Auslassschlitz niedriger machen?

  • Servus Leut,
    heute mal eine Rundfrage an die Hartkern-Zweitaktschrauber. Aus gegebenem Anlass wollt ich wissen, ob hier jemand schonmal einen Auslassschlitz ein paar mm niedriger gemacht hat, und wenn ja, wie, und obs gehalten hat. Ich will die Fahrbarkeit einer alten RD250 verbessern, gern unter Inkaufnahme einer Leistungseinbuße.
    Meine bisherigen Überlegungen dazu wären folgende:
    Wachsabdruck der Kanal-Oberseite anfertigen, beim Zahntechniker meines Vertrauens in Cobalt-Basismaterial gießen lassen (daraus machen die diverse Ersatzteile für den menschlichen Beissapparat...) das hätte dazu noch sehr gute Gleit-und Notlaufeigentschaften, selbst wenn da gar kein Kolbenring drüberfährt. Mein Problem wär allenfalls noch die Befestigung im Kanal. Gewinde um die Ecke reinschneiden fällt ja leider aus. Einfachere Lösungen und Ideen aller Art willkommen. :)


    Gruß
    Hans

  • Wenn funktioniert das ganze nur über umbuchsen mit einer entsprechend geringeren Auslasshöhe, bzw aufschweißen und neubeschichten.


    alternativ könnte man den Zylinder etwas "runtersetzen" ggf mit Anpassung der Überströmer,
    angenehmer Nebeneffekt wäre die gesteigerte Verdichtung.


    Grundsätzlich ist das ganze Unterfangen aber Käse ,da du über den Auspuff wesentlich einfacher wesentlich mehr erreichen kannst.
    Als beispiel sind hier zB getunte Vespa motoren zu nennen ,die trotz 200° Auslass
    bei 7500 u/min "peaken" und das mit absolut homogenem Leistungsverlauf und guten Spitzenleistungen (172cc 35ps..)


    Wie also weiter vorgehen?


    -Verdichtung erhöhen,Vergrößert den Mitteldruck übers gesamte Drehzahlband,da müsste man aber erst wissen obs sich um ne Luft- oder Wassergeühlte RD handelt.


    -Auspuff verlängern ( falls nötig GGK-winkel ändern)


    -kleinere Vergaser verwenden


    -Dünnere Carbon/ Fiberglas (sowieso zu empfehlen) Membranülättchen verbauen.



    Die Überlegung eine RD250 zahmer zu machen kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen :glotz::verwirrt:


    gruß Nico

  • Das mit der neuen Buchse ist natürlich klar. Kommt aber nicht in frage.
    Das Zahmer machen liegt in den 82 Lenzen, die Vattern auf dem Buckel hat. Er kann natürlich noch damit fahren, hat aber keine rechte Freude, mit Schleifgas bis 60 anzufahren...
    Das mit den Membranen wusste ich noch nicht, mit sowas kenn ich mich nicht aus.
    Die Auspüffe sollen original bleiben, wenns geht.
    Es handelt sich um eine Luftgekühlte, deshalb bleibt die Verdichtung.
    Auspressen und Aufschweissen wäre eine Alternative, aber keine so gute, wie ich meine.


    Gruß
    Hans



  • auspuffänderung wäre das mit abstand effektivste,
    frag mal bei ace an,der baut dir Pötte nach Maß.


    Läuft schön und sieht absolut genial aus :yeah:


    http://www.ace-reso.de.vu


  • sag mal...das ist doch nicht dein Ernst oder???
    Vorschlag von mir: es gibt doch diese Dinger die du beim Mopedabdampfen in den Auspuff stopst damit kein Wasser rein kommt...hol dir welche mit einem möglichst dekorativem Band dran und stopf sie schön hinten in die Tröten, mit dem Schnürchen kannst dann die Leistung regulieren...


    viel Spass weiterhin....



  • N'Abend,


    Auspuffkrümmer verlängern und in den Topf ragen lassen wäre mein Tipp. Das ist schnell realisiert und auch einfach wieder rückrüstbar. Auf diese Weise wurden früher (und vielleicht auch noch heute) Mokicks und Mofas gedrosselt. Die Spitze ist dann natürlich weg.


    Grüße Peter

  • Krümmer länger machen ist am harmonischsten, ja;
    Klärt aber nicht die Eingangsfrage.
    Die Steuerzeiten drosseln durch dünnere Fußdichtung und dann dickere Kopfdichtung geht wohl auch nicht ohne Abschleifen, oder?

  • holzwurm
    Du hast nicht verstanden, worum es geht. Die alte RD hat -mangels Auslasssteuerung- ein schmales Drehzahlband, das sich zwischen 5500 und 7500 bewegt. Wenn die Drehzahl unter 5000 fällt, zieht sie definitiv nicht mal die Wurschthaut vom Teller, der Motor geht fast aus. Ich will nicht die Leistung reduzieren, sondern das nutzbare Drehzahlband nach unten verbreitern. Das geht bei so langen Auslasssteuerzeiten am effektivsten durch verkürzen des Vorauslasses, oder halt verlängern der Resonanzlauflänge des Auspuffs. Auspuff bleibt wie er ist. Basta.
    Tiefersetzen des Zylinders geht insofern nicht, weil dann der Kolben oben raus schaut, (es geht immerhin um ca. 4mm!) und ich die Überströmer nach oben vergrößern müsste, wozu ich maschinenmäßig nicht angerichtet bin. Ausserdem lassen sich bei der '79er RD die Laufbuchsen nicht auspressen, sie sind umgossen, soweit ich das bisher rausfinden konnte. Auch blöd.


    peter12367
    Längere Krümmer in die Töpfe ragen lassen kostet nur Leistung, das beschi**ene Drehzahlband bleibt. So war sie eh original auf 27PS gedrosselt, drum weiß ich das.
    kradfahrer0815
    Ja, Vattern ist soweit noch fit, seine Behörden-R80 wird ihm halt jetzt zu schwer, und weil die Haxn auch zu kurz sind, legt er sie beim Absteigen gelegentlich mal auf dem Zylinder ab :)
    Letzes Jahr ist er mit dem MZ-Gespann noch bei der Schönleiten-Bergtrophy mitgefahren, aber das hat er neulich bei einer anderen Gelegenheit verbogen, als er sich, in einer Linkskurve auf Kuhdreck ausgerutscht, in einen Graben überschlagen hat. Und wer muss es wieder geradebiegen? Der Bub natürlich :-/
    An der RD hängt er ein bisserl, weil sie noch so schön original ist, sich einfach und handlich fährt, ganz schön Schmalz hat, und ihn geruchsmäßig an seine alte Puch SGS erinnert...


    Gruß
    Hans

  • ... das hätte dazu noch sehr gute Gleit-und Notlaufeigentschaften, selbst wenn da gar kein Kolbenring drüberfährt...



    ich denke nicht, dass der kolbenring da drüber muss. jede x-beliebige auslasssteuerung ändert die auslasshöhe und die klappen haben etwas luft zum kolben...
    das teil, aus was auch immer, könntest möglicherweise von ganz unten durch die zylinderbohrung (mit nem langen bohrer) bohren, gew.schneiden, festschrauben...

  • Jetzt wo Du es sagst.. Ich hab hier noch fast identische Zylinder, nur von der Wassergekühlten, rumliegen, und hab grad mal mit einem langen Bohrer probiert. Das täte tatsächlich gehen.
    Einen Paraffinabguss der Kanaloberseite hab ich auch grad gemacht. Dank dünner Ölkohleschicht lässt sichs einwandfrei entformen ;)
    Was die Abstände angeht: Ich hab die ganzen Schlitzhöhensteuerungen noch nie von nah gesehen, drum weiß ich garnicht, wie weit die vom Kolben eigentlich im Normalzustand entfernt sind.


    Gruß
    Hans

  • Was die Abstände angeht: Ich hab die ganzen Schlitzhöhensteuerungen noch nie von nah gesehen, drum weiß ich garnicht, wie weit die vom Kolben eigentlich im Normalzustand entfernt sind.


    ein genaues maß kann ich dir leider auch nicht sagen, gefühlt würd ich sagen um die 0,5mm.
    ich glaub aber auch nicht, dass ein "sicherheitsabstand" bis 1mm einen grossen verlusst zur folge hat. bei der geschwindigkeit, mit der da alles von statten geht werden sich die gase nur widerwillig durch so einen engen spalt zwängen...

  • Geh einfach hin und ändere die Übersetzung, ist am einfachsten und effektivsten.
    Dein alter Herr wird warsch. eh nicht mehr auf Höchstgeschwindigkeitsfahrten gehen oder??
    Wenn du mit dem Motor anfängst, ziehts immer ein Rattenschwanz abstimmarbeiten nach sich.

  • [quote='Hiha','http://www.offroadforen.com/index.php/Thread/?postID=1251710&#post1251710']
    peter12367
    Längere Krümmer in die Töpfe ragen lassen kostet nur Leistung, das beschi**ene Drehzahlband bleibt. So war sie eh original auf 27PS gedrosselt, drum weiß ich das.
    /QUOTE]

    Hallo Hans,


    das hängt evtl. davon ab, wie weit die hineinragen. In der Motorrad war vor Jahren mal ein Artikel wo man lesen konnte, dass das unten was bringt. Wie weit haben sie denn bei der RD in den Topf geragt?


    Auslass niedriger machen gibt natürlich den besseren Kompromiss aus Gewinn unten und Verlust oben.


    Damit der Einsatz im Kanal an Ort und Stelle bleibt, könnte man ihn zusätzlich zur Verschraubung von unten noch an einer zusätzlichen Auspuffdichtung aus gleichem Material anschweißen. Bei der RD werden die Krümmer doch mit einem Flansch mit zwei Schrauben befestigt? Du würdest dann allerdings die Halterung der Schalldämpfer anpassen müssen.


    Noch eine Variante: Einsatz zusätzlich zur Verschraubung von unten in Flanschnähe im Kanal festschweißen.


    Grüße Peter

  • Zitat

    holzwurm
    Du hast nicht verstanden, worum es geht. Die alte RD hat -mangels Auslasssteuerung- ein schmales Drehzahlband, das sich zwischen 5500 und 7500 bewegt. Wenn die Drehzahl unter 5000 fällt, zieht sie definitiv nicht mal die Wurschthaut vom Teller, der Motor geht fast aus. Ich will nicht die Leistung reduzieren, sondern das nutzbare Drehzahlband nach unten verbreitern. Das geht bei so langen Auslasssteuerzeiten am effektivsten durch verkürzen des Vorauslasses, oder halt verlängern der Resonanzlauflänge des Auspuffs. Auspuff bleibt wie er ist. Basta.
    Tiefersetzen des Zylinders geht insofern nicht, weil dann der Kolben oben raus schaut, (es geht immerhin um ca. 4mm!) und ich die Überströmer nach oben vergrößern müsste, wozu ich maschinenmäßig nicht angerichtet bin. Ausserdem lassen sich bei der '79er RD die Laufbuchsen nicht auspressen, sie sind umgossen, soweit ich das bisher rausfinden konnte. Auch blöd.


    doch...ich weiß worum es geht....du willst massiv die Motorcharakteristik ändern aber halt mit geringst möglichem Aufwand...das widerspricht sich einfach...mach es richtig oder lass es. nicht versuchen irgendwelches besseres Kaugummimaterial in den Auslass pfriemeln...
    Was du vorhast zieht einen riesigen Rattenschwanz nach sich, wie gesagt, mach es richtig oder lass es. Alle bisher vernünftigen Antworten hast du abgeschmettert mit so Sätzen wie: naja soviel Aufwand wollte ich nicht betreiben... So etwas geht aber nur mit richtig Aufwand, wenn du am Zylinder was änderst musst du das auch am Vergaser und am Auspuff fortsetzen, sonst ist es Murks...Dann nimm lieber die Gummipfropfen (war ironisch gemeint übrigens...)...meine Meinung!


    Gruß Jürgen

  • Die kleiner auslasssteuerzeit erreichst du am einfachsten mit dieser vorgehensweise:


    Ein halbmondartiges blech am krümmerrohr anschweissen,am besten mit wig und dann einfach der zylinderrundung abforem und mittels eines andern bleches die steuerzeit runtersetzten,das blechstück muss min 5/10mm von der laufbahn nach aussen gesetzt sein max allerdings 1mm.
    damit kannst du nur dur demontage der krümmer die steuerzeit variieren!


    bei den fuchzgerle funktioniert das so eins a.


    und du musst weder am zylinder rummurksen noch sonst was umfriemeln.


    wenn die maschine wieder in serienzustand versetzt werden soll einfach absägen,flexen etc und fertig.



    hoffe ich konnte weiterhelfen.


    mfg,
    dennis

  • holzwurm:


    Ob das so kritisch ist? Die ganzen Motoren mit Auslasssteuerung sind auf den Betrieb mit offener Steuerung ausgelegt und bei niedriger Drehzahl wird nur die Schlitzhöhe verringert und evtl. werden noch die Seitenauslasskanäle abgeklemmt. Was anderes hat Hans auch nicht vor.


    Ein früherer Kollege hatte mal eine RD 350 YPVS, bei der der YPVS-Stellmotor kaputt war - schon als er das Motorrad gekauft hat. Er hat das lange nicht gemerkt, weil er nicht wusste, wie das ist, wenn die richtig läuft. Bis auf die fehlende Spitzenleistung war das Betriebsverhalten einwandfrei.


    Sicher wäre das Ergebnis noch besser, wenn man den ganzen Motor konsequent auf die anderen Steuerzeiten abstimmen würde. Das Verhältnis Aufwand zu Nutzen wäre aber sicherlich schlechter, wenn so eine Aktion für einen Privatmann überhaupt machbar ist.


    Grüße Peter

  • doch...ich weiß worum es geht....du willst massiv die Motorcharakteristik ändern aber halt mit geringst möglichem Aufwand...das widerspricht sich einfach...mach es richtig oder lass es. nicht versuchen irgendwelches besseres Kaugummimaterial in den Auslass pfriemeln...
    Was du vorhast zieht einen riesigen Rattenschwanz nach sich, wie gesagt, mach es richtig oder lass es. Alle bisher vernünftigen Antworten hast du abgeschmettert mit so Sätzen wie: naja soviel Aufwand wollte ich nicht betreiben... So etwas geht aber nur mit richtig Aufwand, wenn du am Zylinder was änderst musst du das auch am Vergaser und am Auspuff fortsetzen, sonst ist es Murks...Dann nimm lieber die Gummipfropfen (war ironisch gemeint übrigens...)...meine Meinung!


    Jürgen, ich wollt Dir nicht auf die Füße treten. Aber ich hab nix abgeschmettert, und mir gehts nur in zweiter Linie um den Aufwand. Neue Zylinder gießen lassen halte ich eindeutig für zu viel. Selbst wenn man das 3D-CAD-Modell selber machen kann, kostet ein Zylinder incl. Beschichtung Eur600.-. Ein Spzei hat das unlängst machen lassen, drum weiß ich das so genau.
    Auspuff soll original bleiben, nicht wegen Kosten, sondern wegen Optik.
    Kaugummimaterial im Aupuff: Ich sprach von einer zahntechnischen Kobalt-Chrom-Legierung...
    Dass man die Vergaser danach neu bedüsen werden muss, könnte passieren, schreckt mich aber nicht.


    Gruß
    Hans

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