Nockenwelle händisch nachschleifen?

  • Moin


    In einem anderen Forum wird gerade heiß diskutiert, ob man so eine Nockenwelle ruiniert, oder nachschleifen kann:


    Kritikpunkte sind:
    - Härtung der Nockenwelle geht verloren
    - Nockenwellenprofil ist undefiniert


    Feuer frei! :-)

  • Das Ziel ist, sich an einer schön glänzend aussehenden Nockenwelle zu freuen und zu denken, die funktioniert auch wieder wie neu.


    Ich habe keine Ahnung mehr über Härte-/Anlasstiefen usw., aber so funktioniert das m.E. definitiv nicht.

  • Das funktioniert auf keinen Fall im technischen Sinne.
    Man hat hinterher eine unbrauchbare Nockenwelle mit zu wenig Ventilhub und undefinierter Öffnungskurve und Überschneidung.
    Mehr als hinterher schön zu glänzen kann das nicht.
    Wenn die Welle nur nitiert oder aufgekohlt ist, was eigentlich üblich ist, ist es mit der harten Schicht dann auch dahin.


    Bei einer fachgerechten Reparatur würde man zuerst durch z.B. Spritzen Material auftragen um dann auf einer entsprechen gesteuerten Schleifmaschine das Nockenprofil wieder auf das Originalmaß zu bearbeiten.

  • Bis auf die evtl nicht mehr vorhandene Härte würde mich der Rest nicht verunsichern,wenn das parallel u winkelig gemacht wird ,warum nicht.



    Weil das Ventil hinterher weniger weit öffnet da der Welle ja Material fehlt und die Nocken nach dem schleifen weniger hoch.
    Dem Motor wird also Leistung und ggf. Laufkultur fehlen.

  • Weil das Ventil hinterher weniger weit öffnet da der Welle ja Material fehlt und die Nocken nach dem schleifen weniger hoch. Dem Motor wird also Leistung und ggf. Laufkultur fehlen.


    Ganz so simpel ist es nicht. Das "Umschleifen" von Nockenwellen ist eine der ältesten Tuningmethoden.
    Und es gibt dazu immer noch Anbieter. Das Spiel muss natürlich neu justiert und die Oberfläche behandelt werden.

  • Ich bin in besagtem Forum als User "Nockenfräser" heftig am Mitdiskutieren, werd mich hier aber (versuchen) zurück (zu) halten. :cursing:
    Zumal die ersten Postings eh schon alles Richtige gesagt haben.
    Ich möchte nur ergänzen, dass es sich in dem Video um einen KTM 350SX-f-Kopf handelt, also eine reine Gelände-Rennkiste mit 58PS und einer Drehzahlgrenze von 13.400/min, wenn ich das richtig im Prospekt gelesen hab.


    Hans

  • .......
    Ganz so simpel ist es nicht. Das "Umschleifen" von Nockenwellen ist eine der ältesten Tuningmethoden.
    Und es gibt dazu immer noch Anbieter. Das Spiel muss natürlich neu justiert und die Oberfläche behandelt werden.


    Da wird aber in der Regel der Grundkreis überschliffen und man erhält dann mit dem neuen Ventilspiel mehr Ventilhub und ne längere Öffnungszeit.

  • Was mir grade spontan durch den Kopf geht: Wie heiss werden die Nocken eigentlich bei seinem Geschleife? Oder andersrum gesagt, wie weit lässt der das Material nochmal an und veringert zusätzlich (neben dem Schleifabtrag) die Härte?
    Oder ist die eingebrachte Wärme vernachlässigbar?

  • Das wird schon gut warm werden nicht umsonst wird beim Schleifen ja normal gekühlt.
    Andererseits , wenn man noch keine braunen Stellen (Schleifbrand) sieht sollte es von dem her noch Ok sein.

  • Kannst vernachlässigen, wenn die Schleifscheibe aus geeignetem Korn besteht, fürs Trockenschleifen geeignet ist und gelegentlich abgezogen wird, bleibt das Werkstück kühl. "Angelassen" waren die NOcken ja schon durch den Ölmangel und das Fressen. Ist in dem Fall aber wurscht, denn darum gehts nicht, sondern um das undefinierte Profil. Wenns so einfach wäre, wärn die Leut ja Deppen, die das studiert haben und Hauptberuflich machen.


    Hans

  • Weil das Ventil hinterher weniger weit öffnet da der Welle ja Material fehlt und die Nocken nach dem schleifen weniger hoch.
    Dem Motor wird also Leistung und ggf. Laufkultur fehlen.


    Dafür ist es länger offen.
    Gibt ja auch Seriennocken, die zu Sportnocken umgeschliffen werden.
    Aber von Hand ohne Kenntnisse hälts von 12 bis Mittags........

  • Fragt Mal bei großewächter ect. Nach. Das ist schon recht aufwendig. Allerdings kann man das mit etwas vorichtungsbau und bissl Mathematik schon auch selbst probieren. Allerdings lohnt der Aufwand imho nur wenn wirklich nichts anderes zu bekommen ist oder man es einfach wissen will. Wie zb. Der kuntzinger.

  • [/quote]


    Aber von Hand ohne Kenntnisse hälts von 12 bis Mittags........[/quote]


    Ja , aaaber : GN 400 , Nockenwelle / Kipphebel eingelaufen = ist da normal . Seitlich so versetzt , daß man die Nockenform noch gut erkennen konnte ; Schablone gemacht ; aufgeschweißt , Kipphebel auch ( wir haben da so Auftragselektroden ...)
    Nocken nach Schablone hergeschliffen , Kipphebel auch ( winklig ! ) und anschliessend poliert :thumb:
    Bitte nicht nachmachen ! .....das ist natürlich kein Rennmotor , jetzt etwa 10 Jahre her und die Kiste läuft immer noch :D

  • Rollenkipphebel müssten bei "weichen" Nocken eigentlich unproblematischer sein oder ?


    Nein, leider nicht, hart muss es schon sein, der Grund ist die wechselnde Geschwindigkeit der Rollen. Die werden dauernd scharf beschleunigt und abgebremst, und rutschen dadurch auf der Nocke durch. Aber die harte Schicht muss nicht so dick sein, und die Materialpaarung ist nicht so kritisch. Obige KTM hat übrigens doch keine Rollenhebel, sondern DLC-beschichtete Schlepphebel. Dafür brauchen die Nocken eine besonders geringe Rauhtiefe an den Nocken, sonst schabts die DLC-Schicht ab.
    @Reißwolf
    Zur GN400: Wenn Du mir die Elektrodentypen sagen könntest, wär ich Dir sehr verbunden.


    Gruß
    Hans

  • Da wird aber in der Regel der Grundkreis überschliffen und man erhält dann mit dem neuen Ventilspiel mehr Ventilhub und ne längere Öffnungszeit.

    Das ist schon klar, es ging mir nur um die ersten Aussagen hier.
    Ist halt wie immer, man kann vieles machen, wenns ordentlich gemacht wird :P


    Wie tief sind Nockenwellen eigentlich gehärtet? Wär z.B. auch so ein Aspekt der zu berücksichtigen ist.

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