die energiewende - ideen, theorien, lösungsansätze

  • Es wurde halt in den vergangenen 20 Jahren viel getan um die billige Energie vom Dach klein zu halten. Als plötzlich jeder Landwirt und Häulebesitzer merkte, dass man damit ein wenig Geld verdienen kann wurden die Einspeisevergütungen radikal gekürzt. Die Bürokratie war und ist groß, so dass veiel kleinere Anlagen nicht gebaut wurden: Anmeldung beim Netzbetreiber, vierteljährliche Umsatzsteuervoranmeldung, Einnahmeüberschussrechnung am Jahresende, volle Versteuerung. Ich weiß Politik ist schwierig hier aber man sollte sich angesichts der Stromrechnung die Zusammenhänge ansehen, um zu verstehen, wer wirklich für die hohen Strompreise verantwortlich ist. Es ist für Politiker nicht einfach, die Lobby der großen Anbieter hat die Konkurrenz der hundertausenden von Kleinerzeuger gefürchtet. Leider sind Stromkonzerne mit Stadtwerken verwoben und dadurch auch mit Städten und Gemeinden, die mit den Gewinnen ihre Haushalte aufpeppen, so kam und kommt der Druck von allen Seiten, bis hinunter auf die unterste Ebene. Gegen Mieterstrom hat der Mieterbund gewettert, weil anscheinend alle Vermieter nur ihre Mieter abzocken wollen. Strm an den Nachbarn verkaufen ging auch nicht etc. etc.


    Es gibt aber Lichtblicke:

    Für Volleinspeiser gibts künftig wieder 13,XX cent pro kWh

    Das Schweizer Modell, dass Mieter den Strom vom Vermieter kaufen MÜSSEN, sofern er billiger ist als ausm Netz "soll" kommen

    Man kann kleine Anlagen (ich meine bis 10 kW-peak) ganz steuerfrei betreiben

    ...


    Leider gib's grad kaum Wechselrichter

  • Mal angenommen, jeder hätte ungehindert einspeisen können.

    Dann wären Kraftwerke, die man nicht annähernd beliebig rauf und runter fahren kann in grösste Schwierigkeiten gekommen. Auch wenn es technisch gehen würde - die Kraftwerke müssen ja auch ohne Abnahme bereitgehalten werden. Das ist ein erheblicher Anteil and den Stromkosten. Natürlich würde das irgendwer bezahlen. Nämlich der Stromkunde im Winter.

    Kein Wunder, dass die da politisch bremsen, was geht.

    Die Politik stünde vor dem Dilemma, dass ein Land mit doppelter Stromversorgung unterm Strich viel höhere Stromkosten hat. Das ist immer noch so, wir erkennen aber, dass uns der Klimawandel zwingt. Bis wir es schaffen erneuerbare (bei uns zu teure Energie) zu guten Preisen zu importieren.

    Dass der einzelne Solardachbesitzer im eigenen Gewinndenken das ganz anders sieht ist schon klar.


    VG Erhard

    Don´t ask what you can do for your suspension - ask what your suspension can do for you!

  • Dann wären Kraftwerke, die man nicht annähernd beliebig rauf und runter fahren kann in grösste Schwierigkeiten gekommen.

    ... nicht nur die Kraftwerke auch und vor allem die Netze!!

    Man stelle sich das mal bildlich vor. Solarpark mit 11MWpeak - schönster Sonnenschein an einem kühlen Junitag. Ein Wolkenband zieht von Emsland kommend, über den Norden Deutschlands und bescheert uns heiteres Wetter. Auf einmal ist die Sonne weg, weil Wolke davor. Da sind mit einem Schlag mehr als die Hälfte (7MW ... 8MW) der Leistung des Solarparkes vom Netz!! Das geht ja aber noch - nach 3 Minuten 15 sek. geht die Wolke wieder weg und ... 11MW sind wieder am Netz. Selbst wenn das, über sogenannte Rundsteuerempfänger, einegegrenzt wird, gibt es Netzverwerfungen, da so ein - durchaus üblicher - Fall kein Kraftwerk etc. abfangen kann. Ein Solarpark hat durch seine Wechselrichter aber auch keine Trägheit - wie z.B. Windkraftanlagen (teilweise) und große Turbinen. Somit muss das Netz diese Spitzen komplett abfangen. Nun scalieren wir das mal auf viele kleine Anlagen auf Hausdächern die ggf. noch nicht mal über den Rundsteuerempfänger verfügen aber am selben Einspeisepunkt landen, wie der Solarpark und der Blackout ist perfekt :P .


    Sport frei


    Sven

  • Naja, wenn das so schlimm wäre, dann würde in 2/3 der Käffer in Ba-Wü und Bayern permanent der Strom ausfallen, denn dort ist alles voll mit Fotovoltaik. Kann man sehr schön in Gugl-Örth sehen. Im Übrigen kann jeder unbegrenzt einpeisen, bis auf die Neueren großen Anlagen, die vom Netzbetreiber abgeschaltet werden können. Und natürlich braucht man eine Strategie für die vielgefürchtete Dunkelflaute, dazu gehören eben auch Windräder.


    Und das mit dem gewinnstrebenden Solardachbesitzer ist halt auch nur für ein paar fette Jahre als die Anlagen günstig und die Vergütung (zu) hoch war, so um 2010 - 2012 danach hat der Altmaier die Vergütungen so runtergefahren, dass es sich quasi gar nicht mehr gelohnt hat. Deshalb sieht man in den Neubaugebieten kaum Fotovoltaik. "Gewinn" machen übrigens vor allem Die Kraftwerksbetreiber und das seit Jahrzehnten und auch ziemlich fett, vor allem die Atom-Fuzzis, weil der Staat, blöd wie er ist, die Müllentsorgung zahlt. Da lässt es sich gut Kraftwerken.


    Solar ist nicht alleinseligmachend, aber die Sonne scheint nun mal kostenlos, die meisten anderen Kraftwerksarten brauchen irgendwas zum verfeuern und seien es nur Brennstäbe ;)

  • Yepp, alle arbeiten daran, aber auch die Grünen wurden deutlich vorsichtiger, jetzt wo sie in der Verantwortung stehen.

    Eines ist klar - die verantwortlich Politiker dürfen sich keine Märchen von den Energiekonzernen erzählen lassen. Nun ist die Situation mit dem Russengas viel wichtiger geworden, als das Klima und erlaubt auch Lösungen, die bei früheren Energiepreisen nicht in Betracht gekommen wären.

    Unser Land wird aber nicht konkurrenzfähiger dadurch.


    VG Erhard

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  • Ein Solarpark hat durch seine Wechselrichter aber auch keine Trägheit - wie z.B. Windkraftanlagen (teilweise) und große Turbinen.

    Es gibt inzwischen Wechselrichter mit eben solcher Trägheit. Fuer Solar weniger fuers Abfahren, aber fuers Anfahren. Wird z.B. in Australien bei deren grossen Puffer-Batterieparks genutzt. Möglich wäre das also.

  • habe noch nicht mal nen FI. somit kann ich das mitm Balkonkraftwerk auch knicken.

    Wieso soll das dann nicht gehen?

    Bei mir gibt es auch keinen FI. Ich habe noch kein Balkonkraftwerk, möchte aber eins.

    Ich habe bei einer kleinen Renovierung einen Stromkreis mit einem FI auf der Hutschiene nachgerüstet. Wäre das eine Lösung?


    helmar

  • da geht mir doch gleich der Blutdruck hoch!! seit ca. 30 Jahren hätten sich die Netzbetreiber mit der Thematik ausseinander setzen können.

    Aber ausser Verhinderungs Taktik ging da nix. Wer in Deutschlan irgendwas ans Netz bringen möchte kommt an den TAB/TAR nicht vorbei und selbige werden von den Netzbetreibern festgelegt.


    Da läuft halt immer noch das Denken wie ichs anfang der 80ziger ind der Berufsschule gelertn habe: Energieversorgung muß möglichst dezentral und mit größtmöglichen Kraftwerken gemacht werden.

  • da geht mir doch gleich der Blutdruck hoch!! seit ca. 30 Jahren hätten sich die Netzbetreiber mit der Thematik ausseinander setzen können.

    Aber ausser Verhinderungs Taktik ging da nix. Wer in Deutschlan irgendwas ans Netz bringen möchte kommt an den TAB/TAR nicht vorbei und selbige werden von den Netzbetreibern festgelegt.


    Da läuft halt immer noch das Denken wie ichs anfang der 80ziger ind der Berufsschule gelertn habe: Energieversorgung muß möglichst dezentral und mit größtmöglichen Kraftwerken gemacht werden.


    Strom ist eh nur eine eher kleine Facette vom Energiemarkt, die aber wachsen wird.

    Die Zeiten ändern sich - Solar und Wind sind von Natur aus dezentral. Andere Sachen nach wie vor nicht. Es gibt also genug zu tun, deshalb redet auch die ganze Branche von Technologie-Transfer.

    Das wird aber auch was kosten und erst langsam steigt die Motivation sich mit dem auseinander zu setzen und es vor allem zu bezahlen.

    Weiterhin steht zu bedenken, dass erneuerbare in Deutschland nicht sehr gut funktionieren. Der Vorteil ist aber die Erzeugung vor Ort. Das wiegt viel auf, aber nicht alles. Der Rest muss aus (Import)fossil ergänzt werden und das fossile nach und nach (möglichst schnell) durch erneuerbare Energieträger.

    Diese erneuerbaren Ersatzstoffe laufen über Wasserstofferzeugung. Weil der nicht so toll zum Transport und Lagern taugt, macht man vor Lagerung und Transport was daraus = Derivate.

    Das sind: Methanol und Ammoniak und weiter verarbeitet auch Flugbenzin und eine Menge chemische Rohstoffe die bisher fossile Derivate sind.

    Diese erneuerbaren Energieträger sind in Deutschland nicht konkurrenzfähig herzustellen - könnt ihr mir glauben, das ist mein Beruf sowas zu rechnen.

    Deshalb werden sie importiert.


    Viele Grüße,

    Erhard

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  • Diese erneuerbaren Energieträger sind in Deutschland nicht konkurrenzfähig herzustellen - könnt ihr mir glauben, das ist mein Beruf sowas zu rechnen.

    Blöd halt daß sich die Rahmenbedingungen für solche Berechnungen ändern.

    Lass mal wieder ne Flutkatastrophe und ein paar Dürresommer kommen dann werrden diese Kosten auf einmal relativiert.

    Bisher wird das alles halt auf die Allgemeinheit abgewälzt mal sehen wie lange noch .

  • Blöd halt daß sich die Rahmenbedingungen für solche Berechnungen ändern.

    Lass mal wieder ne Flutkatastrophe und ein paar Dürresommer kommen dann werrden diese Kosten auf einmal relativiert.

    Bisher wird das alles halt auf die Allgemeinheit abgewälzt mal sehen wie lange noch .

    Es wird immer auf der Allgemeinheit lasten. Bürger bürgen eben.

    Und relativieren tut sich gar nix, Dürre und Flut machen weder PV noch Wind rentabler hierzulande.


    VG Erhard

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  • Dürre und Flut machen weder PV noch Wind rentabler hierzulande.

    Mit kostenlosem Strom, sprich Strom der sonst gar nicht produziert würde, weil man die Windräder und Solarpeneele abschalten musste kann man immer etwas sinnvolles anfangen. Wie z.B. einen Energieträger produzieren. Es muss nur regelmäßig genug "Überschusstrom" da sein. Deshalb muss mindestens so viel ausgebaut werden, dass an den meisten Tagen 100% des Strombedarfs durch sie gedeckt wird. Und davon sind wir weit entfernt.

  • Mit kostenlosem Strom, sprich Strom der sonst gar nicht produziert würde, weil man die Windräder und Solarpeneele abschalten musste kann man immer etwas sinnvolles anfangen. Wie z.B. einen Energieträger produzieren. Es muss nur regelmäßig genug "Überschusstrom" da sein. Deshalb muss mindestens so viel ausgebaut werden, dass an den meisten Tagen 100% des Strombedarfs durch sie gedeckt wird. Und davon sind wir weit entfernt.

    Leider funktioniert es so nicht. Ich stell mal die Preisfrage warum?

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  • Leider funktioniert es so nicht. Ich stell mal die Preisfrage warum?


    These von 610er:"Mit kostenlosem Strom, sprich Strom der sonst gar nicht produziert würde, weil man die Windräder und Solarpeneele abschalten musste kann man immer etwas sinnvolles anfangen. Wie z.B. einen Energieträger produzieren. Es muss nur regelmäßig genug "Überschusstrom" da sein. "


    Da zur Preisfrage (warum das nicht funzt) nix kommt, hier die

    Auflösung:



    -Um etwas herzustellen muss man Produktionsanlagen haben.

    -Diese kosten hohe Investitionen. bei 20 Jahren Lebensdauer würde man also jedes Jahr 1/20 + Kreditzinsen für die Investition aufbringen müssen.

    -Damit nicht genug, sie müssen auch betriebsbereit gehalten werden. Die Kosten hierfür sind ähnlich hoch, wie für die Investition.


    Ganz klar dass man das über den Verkauf seines Produktes reinholt, denn sonst geht man schlicht bankrott.


    -In einem windreichen Land sind über 60% Auslastung (Wind) und 40%(PV) realistisch. PV ist dennoch gut, u.A. weil preiswert.

    -In Deutschland möchtest Du nun mit dem Überschußstrom arbeiten. Mehr als 5% Auslastung kommt da nicht rum!


    Jetzt kannst Du mal überlegen, was Wasserstoff+Derivate aus "Überschußstrom" dann im Vergleich zum Import kosten würde.

    Das kann man drehen und wenden wie man will (und das haben wir viel gedreht und gewendet)


    VG Erhard

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  • Um etwas herzustellen muss man Produktionsanlagen haben

    eigentlich wollt ich hier nix mehr schreiben, aber..

    das ist genau die Argumentationskette der großen Energieproduzenten. In der Zwischenzeit wissen wir aber, dass diese sehr zentralistische Vorgehensweise grundlegend FALSCH ist (EE: Stromerzeugung so kleinteilig und dezentral wie möglich, zusätzlich so lokal wie möglich).

    Nachdem die Preis-Ermittlung mal in den Focus gerückt ist, sieht man auch genau, wie sehr wir beim Preis verarscht werden. Nirgends ist der Strom so teuer wie in D und nirgends machen sich einzelne auf Kosten der Allgemeinheit so extrem die Taschen voll.

    Und jetzt bitte nicht wieder mit dem schlechten Wirkungsgraden argumentieren. Alles ist effektiver / besser, als Abschaltung oder Runterregelung.

    Never forget: You Meet The Nicest People on A Honda :)


    Kontrolle ist eine Illusion, man hat genau solange die Kontrolle, bis man sie verliert !


    David Bailey wrote: If you don't have a Honda ... well, you don't have a Honda! :teufelgri


    Wer später bremst, fährt länger schnell !
    Hubraum statt Wohnraum und PS statt Ventile

  • Moooment! Ich sprach nicht von Strom und auch nicht von zentral. Es geht um sinnvolle Nutzung von sog. Überschussstrom um irgendwie irgendwas damit zu machen.

    Und das ist nicht so sinnvoll, wie es scheinen mag.

    Dezentrale Energie - da hab ich überhaupt kein Problem damit!


    Viele Grüße, Erhard

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