zu kennen:

    Ich habe das nicht geschrieben, um andere zu ärgern. Was hätte ich auch davon.

    Die These wurde von mir formuliert in der Erwartung, dass die Antithese sicher nicht ausbleibt. Für die emotionale Färbung, wie diese jetzt vorgetragen wird, kann ich nichts.

    Mein Beitrag war ein Resumee zu vergangenen Zeiten, zu dem ich natürlich stehe.

    Und Kritik werde ich aushalten.

    Ich habe das ganz bewusst aus der Sicht der Solisten geschrieben und Reaktion darauf aus dem Lager der Sidehacks erwartet.


    Wie ich sehe hat es funktioniert und die emotionale Resonanz, ob sich jemand darüber freut oder eine andere Sicht der Dinge pflegt wird den Thread beleben.


    Dass Seitenwagenfahrer das anders sehen dürfte jedem klar sein.


    Aus Solistensicht war es wie beschrieben und sollte ich gar Ärger auslösen so sei es

    Ah, die Endstufe der Evolution eines Gartenstuhls hin zum Ackerfahrgerät, oder doch das lange verschollene Darwinsche Missing Link?

    Erinnert mich an früher, als solche Okolyten auf den Sonderprüfungen rumstolperten und uns Solisten eigentlich immer irgendwie im Weg waren.

    Wurden dann jedes Rennwochenende denen ihre CZ Motorräder geklaut, damit sie KTM fahren durften ?

    Sonst wären sie doch beim nächsten Rennen wieder mit CZ unterwegs gewesen, oder?


    Cool gemacht . :thumb: ;)

    Ich weiß jetzt nicht ob die Bemerkung ernst gemeint ist, aber ich sehe den Punkt gekommen, wo es dann auch gut sein sollte:


    Also, die Russen haben die ihnen für die Rennen geliehenen Motorräder niemals mit nach Hause genommen, weil sie das gar nicht durften!


    Die Motorräder blieben hier, sie gehörten dem KTM-Werk, wurden dort von Stuhlbergers Truppe gerichtet und zu den Grand Prixs gebracht. Die einzigen Auftritte drüben waren die wenigen FIM-Prädikatsrennen hinter dem eisernen Vorhang, zu denen die Motorräder aber von der gleichen Truppe und im KTM-Laster über die Grenze gebracht wurden, so wie das auch im Westen geschah.


    Ich merke grad mein Alter, aber den Jüngeren sei gesagt, es gab keinerlei freien Warenverkehr und eine Motocross-KTM kam aus dem EFTA-Land Österreich ohne Carnet der Industrie-und Handelskammer noch nicht mal über die Deutsche Grenze in die Bundesrepublik.


    Es gab für die Russen auch überhaupt keinen Grund, mit West-Motorrädern zu Hause aufzutauchen und ungewollte Aufmerksamkeit, Neugier, Neid oder staatliche Missgunst zu erregen. Auch seitens KTM bestand hieran keinerlei Interesse. Die Russen sollten mit den KTM die Weltmeisterschaft bestreiten, womit man nur im Westen werben konnte. Russland war kein Exportmarkt für Westprodukte und somit im wahrsten Sinn des Wortes Niemandsland.


    Das einzige Mal, von dem ich weiß, dass etwas über die Grenze ging war 1974, als Moiseev mit dem für seinen ersten WM-Titel geschenkten Daimler nach Hause fuhr, Geld durfte er ja nicht erhalten.

    Das war ein fataler Fehler mit erheblichen Folgen, denn er hatte deshalb nicht nur ein Devisenvergehen am Hals sondern auch die mißtrauischen Politruks aufgeweckt, die der unerwünschten Laison Ende der Saison 1978 ein russisches Ende bereiteten.


    Cut.

    Und ich hatte bisher geglaubt, die Russen waren an den Devisen interessiert. Hier stellst du aber dar, dass KTM viel eher am Werbeeffekt interessiert war.

    In den 70er Jahren vollzog sich durch den Einstieg der Japaner in den Motocross-Sport ein gewaltiger Umbruch und durch die Mittel die als erstes Suzuki, Yamaha und Kawasaki hineinpumpten (Honda kam später erst dazu) blieb den etablierten europäischen Platzhirschen schnell die Luft weg.

    So verloren sie auch ihre Spitzenpiloten einen nach dem anderen an die japanischen Werke.

    Da kam der hoffnungsvolle Kleinhersteller KTM als Neuling nicht mit.

    Dazu muss man wissen, dass deren initialer Einstieg in das Offroadgeschäft mit den Mitteln von Jack Penton erfolgte, der bei den Mattighofenern die Entwicklung eines Boondockers in Auftrag gab und damit die Urzelle der erfolgreichen KTM-Offroadreihe komplett mit seinen US-Dollars finanzieren musste, die Österreicher hatten schlicht nicht das notwendige Geld dafür.

    Dass Jack Penton mit seinem Ansinnen bei KTM landete ist wieder eine Geschichte für sich, denn er war vorher bei Zündapp abgeblitzt, die ihn von oben herab auf der IFMA mit seiner Anfrage uninteressiert stehen ließen. So ging er eben ein paar Stände weiter zu KTM, die sehr interessiert waren und seinen Auftrag gerne annahmen. Das verleitet natürlich schon zur Bemerkung, was ist denn wenn man KTM heute sieht aus Zündapp geworden?

    Doch zurück zum Thema: KTM war also klamm und nicht in der Lage, auf dem freien Markt einen der teuren Spitzenpiloten zu verpflichten, die scharenweise zu den Japanern wechselten. Jonsson, Wolsink, S. Geboers, Decoster, Robert, Aberg, Mikkola usw., die Liste der Anfang der 70er Jahre fahnenflüchtigen Europäer in japanischen Diensten liesse sich endlos fortsetzen.

    So wurde eben im Innviertel zur Lösung des Dilemmas heimlich die Idee des Deals mit den Russen geboren, denn deren gute Fahrer waren alle mindestens vergleichbar schnell, aber aus politischen Gründen nicht auf dem freien Markt, weil sie als Staatsamateure keinerlei Freiheiten hatten und nur die Motorräder des sozialistischen Bruders fahren durften.

    Als ihnen diese dann in Markelo abhanden kamen, war das KTM-Problem mit einem Schlag gelöst: Jetzt gab es russische Spitzenfahrer für ganz wenig bis gar kein Geld!

    Also dann möchte ich den Schleier über den Vorgängen lüften, denn der Siegi Stuhlberger, er ist jetzt 85 Jahre alt, hat sich letztes Jahr dazu geäußert.


    Wer ist Siegi Stuhlberger: Ein KTM-Urgestein und auf wundersame Weise bei der geschilderten Aktion damals hilfreich vor Ort, er war anschließend der von KTM beauftragte Mechaniker für Gennady Moiseev.


    Der Akt in zwei Zügen fand im Mai 1972 beim Holländischen GP in Markelo statt, wo das auf CZ-Werksmotorrädern startende russische Team (Gennady Moiseev, Vladimir Kavinov, Pavel Rulev) bei einer geheimen Besprechung zusammen mit ihrem Delegationsleiter vom KTM-Rennleiter zum Markenwechsel überredet wurde. Da dies aber niemals auf ordentlichem Wege in Gestalt einer Vereinbarung mit dem Klassenfeind möglich gewesen wäre, ging das dann so:


    Die Russen stellten Samstag abends, nachdem sie mit ihren CZ-Motorrädern am Training zum GP teilgenommen hatten, den Anhänger mit den Motorrädern auf den Parkplatz ihres Hotels in Markelo.

    Am nächsten Morgen war der Anhänger weg und mit ihm ihre Motorräder. Die Russen waren also durch einen dreisten Diebstahl ihrer Teilnahmemöglichkeit am GP der Niederlande beraubt.


    In dieser anscheinend hoffnungslosen Situation trat jetzt passend wie deus ex machina der KTM-Rennleiter auf und bot den "armen" Russen für die Teilnahme am GP großherzig KTM-Motorräder an, die zufällig samt Siegi Stuhlberger bereits vor Ort waren. Vor Annahme des hochwillkommenen Angebots sicherte sich der sowjetische Delegationsleiter noch rasch telefonisch in Moskau ab und nachdem von dort keine Einwände kamen fuhren Moiseev, Kavinov und Rulev Sonntags den Holländischen Grand Prix mit diesen KTM-Motorrädern, die beiden Erstgenannten sogar erfolgreich in den WM-Punkten, Moiseev wurde im zweiten Lauf sogar Zweiter. Mission accomplished!


    Die Suche nach dem als gestohlen gemeldeten Anhänger führte schnell zum Erfolg, er wurde am selben Tag noch in der Nähe von Markelo gefunden, allerdings leer (!).

    Bei Benachrichtigung der mutmaßlich Bestohlenen über den Fund des Anhängers vier Tage später auf dem Vatertag-Rennen jenseits der Grenze in Kleve/D bemerkte ein aufmerksamer Holländer an Hand der Fahrgestellnummer, dass eine der als gestohlen gemeldeten CZ-Maschinen dort im Team-Transporter stand. Zur Befragung durch die eingeschaltete Polizei stand das Team leider nicht mehr zur Verfügung, es war mit Zielrichtung Russland hinter den eisernen Vorhang abgereist.


    Bis letztes Jahr wurde darüber gemunkelt und um etwas behaupten zu können fehlten die Beweise. Nachdem jetzt aber ein Eingeweihter die Katze aus dem Sack gelassen hat konnte ich dies jetzt zusammenfassen.

    Es wurde auch der Name des verantwortlichen KTM-Rennleiters genannt, den ich jetzt, auch wenn er inzwischen gestorben ist, nicht auch noch nennen will, da dies zum Verständnis dieser längst vergangenen Geschichte nichts zusätzlich Erhellendes beiträgt. Wer den Namen wirklich wissen will bekommt ihn, wenn er ihn nicht jetzt schon ahnt, leicht über eine Suchmaschine heraus.


    Resümee: Soweit ich weiß hatten die Ereignisse letzten Endes keine wirklichen Konsequenzen, wenn man so will fanden sie ja zwei Jahre später im GP-Finale in Wohlen ihre Fortsetzung.

    Nur für den sowjetischen Delegationsleiter hatte seine Einwilligung in den Deal mit KTM unangenehme persönliche Folgen, er verlor seine Stellung samt Parteimitgliedschaft.

    Der Deal der russischen Fahrer mit KTM war sehr speziell und begann mit dem fingierten Raub ihrer CZ-Maschinen vor dem Holländischen GP 1974. Wenn es interessiert erzähle ich noch wie es dazu kam.

    74 gabs aber noch keine 190er Mercedes . Eher den Strichacht . Oder meintest du was anderes ? Auf alle Fälle interessantes Detail welches ich auch noch nicht kannte .

    Doch sie hatten zwei 190er Daimler mit russischen Kennzeichen und sind damit hier herumkariolt. Wir haben uns darüber lustig gemacht, weil derselbe Mercedes-Typ auch bei der RAF sehr beliebt war (wer sich noch erinnert: vulgo Terroristen-Daimler).

    Hinten quer auf der Anhängerkupplung fuhren sie manchmal Trainingsmotorräder spazieren, die Wettbewerbsmaschinen für die WM-Läufe kamen mit dem KTM-Laster.

    Sonst hatten sie nix dabei, standen mit ihren Daimlern in denen sie auch wohnten mit Handtüchern vor den Fenstern neben dem KTM-Laster im Fahrerlager.

    Nachdem das Überhand nahm und völlig aus dem Ruder lief wurde der Moiseev, inzwischen dreimaliger Weltmeister auf KTM, 1978 von der russischen Federation zur Beendigung des Deals und zum Wechsel auf CZ-Maschinen gezwungen.

    Dass russische Fahrer auf Motorrädern des Klassenfeindes WM-Titel einfahren und damit die Leistungen des Sowjetsozialismus schädigen und öffentlich brüskieren lief den Interessen der UdSSR von Anfang an zuwider.

    Deshalb wurde dem von Moskau ein Ende gesetzt und Moiseev fuhr zwangsweise ab 1978 wieder (lustlos) CZ. Außerdem wurde ihm in Russland noch ein Devisenvergehen angehängt, da ging es u. a. auch um seinen Daimler, den er ohne Importgenehmigung plötzlich als persönliches Eigentum besaß.

    Stop jetzt: KTM wollte mit den Russen Weltmeister werden, nicht Russland!

    Und so war der Deal auch, Russland hatte daran keinerlei Interesse.

    Die Russen hätten noch nicht mal zu den WM-Orten reisen können wenn sie nicht dafür von KTM 190er Mercedes bekommen hätten, die anschließend in ihren privaten Besitz übergingen

    Und es war deshalb vor allem kein politisches Problem, denn dann hätten die Russen CZ fahren müssen.

    Der Deal diente ausschliesslich KTM, denn der Moiseev konnte als Russe auf dem kapitalistischen Westmotorrad für Russland keine Werbung machen!

    Ja meine Rede: Früher war manches besser. Und dass Jaroslav Falta der wahre 250ccm Weltmeister von 1974 ist gilt für mich als eine Mahnung, gerade in der heutigen Zeit.

    Der Gennady Moiseev ist ja inzwischen gestorben, aber wie steht eigentlich KTM heute dazu. Sollten sie denken, dass über ihre Russenoffensive in Wohlen Gras gewachsen und die Vorkommnisse vergessen sind, so irren sie sich gewaltig.

    Der Viktor Popenko, der Falta in Wohlen vom Motorrad fuhr, war eigentlich ein Fahrer der 500er Klasse und tauchte nur in Wohlen bei den 250ern auf . Er bekam dafür gemeinsam mit einem weiteren 500ccm Russen, Evgeny Rybalchenko, von KTM ein 250er Motorrad, um den WM-Sieg von Falta mit russischen Methoden zu verhindern.

    Ja der Fritz und sein Alwin, das war ein ganz besonderes Team. Der Fritz trug die Gesamtverantwortung bei den Einsätzen und der Alwin managte die Materialwirtschaft.

    Mit dem Alwin musste man sich gut stellen, dann ging auch der Fundus des fahrenden Maico-Ersatzteilstützpunkts mit den guten Sachen auf. Der Fritz war viel zu gutmütig, der wollte immer allen helfen.

    Die Sphinx war der Alwin. Er allein wusste, ob das benötigte Teil in den Tiefen des Hanomag dabei war und entschied somit auch mehr oder weniger souverän, ob der Bittsteller selbiges erhielt.

    Für manche im Fahrerlager war das wie weiland beim Orakel von Delphi, nur halt eben im 21. Jahrhundert.

    Was der Alwin jetzt wohl macht, ich hab ihn nach dem Maico-Ende ab dem anschließenden Huqvarna-Intermezzo nicht mehr gesehen.

    Wie kann man denn ein Maico-Hemd verlieren, das man vom Maico-Fritz persönlich verliehen bekommen hat.

    Das alleine hat doch auf der Sonderprüfung gefühlte 5 PS freigesetzt, mindestens!

    Hatten wir dieses Video schon? EM Lauf 1979 Eschwege


    https://www.youtube.com/watch?v=QBbrn6ICk-o

    Der blaue Zipfelmützenmann ist der Fritz Nödinger von Maico, daneben das Herrgöttle von Biberach aka Walter Angele und rechts mit dem unverwechselbaren Jägerhut steht der Magura Wolf.

    Wenn ich das Bild so betrachte und weiß, daß leider alle drei gestorben sind, dann denke ich auch daran, dass mit ihnen und vielen anderen auch die große Zeit des Deutschen Geländesports ihr Ende fand und komme damit zu einem sehr persönlichen Resumee: Früher war doch alles besser!

    Tut mir leid für alle, die das nicht miterleben konnten. Sorry

    Zwischen dem Bernhard Kolb und dem Rolf Musch steht der Horst Molle aus Augsburg (7) und zwischen dem Scheuenstuhl (10) und dem Willi Steurer (11) steht der Rainer Herbertz aus Porz

    Mir hat mal ein Maicofahrer auf die Frage warum da immer Schlitzschrauben am Gehäuse sind eben diesen Vorteil genannt.

    Einmal durchfahren und der Dreck ist draussen was bei Ibus nicht geht .

    Und für M6er Gehäuseschrauben ist es auch garnicht schlecht wenn nicht jeder Grobmotoriker die mit 120 Nm anziehen kann ;)

    Ja genau so war und ist es. Z. B. wurden bei den KTM seligen Angedenkens um damit DM und EM zu fahren alle Innensechskantschrauben maicomäßig gegen Schlitzschrauben ausgetauscht