Frage an die Fahrwerks-Insider

  • ... in irgendeiner Fachpresse des letzten Jahres (glaube war Dirtbiker) wurde Mal ein Fahrwerker interviewt. Der hat gesagt, die Enduro GP Fahrwerke sind schon rel. nah an den Crossfahrwerken. Ich erinnere mich noch an eine Anekdote aus längst vergangener Zeit ;) . Da stand den Knighter seine KTM mal "rum" bei irgend einem Training und jemand fragte, ob er damit Mal fahren dürfte. Er durfte. Stieg aber nach 5 Minuten wieder ab, weil die Kiste sowas von hart war, dass der damit überhaupt nicht klar kam.

    Das alles bestätigt Artus Aussagen.

    Es gibt einfach ein sicheres Gefühl, wenn die Federung straffer / härter oder wie man es auch immer nennen will, ist. Damit man sowas fahren kann, benötigt man aber einen gewissen Trainingsstand vor allem Kondi.


    Sport frei


    Sven

  • Nicht das ich je extrem schnell gewesen wäre.

    Aber bei den Endurorennen die ich fuhr (kein Hardenduro) mochte ich auch liber straffe Fahrwerke die eher ans MX rangehen, ggf weil ich sonst auch viel MX fuhr.

    Wenns relativ weich ist fehlt mir das irgendwie das Gefühl und wenn man es mal fliegen lässt fühlt es sich irgendwie falsch an.


    Wie es bei Schritttempo angesprochen hat war immer uninteressant, da ich dann bei Hindernissen halt einfach durch musste aber die Wettbewerbe meist auch schnellere Stellen hatten.

    - Honda CR 250 2000

    - Honda CRF450R 2023

    - Maico MC250 Alpha 1 1982

    - Maico MC490 Mega2 1981

    - Ducati 996 1999

    - Ducati 1096 2019 (Eigenbau, 916 mit 1098 Triebwerk)

    - Honda VTR 1000 SP1/2 200X

    - Moto Guzzi V7-700 1969

    - Pannonia TLF250 1958

  • Wobei der Knighter auch echt eher ein rauher Typ und auch glaube ich kein Leichtgewicht ist und ein GNCC Fahrer (=Langstrecken MX)

    Klar härtere Federn - härtere Dämpfung - unterm Strich aber im selben Verhältnis.

    MX hat dazu noch mehr Druckstufe, weil man keine kantigen Hindernisse hat, aber öfters Landungen aus großer Höhe.

    Das "sichere" Gefühl einer MX mäßig harten Federung weicht natürlich in einem schmierigen Bachbett sehr schnell, wenn das Fahrwerk nicht im Traum daran denkt, die Arbeit aufzunehmen und man sich fühlt, wie auf einem hochbeinigen Starrrahmen.

    Ich hab mein Fahrwerk so, dass ich mit meinem Speed sicher unterwegs bin, aber es arbeitet auch fein im Geröll etc.. Halt ein Kompromis für das, was man fährt. Die Gabel und Federbein sind auch bei mir straffer als Serie und dazu vor allem besser abgestimmt in Zug und Druck.


    VG Erhard

    Don´t ask what you can do for your suspension - ask what your suspension can do for you!

  • Wobei der Knighter auch echt eher ein rauher Typ und auch glaube ich kein Leichtgewicht ist und ein GNCC Fahrer (=Langstrecken MX)

    .... Kommt ursprünglich aus dem Trial ;) . So wie Taddy und z.B. Billy . Wenn Du deren Fahrwerke beim Superenduro anfasst denkst die haben Besenstiele als Gabelholme. Die sprechen zwar sehr fein an werden dann aber richtig progressiv. Und harte Kanten und Steinfelder fahren die auch ;) . Glaub es oder glaub es nicht auch Du wärst mir einen steiferen Fahrwerk schneller. Die Frage ist nur wie lange man das aushält.


    Sport frei


    Sven

  • Moin,

    Ich glaube gerade beim Fahrwerk gibt es kein richtig oder falsch. Das was für den einen richtig ist passt jemand anderen überhaupt nicht. Eventuell sogar obwohl beide ähnlich schwer und schnell sind. Es gibt Leute die mit der brechstange unterwegs sind und durch alles einfach durch fahren, andere fahren Linien die fiele überhaupt nicht sehen und um die Löcher drum herum.

    Am Ende muss es für den Fahrer passen.

    MFG MS
    ps bin bekennender Warmduscher ;)
    pss schlecht schreiben konnte ich schon immer gut :)

  • Schonmal auf ner ziemlich zerbombten Strecke mit Bremswellen eine Kurve auf der letzten Rille angebremst ?

    Ja, das ist ein Problem! ;)

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  • Kann dir die Daten für Restackor zukommen lassen. Verbautes Setting kann ich dir auch geben, aber ob die werksseitig sind keine Ahnung.

    (Es geht hier um KYB)

    Und schon gerechnet. Es ist ein älteres Setup für Sherco und eins Boano/Beta.

    Scheinen beide möglicherweise zu viel Zugstufe zu haben, aber da sind noch Daten zu klären mit Wuddy. Beide haben im Extremfall Kavitation. Aber die Closed Cartridge ist da einfach weniger kritisch als open Cartridge, weil sich die Kavitation schnell regeneriert.


    Ich denke ich mach mal einen extra KYB thread auf. Aber nicht mehr vor Weihnachten.

    VG Erhard

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  • Das "sichere" Gefühl einer MX mäßig harten Federung weicht natürlich in einem schmierigen Bachbett sehr schnell, wenn das Fahrwerk nicht im Traum daran denkt, die Arbeit aufzunehmen und man sich fühlt, wie auf einem hochbeinigen Starrrahmen.

    Das ist eben was weite Spektrum, wöfür ich immer noch DIE Gabel suche, die alles kann.
    Ich hab jetzt mal meine SXS eingebaut. Gebraucht, PokalTop50 Fahrer, höchstwahrscheinlch leichter als ich. Meine Fresse hat die Reserven. Ich habe mir dann Kanten und Schlaglöcher gesucht, je schneller ich gefahren bin, um so mehr hat es Spass gemacht. Endlich das Einfedergefühl, das ich wollte. Dieser Eindruck als ob man in Knetmasse springt .Nicht Platsch, sondern blub - die Gabel macht mach etwas. Nämlich sich bewegen und dann abbremesen.
    Und nicht wie die OC die einfach nur durchfällt und meint der Endanschlag wird sich schon kümmern. Oder wahlweise bei härterer Astimmung, gar nicht erst eintauchen.

    Sensibel (genug) im Langsamen fand ich sie auch. Liegt das an den schwarzen Beschichtungen? Oder gehen WP_CC gar nicht soo unsensiebel? Die CV vom Kumpel (leichter als ich) fand ich da nicht so überzeugend. Die KYB ist diesem fred zufolgen kein Ansprechwunder

  • ........Endlich das Einfedergefühl, das ich wollte. Dieser Eindruck als ob man in Knetmasse springt .Nicht Platsch, sondern blub - die Gabel macht mach etwas. Nämlich sich bewegen und dann abbremesen.
    Und nicht wie die OC die einfach nur durchfällt und meint der Endanschlag wird sich schon kümmern. Oder wahlweise bei härterer Astimmung, gar nicht erst eintauchen.

    Sensibel (genug) im Langsamen fand ich sie auch. Liegt das an den schwarzen Beschichtungen? Oder gehen WP_CC gar nicht soo unsensiebel? Die CV vom Kumpel (leichter als ich) fand ich da nicht so überzeugend. Die KYB ist diesem fred zufolgen kein Ansprechwunder

    Finde ich gut, dass Du eine tolle Gabel gefunden hast. Da hat man dann Aha Erlebnisse, gell!


    Super beschrieben, wie sich eine Gabel anfühlen soll. Das was beim Sprung "Platsch" macht ist eine Druckstufe, die nicht genug am Anfang bremst, wo die Einfedergeschwindigkeit mittel-hoch ist (3-5m/s). Das ist bei Landungen der Fall.

    Eine sehr hohe Einfedergeschwindigkeit ist dagegen an Kanten möglich (kann 10m/s und mehr erreichen, ich rechne die Fahrwerke bis 20m/s durch).


    Was passiert bei "Platsch":

    Die Shimabstimmung wurde auf "Enduro" angepasst, also auf erträgliches Verhalten an Kanten. Dabei ist die mittelschnelle Dämpfung verloren gegangen, Die Gabel geht also bei Landungen zu locker durch bis dann die luftkammer und die Federprogression und vielleicht ein Hydrostop dem Treiben Einhalt gebieten.


    Oder gar nicht erst Eintauchen:

    Hier wurde die "Highspeed" verstärkt, um nicht nach Landungen durchzuschlagen. Dabei passiert es leicht, dass zwar die mittlere highspeed, die für Landungen nötig ist verstärkt wurde, aber leider die "oberste Highspeed", die für Kanten nötig ist noch viel mehr mitverstärkt wurde.



    Es kommt also darauf an, dass die Dämpfung mittel bis hohe Einfedergeschwindigkeiten jeweils ausreichend aber nicht zu stark dämpft. Das ist genau das, wozu die Restackor Rechnungen so nützlich sind.

    Es gibt aber in paar Dinge, die darüber hinaus gehen, bzw. von Restackor nicht bzw. nicht so gut berechnet werden.


    Was Du beschreibst liegt nicht an OC oder CC. Aber eine CC ist in der Abstimmung fehlertoleranter, wo die OC Kavitation zeigt, ist die CC etwas freundlicher, die Kavitationsblase tritt entweder aufgrund des Vordruckes nicht auf oder wird schnell wieder "gelöscht", denn es ist wenig Raum, die Blase kann nicht wachsen. Bei der OC kann das Öl ins offene System quasi beliebig weggepumpt werden. Eine saubere Abstimmung garantiert aber in beiden Systemen kavitationsfreie Funktion.


    Die KYB hat CC, das mit dem Ansprechen andere Gründe und ist nicht KYB spezifisch, sondern imho eine Abstimmungsfrage. Allerdings hilft das Basevalve hier nicht, weil unnötig riesige Ports und so viel Shims wie ein Telefonbuch Seiten hat, die alle aneinander reiben müssen, wenn das Ventil öffnen soll. Ich wollte dazu bei Gelegenheit noch mehr schreiben.


    Und ja, Beschichtungen machen was aus, sie sind imho toleranter, was Verdrecken angeht, weil der Dichtungsgummi und die Gleitbuchse da weniger Halt findet. Die üblichen verchromten Rohre können nämlich auch exzellent laufen, wenn gut gewartet usw.. Auch ist sehr wichtig qualitativ hochwertige Gleitbuchsen zu verwenden, ich hatte mal einen Fall, wo die Gleitbuchsen unter Querkraft enorm gebremst haben.


    VG Erhard

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  • Tacho.

    Ich hätte eine Verständnisfrage.

    Normal bräuchte ich zwei WP 43.5-L450-6.2N/mm Federn für ne 48er WP-Gabel.

    Wenn ich jetzt eine WP 43.5-L430-6.2N/mm Feder nehme und je Seite eine 20mm Alu-Distanzbuchse drehe... kommts doch aufs selbe raus, oder?

    Wenn man denkt, ne 500er hat noch Kompression und nicht weiss wie das ist wenn die wirklich Kompression hat
    könnte das sein, das man denkt, die hat noch Kompression, obwohl die in Wirklichkeit nicht wirklich Kompression hat! Zitat: mtec

  • Tacho.

    Ich hätte eine Verständnisfrage.

    Normal bräuchte ich zwei WP 43.5-L450-6.2N/mm Federn für ne 48er WP-Gabel.

    Wenn ich jetzt eine WP 43.5-L430-6.2N/mm Feder nehme und je Seite eine 20mm Alu-Distanzbuchse drehe... kommts doch aufs selbe raus, oder?

    Ja, wenn der Federweg langt. Kürzere Feder hat in der Regel weniger Federweg als eine lange Feder (mit gleichem Material und gleicher Härte) - leider sind da oft keine Daten verfügbar, außer das Motorrad, wo die Feder passt und man sucht dann für das Modell nach der Werksangabe vom Federweg.

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  • Mal ne Frage zwischendurch: Wie findet man die richtige Federlänge für seine Gabel? Klar wenn die hoch und runter wandern kann oder man die Feder per Handkraft nicht montiert bekommt passt die nicht.


    Wie ist da die Vorgehensweise?


    Hab auch noch eine Trialgabel wo ich nicht sicher bin ob die härtere Feder einfach zu kurz ist also einen Spacer benötigt wird oder doch eine falsche zu weiche Feder drin ist aber mit richtiger Länge.


    Grüße

    M@tt

  • Grundsätzlich soll die Feder niemals lose sein im eingebauten Zustand bei maximaler Gabellänge. Also Einbaulänge "L1", wenn man daran zieht und den Anschlag erreicht.

    Die ungespannte Feder auf der Werkbank hat "L0".

    L0-L1 sollte 3 bis 15 mm betragen im Enduro/MX.

    Weichere Federn (nicht Offroad) dürfte man auch mehr vorspannen, denn es soll ja ein gewisser Durchhang erreicht werden.

    Für Trial hab ich keine Standardwerte.

    Fang mal mit 8mm an oder bring die Feder mit Spacer auf die gleiche Länge, wie die Originalfeder.

    VG. Erhard

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  • Neue 2022 Husqvarna FE 500 Federbein Zugstufe nicht einstellbar.


    Mein Kumpel hat sein Fahrwerk versucht einzustellen.

    Die Zugstufe zeigt keine Veränderung.

    Egal ob auf oder zu, das Ding flattert wie ein Lämmerschwanz.

    Da wir wenig bis gar keine Ahnung haben, sind wir ratlos.


    Natürlich wird so schnell wie möglich der Händler um Hilfe angerufen und

    der wird sicher auch helfen.


    Aber hiernist bestimmt jemand, der schon mal vorab eine Idee hat.

    Danke im Voraus!

  • Die Verstellen haben halt auch oft nur nen begrenzten Einfluss

    - Honda CR 250 2000

    - Honda CRF450R 2023

    - Maico MC250 Alpha 1 1982

    - Maico MC490 Mega2 1981

    - Ducati 996 1999

    - Ducati 1096 2019 (Eigenbau, 916 mit 1098 Triebwerk)

    - Honda VTR 1000 SP1/2 200X

    - Moto Guzzi V7-700 1969

    - Pannonia TLF250 1958

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