Gehäusehälften untereinander tauschen??

  • Ich stell mir grad die Frage ob dies möglich ist. Mir wird von allen Seiten gesagt das die genau zueinander passen und nicht getauscht werden dürfen. Ich kann mir das aber nicht vorstellen das doch allen aus den gleichen Fräs- Drehmaschinen kommt. Was meint ihr dazu??

  • Funzt nicht.... die Lagersitze der Wellen werden zum Teil im ZSB gebohrt um 100% zu fluchten...

    "Es gibt Menschen, die ein Stück Land "Mein" nennen, und dieses Land nie gesehen und betreten haben. Die Menschen trachten im Leben nicht danach zu tun, was sie für gut halten, sondern danach, möglichst viele Dinge "Mein" zu nennen."
    Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi

  • Zitat von Stefan Kampling

    Ich kann mir das aber nicht vorstellen das doch allen aus den gleichen Fräs- Drehmaschinen kommt. Was meint ihr dazu??


    ...gerade deswegen !!!
    die werkzeuge nutzen ab und haben dadurch andere toleranzen per marge bzw. das werkstück wird um 1/100 anders in die maschine eingelegt und schon haste wieder andere werte usw. etc.

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  • Woher wißt ihr das? Eigentlich widerspricht das doch heutiger moderner Industriefertigung. Wir sprechen hier nicht von Gehäusen die im Sandbett oder als Wachsgußverfahren herstellt werden, sondern es handelt sich bei den Motorradmotorengehäusen um recht präzise Bauteile aus dem Aluminiumdruckgußverfahren mit geringen Toleranzen und automatisierter 100% Toleranzprüfung aller Bauteile oder liege ich das falsch?


    Bis dann
    Fairlane

  • In dem Fall liegst du falsch. Lagersitze werden nach dem Gießen bearbeitet und auch beim Druckguß gibt es Fertigungstoleranzen. Diese liegen weit über dem Lagerspiel ;)


    Und wie Gallo schon sagt werden die Bohrungen, die Wellen in beiden Gehäusehälften aufnehmen, im Zusammenbau eingebracht. D.h. die Gehäusehälften werden verstiftet und verschraubt und dann gebohrt.


    Edit sagt der Stefan ist dazwischen gerutscht :)


    Die Lagersitze werden von innen bearbeitet. Trotzdem muss die Zentrierung im Zusammenbau erfolgen. Wenn die Durchgangsbohrung dann erstmal in beiden Hälften drin ist, kann wieder demontiert und der Rest bearbeitet werden.


    Wird im Automobilbereich auch gemacht. Z.B. bei den Kurbelwellenhauptlagersitzen, den Nockenwellenlagersitzen oder beim unteren Pleullager.

  • eins vorweg: wie es gemacht wird weis ich nicht.



    Aber die Lagersitz Lagetoleranz innerhalb von 1/100mm zu halten sollte eigentlich kein Problem sein, auch wenn man jede Seite einzeln bearbeitet.
    Es kommt dabei ja nur auf die Lage der Lagersitze und die Lage der "Absteckbohrungen" am Umfang des Gehäuses an.


    Und spätestens nachdem der Motor das erste mal von nem "Metzger" zusammengebaut wurde, kann man auf die Fertigungstoleranz scheißen.



    Casicool:
    Vom Fräsen hast Du keine Ahnung, oder?



    PS:
    Kann mir einer erklären, was der Werkzeugverschleiß mit der Lage der Bohrungen zu tun hat?????

  • Hmm,


    ich meine mal was gehört zu haben das die Hälften zueinander passen müssen d.h. das sie beim selben Verschleisstadium des Werkzeuges hergestellt wurden.
    Ich glaube die sind dahingehend gekennzeichnet.


    Bin mir aber nicht zu 100 % sicher aber wenn sehr wichtig ist dann kan ich jemanden fragen ders zu 100 % weis.


    gruass Claus

    Ride on # 307 ich hoffe es gibt auch da wo Du jetzt bist Motocross Strecken und Mopeds
    Michael Artmayer *30.7.1995 +28.5.2013

  • Ich habe meine alte 500er mal mit einer alten linken Gehäusehälfte versehen, die musste sogar auf der CNC von einem Bekannten am Zylinderfuß umgefräst werden weil die von einer 250er oder 500er Vormodell war.
    Hat jahrelang gelaufen damit ohne das ich einen erhöhten Lagerverschleiss feststellen konnte.
    Ein Bekannter hat seine 500er mit einer neuen rechten Hälfte versehen und auch da funktionierte alles jahrelang!
    Kann also nicht so schlimm sein!:verwirrt:

    Dieses Posting entspricht der EU Directive 2002/75/EC !!!
    Jegliche Interpunktion, Grammatik und Orthographie ist frei erfunden.
    Kein Nörgeln, Kritisieren oder Belehren ohne mein Einverständnis!



    HUSABERG TE300 2013
    HONDA CR500R 1998
    YAMAHA FZR1000 3LE 1992

  • Zitat von Steve-o

    Aber die Lagersitz Lagetoleranz innerhalb von 1/100mm zu halten sollte eigentlich kein Problem sein, auch wenn man jede Seite einzeln bearbeitet.


    Und wo nimmst du deinen Messbezugspunkt, wenn das Gehäuse frisch aus der Gussform purzelt und nirgends spanend bearbeitet ist? Da hast du überall Gussschrägen und ne bescheidene Oberfläche und dazu im Verhältnis zur Lagersitztoleranz recht große Gusstoleranzen.


    Zitat von Steve-o

    Und spätestens nachdem der Motor das erste mal von nem "Metzger" zusammengebaut wurde, kann man auf die Fertigungstoleranz scheißen.


    Die Lage der Gehäusehälften zueinander wird durch die Verstiftung sichergestellt. Und da kann auch ein Metzger nur etwas falsch machen wenn er es schafft die Stifte zu verbiegen und die Gehäusehälften so wieder zusammenbekommt.



  • So wichtig ists mir nicht aber ich habe zwei defekte Gehäuse liegen bei der einen die linke Hälft und beim anderen das rechte. Ich wüsste nur gern ob ich sie behalten soll oder ob sie in die Tonne können.

  • Zitat von enricoKMX

    Und wo nimmst du deinen Messbezugspunkt, wenn das Gehäuse frisch aus der Gussform purzelt und nirgends spanend bearbeitet ist? Da hast du überall Gussschrägen und ne bescheidene Oberfläche und dazu im Verhältnis zur Lagersitztoleranz recht große Gusstoleranzen.


    1. Gießt 'man' mittlerweile bei solchen Teilen im zehntelbereich
    2. hat man das gleiche Problem auch wenn man 2 Hälften zusammen hat. Da muss man auch erstmal vermitteln, dass man nirgends neben das Teil bohrt.
    3. hat deine Feststellung nichts mit der Lagetoleranz der Bohrungen zu tun.



    Zitat von enricoKMX


    Die Lage der Gehäusehälften zueinander wird durch die Verstiftung sichergestellt. Und da kann auch ein Metzger nur etwas falsch machen wenn er es schafft die Stifte zu verbiegen und die Gehäusehälften so wieder zusammenbekommt.


    Wenn der 2Rad Mechaniker Heinz bei Fritzmoto das Gehäuse mit dem Plastikhammer zusammentrümmert, dann kann man auch getrost auf das hunderstel aus der Fertigung verzichten...

  • Das wichtigste ist aber auf alle Fälle, es bringt Umsatz :teufelgri

    "Es gibt Menschen, die ein Stück Land "Mein" nennen, und dieses Land nie gesehen und betreten haben. Die Menschen trachten im Leben nicht danach zu tun, was sie für gut halten, sondern danach, möglichst viele Dinge "Mein" zu nennen."
    Lew Nikolajewitsch Graf Tolstoi


  • Zu 1. Ist der 1/10-Bereich immernoch 10 mal größer als der 1/100-Bereich


    Zu 2. Klar irgendwo muss man anfangen. Aber wenn man 2 Hälften zusammenhat und genau 2 Bohrungen setzt, sind diese genau aufeinander ausgerichtet.


    Zu 3. Die Lagetoleranz der Bohrungen ergibt sich aus der Fertigungstoleranz beim Gießen, wenn (wovon ich jetzt mal ausgehe) die Bohrungen mit eingegossen werden


    4. Das 2Radmechaniker Heinz bei Fritzmoto das Gehäuse nicht fachgerecht trennt ist nicht das Problem des Herstellers. Wenn ich mit der Argumentation in die Konstruktion ginge, hätten wir nicht den Leichtbau der heute möglich ist. ;)

  • Zitat von enricoKMX

    Zu 1. Ist der 1/10-Bereich immernoch 10 mal größer als der 1/100-Bereich


    Zu 2. Klar irgendwo muss man anfangen. Aber wenn man 2 Hälften zusammenhat und genau 2 Bohrungen setzt, sind diese genau aufeinander ausgerichtet.


    Zu 3. Die Lagetoleranz der Bohrungen ergibt sich aus der Fertigungstoleranz beim Gießen, wenn (wovon ich jetzt mal ausgehe) die Bohrungen mit eingegossen werden


    Schonmal den Stoß in der Mitte vom Motorblock angeschaut?


    Da reichen 5/10mm an Absatz/Verschiebung nicht aus.
    Aber da man alle Bohrungen jeder Hälfte in einer Spannung machen kann, passen automatisch alle Bohrungen zueinander. Ob da jetzt aussem am Gehäuse kleine Stufen sind juckt ja keinen.


    Ich würde auf jeden Fall gern mal bei so nem kleineren Hersteller vorbeischauen und mal ausspionieren, wie die das machen.


    Billiger und schneller ist man auf jeden Fall, wenn man jede Hälfte einzeln macht. Und die Bohrungsabstände genau einzuhalten sollte dabei auf jeden Fall nicht das problem sein.



  • Bei dem Stoß kann ich dir nicht ganz folgen :dk:


    Ich seh jedoch 2 große verstiftete Durchgangsbohrungen (rechts und links).
    Mit diesen Bohrungen sind die Hälften zueinander in der Lage fixiert. Wenn ich diese Bohrungen für die Aufspannung hernehme, kann ich den Rest auch einzeln bearbeiten. Und die Lage der Bohrungen in der gleichen Hälfte ist ja auch nicht das Problem. Problematisch wirds wenn beide Hälften, die definitiv in 2 Aufspannungen bearbeitet werden müssen da 2 Teile, wieder zusammenkommen.
    Deshalb bin ich der Meinung werden die Hälften zuerst verstiftet und sind dann gepaart.

  • zu dem Stoß/Versatz anbei ein Foto.


    Schonmal das Gehäuse oben auf dem Foto angeschaut?


    Da hat jede Bohrung eine "Anspiegelung" bzw es gibt jede Menge Sacklöcher von der Innenseite.


    Meinste die schießen 2 Abstecklöcher für die Passbuchsen rein, schrauben die Gehäusehälften zusammen, Bohren das Loch für die Kurbelwelle in einer Spannung durch beide Hälften, und spannen dann jedes Teil nochmal für die Sacklöcher und Anspiegelungen auf?


    Wenn ich sowas herstellen müsste würde ich die Hälften jeweils so aufspannen, dass ich zuerst die Innenseite komplett fertig bearbeiten kann. Also die ganzen Passbohrungen für Kurbelwelle, Getriebewellen und Passbuchsen.




    Foto mit Versatz:







    PS:
    Ich hab das schon sehr oft gehört, dass die Gehäuse in einer Spannung gefertigt werdenn und deshalb nicht austauschbar sind. Je mehr ich aber drüber nachdenke, desto mehr halte ich diese Aussage für quatsch.

  • Ich denke doch eher das es auf die Bohrtiefen ankommt die durchaus bei der montierten Fertigung der Motorblöcke mehr oder weniger Abweichungen auftreten.


    2., gibt es sowas wie eine Prozessoptmierung bein einfahren der Teile. Wodurch sich die Tiefentoleranzen auf ein angestrebtes Idealmass einpendeln. Auch die Lagermasse (Passungen)



    Meines erachtens, wenn der Motorblock nun nicht aus der selben Charge ist, könnte es passieren das man eine hintere nicht so tief gebohrte Hälfte, mit einer vorderen kombiniert die zu tief gebohrt ist. (Jeweils von einer Bearbeitungsseite aus betrachtet) DH ich hab 2 Hälften wo die Lagersitze jeweils nicht tief genug eingebracht worden sind. Die Wellen könnten aufgrund ihrer Längen also innendrinn geklemmt werden *grübel*



    Oder soll ich mal ne Zeichnung machen ??


    Bei den Lagetoleranzen mach ich mir da garkeine Gedanken. Die Maschinen haben eine Wiederholgeanuigkeit < 0.005mm bis zu 0.003mm
    Ausnahme bilden da nur schlecht gewartete Maschinen :mecker:

    spitz rein und unter zuch wieder raus


    Diese Nachricht wurde mit Hilfe einer Taschenlampe, in das Ende eines offenliegenden Glasfaserkabel gemurkst

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