JanWu Profi Mitglied
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Beiträge von JanWu

    ...ich warte auf den Tag das es in Deutschland ein Gesetz gibt, dass es Online Händlern auf Androhung von Strafe verbietet, Sachen zu verkaufen, die sie nicht lagernd haben..Dann sind 90% aller "Onlineshops" auf Eis gelegt und die ehrlichen Händler sind die Nutzniesser...



    Du definierst Seriösität über den Lagerbestand? Tolle Wurst...es ist überhaupt nicht möglich, ALLES auf Lager zu haben - oder man hat halt ein extrem begrenztes Sortiment und die Kunden finden nicht mehr, was sie suchen. Was bei heute üblichen Preisen mit Vollsortimentern mit überfüllten Lagern passiert, sieht man ja an Quelle...über den Onlineshop wird alles angeboten, was die Lieferanten zu bieten haben - über ebay nur das, was auch auf Lager ist, denn über ebay Dinge anzubieten, die nicht auf Lager sind, verstößt gegen die ebay-AGB und verschafft einem, wenn man es genau nehmen will, wieder einen Wettbewerbsvorteil wegen nicht vorhandener Lagerkosten. Wäre streng genommen auch abmahnfähig, weil man so niedrigere Preise anbieten kann, aber dem Kunden vorspielt, dass man genau so schnell liefern kann - man wirbt also mit den Vorteilen (Preis), ohne die Nachteile (Lieferzeit) offenzulegen.


    Das, was du forderst, ist übrigens im Grunde (um die Ecke gedacht) sogar schon vorhanden...es nennt sich Vertragsrecht. Wenn nun ein Onlineshop nicht in seinen AGB festgelegt hat, dass es sich bei den Angeboten im Webshop um unverbindliche / freibleibende Darstellungen handelt und ein Vertrag erst durch Lieferung oder gesonderte Auftragsbestätigung zustande kommt, macht er sich bei Nichtlieferbarkeit des Vertragsbruches schuldig und das kann unter Umständen durchaus belangt werden.


    Aber ganz nebenbei: Deinen Shop habe ich mir auch schon angesehen und wenn du wirklich alles auf Lager hast, finde ich das sehr beeindruckend - und das meine ich nicht sarkastisch.

    Verkäufer ist als privat gekennzeichnet.
    Der darf schon mal rein steuerrechtlich gar nichts verkaufen, weil er keinen Gewerbeschein hat.


    Das ist ja nunmal ziemlicher Qatsch. Jeder kann sich bei ebay als privater Verkäufer anmelden, wie er will...die bloße Kennzeichnung unter dem Mitgliedsnamen als Privatverkäufer bei ebay hat steuerlich und rechtlich überhaupt gar keine Bedeutung, ich kann mich auch als privater Verkäufer da kennzeichnen, aber wenn ich gewerblich handle, muss ich trotzdem alle anderen Pflichtangaben machen. Gewerblich handelt man dann, wenn die Art des Handels die Vorraussetzungen für einen gewerblichen Verkauf erfüllt.


    In dem Fall hier eindeutig, da viele neue Artikel zum Schnäppchenpreis angeboten werden...das würde keiner tun, wenn er damit kein Geld verdienen wollte, es liegt also eine Gewinnerzielungsabsicht vor und die macht das Ganze zum gewerblichen Verkauf inklusive aller Rechte und Pflichten auf Käufer- und Verkäuferseite, womit wir dann beim nächsten Punkt wären:



    Allerdings hat du auch kein Umtauschrecht.



    Da es sich hierbei mehr als eindeutig um ein gewerbliches Angebot handelt, hat er grundsätzlich ein Widerrufsrecht (Umtauschrecht ist was ganz anderes und existiert eigentlich gar nicht), also braucht er sich da mal gar keine Gedanken drüber zu machen. Zum Einen deshalb, weil die FRIST erst anfängt zu laufen, wenn der Käufer über sein Widerrufsrecht aufgeklärt wurde, was hier bisher nicht geschehen ist, also kann er das Ding noch ne Ewigkeit behalten und dann zurückschicken...[B][B]und das ist auch der Grund, weshalb ich auf diesen Thread nach bald einem Monat noch antworte...[/B][/B]
    Zum Anderen wäre dieser Verkäufer, der sich nach 1-Minütiger googlesuche vermutlich als Zweiradsport-Ul**icht (zensiert^^) herausstellt, ein willkommenes Geschenk für eine Abmahnung durch einen Mitbewerber, da sich der Laden durch die verdeckte Privatverkauf-Masche um Garantie und Widerrufsrecht drückt und dadurch erhebliche Kosteneinsparungen hat, was ihm einen Wettbewerbsvorteil verschafft. Fehlendes Impressum, Widerrufsbelehrung, AGB usw....Angriffsfläche gibt es genug.


    Ich will damit nicht sagen, dass ich Abmahnungen gut heiße, sowas ist ne Ar***lochnummer...aber man könnte ihn als Händlerkollege mal höflich drauf hinweisen, dass das nicht ganz korrekt ist, was er da treibt und um Besserung bitten.



    Zum Thema selbst bleibt nach der Schilderung natürlich nur zu sagen, dass der TE hier offensichtlich im Recht ist (wenn denn alles so lief wie geschildert). Die Artikelbeschreibung, in der wohl die gewünschte Farbe angeboten wurde, ist Vertragsbestandteil. Fehler (versehentlich was Falsches schicken, Farbe doch nicht verfügbar...) können natürlich passieren, ob man da nun auf sein Recht bestehen muss, wenn die angebotene Farbe doch nicht verfügbar ist, ist ne andere Sache...und hängt sicherlich auch von der Kommunikation ab. Was die letzten Beiträge und das Wort Betrug angeht, immer schön vorsichtig sein, das ist ein ernster Vorwurf und das Wort sollte immer in Verbindung mit "ich fühle mich betr..." oder "ich vermute..." o.ä. verwendet werden. Betrug setzt Vorsatz voraus, den muss man erstmal nachweisen und solange das nicht durch einen richterlichen Schuldspruch getan wurde, kann das nach hinten losgehen, wenn man in einem Forum öffentlich über einen Händler sowas schreibt. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Verkäufer überhaupt keine Ahnung hat, dass da irgendwas nicht stimmt und das Zeug selber gutgläubig von irgendwem billig angedreht kriegt und nun denkt, dass er da echte Schnäppchen anbietet....




    Zusammengefasst würde ich den Verkäufer um Stornierung des gesamten Auftrags (ggfs mit Hinweis auf die Gewerblichkeit und die damit verbundenen Pflichten) bitten und einfach keinen Streß machen, sondern die Sache einfach vergessen...

    Was ich jetzt noch sehe: grundsätzlich alles auf Widerruf ausrichten, lass die Worte "zurückgeben" usw. komplett weg.


    Rückgaberecht unterscheidet sich in einigen Punkten recht deutlich vom Widerrufsrecht. (Rückversandkosten!)




    Habe gerade auch noch gesehen, dass der Part mit der Rücksendeadresse etwas weiter oben schon vorgesehen war. Das ist beim zitieren etwas anders formatiert und daher untergegangen...

    Bin eigentlich nur Leser, aber eben durch Zufall auf das Thema hier gestoßen und dachte mir, ich kann evtl. helfen...


    Mein Text in rot hinter diversen Punkten, habe aber nicht die Zeit, auf ALLES einzugehen!







    OK, Punkt 4 habe ich erst gesehen, als ich den Rest löschen wollte, das wurde mir zu viel und das Textfeld springt hier dauernd hin und her, wenn ich in den zitierten Text tippen will. Das ist mir jetzt zu nervig



    Zusammenfassend gesagt, wie schon von anderen gehört: Geh zu einem Anwalt! Hier ist weit mehr zu tun, als du dir vorstellen kannst.


    Vor Allem ist ja dann noch massig zu tun, wenn das erstmal erledigt ist...dadurch hast du ja immer noch kein Angebot erstellt und nix verkauft ;-)