Gardasee ja, mit Genehmigung und moto-alpin

  • Mit ausdrücklicher Genehmigung des Autors:


    Zitat von Mudrider

    ......Aber wir hatten immerhin schon Endurostiefel: Den roten SIDI, mit den weißen Plasikknospen an den Knöcheln. Und unser damaliger „point of no return“ war im Prinzip bereits auf einer dezent geschotterten Biergarteneinfahrt überschritten. Mein Gott waren wir blöd, aber schön war es trotzdem.......


    Hallo
    Für diesen Satz solltest Du einen Literaturpreis bekommen...aber genauso war es!:)


    Vielen herzlichen Dank auf diesem Weg :)

  • Der Motoalpinist und ich machten letztens einen Kurztrip nach Italien, um eine offene Rechnung zu begleichen.


    Letzten Herbst mussten wir nämlich aufgrund widriger Umstände einen lange gehegten Plan fallenlassen. Neuschnee ab ca. 1000 m üM machten unser Vorhaben unmöglich und wir waren gezwungen zu verschieben. Dieses Frühjahr beim zweiten Anlauf gings etwas weiter, aber schon nach kurzer Strecke machte uns wiederum Altschnee einen Strich durch besagte Rechnung, weil er ein Weiterkommen erfolgreich verhinderte.


    Also gut. Wir sind also wieder am Ort des Geschehens. Aller guten Dinge sind drei und die Rechnung ist ja noch offen.


    Am Vorabend hatten wir das Basislager bezogen. Wir stellten das Auto auf einem Parkplatz ca. 20 km vor dem eigentlichen Operationsgebiet ab, tranken noch ein Beruhigungsbier oder zwei und stellten den Wecker.


    Sechs Uhr früh, der Wecker klingelt. Es beginnt gerade zu dämmern. Raus, Mopeds ausladen, umziehen, einen Happen essen und los geht’s. Wie gesagt, erst mal 20 Kilometer auf der Landstraße.


    Ich erspar uns jetzt mal die langweiligen Ausführungen, wie wir den Vormittag letztlich verbrachten.


    Jedenfalls kommen wir gegen halb elf zum Parkplatz zurück. Nicht ganz bis zum Parkplatz, denn 20 Meter davor stehen zwei Carabinieri und winken uns raus.


    Ich denk mir „Ha! Ich hab ausnahmsweise sogar Führerschein und Fahrzeugschein dabei, die können mir gar nix!“


    Also frohen Mutes angehalten. Wir sind ja legal unterwegs.


    „Buongiorno signori, come va? Documenti?“


    (ich schreib mal weiter in Deutsch, denn so gut ist mein Italienisch jetzt auch nicht…)


    „Ja. Führerschein, Fahrzeugschein bitte.“


    Haben wir ja parat.


    „Wo waren Sie denn mit einem Trialmotorrad und einer Enduro?“


    „Na, wir sind hoch zum Pian delle Fugazze, dann weiter zum Passo Xomo und hoch zur „Strada delle 52 Gallerie“, weil wir uns mal ansehen wollten wo da der Einstieg zu diesem legendären „Weg der 52 Tunnel“ ist. Wir wollen da nämlich irgendwann mal raufwandern. Dann sind wir weiter und wollten auf der Strada degli Scarubbi hoch zum Pasubio-Massiv und auf der Strada degli Eroi wieder runter zum Pian delle Fugazze. Aber leider sind diese Wege mittlerweile für Kfz gesperrt und wir mussten leider umkehren.


    Vor zwanzig Jahren war ich (Jo) nämlich mal da oben und wollte es jetzt meinem Freund hier zeigen. Tja, dann sind wir noch ein wenig rumgefahren, aber hier ist ja wirklich alles verboten. Schade. Deswegen sind wir jetzt auch schon so früh wieder hier.“


    „Ja. Seit ein paar Jahren ist hier im Trentino quasi jeder nicht asphaltierte weg gesperrt. Sie sprechen aber gut Italienisch!“


    „Danke. Ich hab früher viel Zeit am Gardasee verbracht und dort in einer Pizzeria gejobbt und mein Freund hier hats in der Schule gelernt“


    „Ah, am Gardasee. Da war ich auch mal bei den Carabinieri stationiert. Dort kann man in manchen Gemeinden auch eine Genehmigung erhalten, um in den Bergen Motorrad fahren zu dürfen, aber hier geht das unter keinen Umständen.“


    „Ja, stimmt. Dort sind wir auch schon gefahren und nun dachten wir, das wäre hier auch möglich. Aber leider leider…“


    Man sieht, es entwickelt sich ein nettes Gespräch. Und wir haben ja ein reines Gewissen. Was wir allerdings nicht haben und worauf uns nun die Carabinieri nun aufmerksam machen, sind Blinker und Spiegel an den Mopeds, ganz zu schweigen von den „Kennzeichen“, die dran sind.


    Fehlende Blinker alleine stünden schon mit 80 Euro zu Buche. Fehlende Spiegel –zwei an der Zahl- ebenso. Und das, was wir als Kennzeichen bezeichnen, entspräche auch in keiner Weise den Vorschriften. Ebenfalls Ottant’Euro. Zusammen würde das auch für eine dreimonatige Beschlagnahme der Motorräder reichen. Hoppla!


    Aber da wir uns so nett unterhalten hätten und wir ja auch keine jugendlichen Rowdies wären, würden sie sich mal mit 80 Euro zufrieden geben. „A testa“ allerdings, also pro Kopf.


    Wir haben schließlich mit einem Lächeln gezahlt. Insgeheim hatten wir eh mit wesentlich mehr gerechnet. „Buona giornata, signori, grazie e arrivederci!”


    Wir durften dann sogar noch die 20 Meter zum Auto fahren.


    Was mich noch beschäftigt, ist das Hochgehen der Augenbrauen der Carabinieri, als wir erzählt hatten, dass wir leider unverrichteter Dinge umdrehen mussten. Als ob sie es uns nicht geglaubt hätten….


    Na ja, was solls. . Der italienische Staat kanns gebrauchen. Und die Rechnung ist beglichen.


    Paar Fotos hab ich auch. Muss ich mal sortieren....

  • Oh Gott. Ich habs getan . Ich hab reingeklickt in einen Beitrag von Dir. Aber nichts Neues. Du Geil, alle andern Idioten. Wahnsinn.



    Ein Spezl vom c3 und ich gaben uns ja vor ein paar Tagen obiges Wegal. Der eine oder andere Insider dürfte es vielleicht erkannt haben. Wir sind in der Früh um 7 rauf und entsprechend früh wieder unten angekommen.


    Wir beenden also diese Auf-und Abfahrt und kommen unten am Einstieg wieder raus. Der Spezl vom c3 links über die Wiese raus, und weil ich durch die Schranke passe, gediegen zwischendurch. Noch ein paar Meter ums Eck und oh Schreck, stehen da mind. 25 bis 30 einheimische Bergwanderer, die da zu Fuß rauf wollen, wo wir es uns soeben besorgt hatten.


    Ich wäre am liebsten im Boden versunken.........ich sah mich schon geteert, gefedert und gesteinigt!


    Also ein beherzter Dreh am Gasgriff, Vorderradl leicht gemacht und die ungefähr 20 Stufen rauf.


    Da die Bergwanderer die Ideallinie durch unambitioniertes rumgestehe versperrten, mußte ich die Treppe auch noch schräg anfahren.


    Und bei der vorvorletzten Stufe war das Vorderrad nicht mehr leicht genug.


    Und ich schlug voll grantenmäßig auf der letzten Kante der obersten Stufe ein.


    das ist ja soweit nicht so schlimm, das kann ja jeden mal passieren. Aber irgendwie haute es auch meinen Rucksack so auf eine Kante das dabei das Reifenpannenspray, das ich immer in der rechten Aussentasche mitführe, zerplatzte.


    Während ich also dabei war mich vom unerwarteten Einschlag ein wenig zu sortieren, ejakulierte also dieses Pannenspray zielstrebig und unmotiviert in der Gegend rum. Ich hatte den Eindruck wie es um mich herum auf einmal schneien würde.


    Erschrecktes hysterisches gejaule der Bergwanderer verhinderte vielleicht für mich schlimmeres......


    Während des zügigen aufheben und Anlassen des Mopeds fluchte ich noch ein wenig italienisch in den Helm hinein um nicht als depperter Deutscher dazustehen. Zum Glück sprang meine treue GG sofort an und ich konnte mich sehr zügig und unerkannt von Ort des Grauens entfernen.


    Am nächsten Tag mußte ich beim Orthopäden doch glatt eine Audienz beantragen. :biggrin:


    Nachtrag: Eigentlich wolte ich das Gschichtal ja irgend wann mal bloggen. Aber das überliest dann der emulatierte "Vollcrosser" K73 garantiert um seine Ressentiments unbekannterweise gut zu pflegen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, das mit dem bloggen. Wobei ich Dir in Deinem speziellem Fall natürlich absolut rechtgeben möchte, oder man könnte sogar sagen wir sind einer Meinung.

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