3D Druckteile für Enduro

  • Wäre es möglich Kettenführungen und Protektoren für eine Enduro mit einen 3d Drucker herzustellen?
    Hab da länger schon den Gedanken ob man nicht den Kupplungsdeckelschutz, die Bremsscheibenschütze, Kettenführungen, Kupplungs- und Bremshebel und vieles mehr per 3D Druck herzustellen.
    Fahre selbst ne Enduro und bin es Leid so Teure Preise zu zahlen.
    Hat hier jemand schon Erfahrungen damit gemacht bzw. hat vlt ähnliche Ideen dazu?

  • Du müsstest geeignete Werkstoffe auswählen. Die gängigen für "normale" 3d Drucker sind für deine Anwendungen ungenügend.
    Die "besseren" Werkstoffe muss man von Profis beauftragen, weil die ganz andere Drucker haben. Für Metalle erst recht.
    Im Endeffekt wird das aber auch eher nicht billig, sondern sogar teuer, aufwändig und womöglich minderwertig zugleich.
    Wesentlich mehr Werkstoffe sind nicht druckbar und werden gefräst. Da hast du volle Auswahl. Aber auch nicht billig.
    Und alles muss vorher als Datei vorliegen, egal welches Verfahren Druck oder Zerspanend....
    Aussichtslos um Geld zu sparen.


    VG Erhard

  • Sehe es wie Erhard, dein Vorhaben ist alles andere als wirtschaftlich !

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  • Erfahrungen im CAD Bereich müssen schon da sein .
    Die Zeichnungen für den 3D-Druck erstellen ist schon mal das eine.
    Wenn sie erstellt sind, gut, die hat man dann zum nachdrucken.
    Die meisten 0815 Heimdrucker werden sogar von der Verarbeitungsgröße her reichen.
    Dann die Materialwahl, es gibt einiges, auch brauchbares, aber für manche Dinge für den Heimdrucker nicht erhältlich oder nicht Druckbar (Stichwort "PE")
    PE ist sehr oft vertreten, was Teile angeht.
    Vergleichbare Materialien gibt es, aber wie die sich in der Praxis bewähren, ist Fraglich .
    Hatte das Thema letzt noch mit meinem Kollegen durch, der das komplette Equipment, wie auch die Erfahrung hat.
    Wollten einen modifizierten LuFi-Deckel für meine LC4 drucken, haben das aber dann erst mal auf Halde geschoben .

  • Meine Erfahrung mit Teilen aus dem 3D-Drucker ist, dass sie teilweise entlang der
    "Drucklinien" zerbrechen. Ein Pulverdrucker ist da IMHO notwendig.
    Der wiederum kostet deutlich mehr in der Anschaffung.

  • 3D-Druckteile die im FDM-Verfahren hergestellt wurden, sind meist in der Z-Achse (also zwischen den Schichten) sehr bruchempfindlich.
    Je spröder das Filament dabei ist, um so eher macht es "knack". Allzu belastungsfähige Teile kann man daher mit diesem (gängigsten) Verfahren leider nicht herstellen.


    Aus diesem Grund habe ich mich mehr auf das Drucken von Weichteilen konzentriert und viel mit PU-Filamenten experimentiert.
    Seither drucke ich mir auf unserem Ultimaker3 so Klein- und Zierteile wie Kappen, Stopfen, Scheiben, Dichtungen usw. aus Filaflex (PU mit ca. 60-90 Shore).


    Das optisch anspruchsvollste und gelungenste Projekt bisher waren die Rahmenverschlußkappen der Schwingenachse an meiner SWM 250 TF3 mit original SWM-Logo.
    Leider habe ich damals keine Bilder von den Einzelteilen gemacht und die SWM ist inkl. dieser Teile verkauft worden, aber hier mal zwei Bilder auf denen die schwarzen Kappen unten im Rahmendreieck zu sehen sind:




    Grüße
    zatec

  • Bei uns in der Arbeit haben wir einen FDM-Drucker, der nur das eigene Herstellermaterial drucken kann, welches zwar ziemlich teuer ist, die Qualität der Bauteile jedoch wirklich gut ist.
    Es ist möglich Faserverstärktes Material zu drucken, als auch eine Endlosfaster einzubringen.
    Dadurch entstehen wirklich stabile Teile - vom Bremshebel würde ich dennoch absehen.
    Der Drucker liegt - je nach Model - so grob in der 4000-8000,-Euro Liga.......hier ein paar Beispiele:
    https://www.mark3d.com/de/anwenderberichte/#bildergalerie


    Ein weiterer Aspekt ist die Oberfläche bzw. Optik. Bei vielen Teilen wird eine Stützstruktur benötigt. Wenn diese entfernt wird, ist die Oberfläche nicht soo schön. Was jetzt aber z.B. für einen Kupplungsdeckelschutz wohl egal wäre.


    Dennoch würde ich sagen, dass es nicht lohnt, Teile zu drucken, die man einfach so kaufen kann, Wenn man viel Zeit und auch Bock drauf hat - dann natürlich OK.
    Aber beachte, das erstellen der Datei ist nicht ohne......nicht wegen dem CAD (das ggf. auch), sondern das ausmessen der Teile ist schon etwas aufwendiger, wenn man nur gewöhnliche Messmittel zur Verfügung hat (also keine 3D-Messmaschine z.B.)


    Auch wichtig ist, dass Gewinde im Kunststoff nicht funktionieren. Von daher sind hier Gewindeeinsätze nötig (z.B. Quicksert).
    Ich hab mir bisher nur Teile gemacht, die es nicht zu kaufen gibt - zuletzt eine kleine Heckverstärkung für die 701, GPS-Halter oder was zur Gepäckbefestigung.



    Gruß Christian

  • Bei uns in der Arbeit haben wir einen FDM-Drucker, der nur das eigene Herstellermaterial drucken kann...


    Das behaupten nahezu alle Hersteller von Ihren 3D-Druckern!
    Auch bei unserem Ultimaker3 heißt es in der Bedienungsanleitung, dass ausschließlich original Ultimaker-Filament zu verwenden sei...


    Wenn man es dann aber mal mit anderen Filamenten probiert merkt man schnell, dass man mit ein paar Veränderungen der Parameter genau so gute, wenn nicht sogar bessere Ergebnisse damit erzielen kann.
    Das von mir oben erwähnte Filaflex zum Beispiel gilt als schwer verarbeitbar in FDM-Druckern mit Bowdenextrudern, wir haben es dennoch probiert und es klappt wunderbar :thumbsup:


    Grüße
    zatec


  • Auch wichtig ist, dass Gewinde im Kunststoff nicht funktionieren. Von daher sind hier Gewindeeinsätze nötig (z.B. Quicksert).


    Das würde ich so nicht unterschreiben!
    Man sollte allerdings nicht die Gewinde drucken, sondern nur die Kernlochbohrungen und wie bei einem Metallbauteil danach mit einem möglichst scharfen Gewindebohrer die Gewinde schneiden.
    Wichtig ist hierzu, dass man den Bereich der Gewinde (oder besser das gesamte Bauteil) massiv gedruckt hat und nicht materialsparend in Wabenform wie es die Software in der Regel vorschlägt.
    Natürlich sind diese Gewinde bei weitem nicht so belastbar wie bei einem Metallteil, aber im Verhältnis zu den physikalischen Daten des Werkstoffes gesehen sind diese für diverse Zwecke schon auch brauchbar!


    Grüße
    zatec

  • Das würde ich so nicht unterschreiben!
    Man sollte allerdings nicht die Gewinde drucken, sondern nur die Kernlochbohrungen und wie bei einem Metallbauteil danach mit einem möglichst scharfen Gewindebohrer die Gewinde schneiden.
    Wichtig ist hierzu, dass man den Bereich der Gewinde (oder besser das gesamte Bauteil) massiv gedruckt hat und nicht materialsparend in Wabenform wie es die Software in der Regel vorschlägt.
    Natürlich sind diese Gewinde bei weitem nicht so belastbar wie bei einem Metallteil, aber im Verhältnis zu den physikalischen Daten des Werkstoffes gesehen sind diese für diverse Zwecke schon auch brauchbar!


    Das stimmt natürlich, ich hab auch schon Gewinde in Holz geschnitten :)
    Aber als Maschinenbauer bin ich von belastbaren Gewinden ausgegangen, besonders wenn es um Teile für die Enduro geht (Vibrationen, Erschütterung etc.).
    Zudem werden bei uns in der Firma sehr viele PU-Teile gegossen, welche flächendeckend mit Gewindeeinsätzen versehen werden - von daher ist das für mich ganz normal und auch leicht zugänglich.


    Bezüglich dem druckbaren Material mach ich mich nochmal schlau was da Sache ist.........


    Gruß Christian

  • Die Hülsenmuttern dürfen aber halt außen nicht rund sein, da sie sonst mitdrehen.
    Zudem muss der Zugang von der Rückseite möglich sein zum einsetzen (damit der Bund die Zugkraft aufnehmen kann).


    Möglichkeiten gibt es sicher viele - man muss halt für seinen Bedarf das beste (Funktion, Verarbeitung, Kosten) raussuchen.
    Die Quicksert-Einsätze haben sich bei uns bewährt und lassen sich schnell und einfach eindrehen (allerdings sollte man die Schraube dann nicht mir Loctite sichern, da sich der Einsatz sonst beim lösen der Schraube mitdreht).


    Gruß Christian


  • Ja klar, für häufig benutzte Gewinde ist es nochmal anders.

  • Habe gute Erfahrungen damit gemacht, man muss nur gut 3D konstruieren können, der Rest also den Druck erledigt dann ein Dienstleister.


    Ich hatte mir einen neuen Ansaugkrümmer konstruiert um einen erheblich voluminöseren SmartCarb anstatt eines schlanken Bings oder Dell'Ortos zu montieren.


    Habe den dann erst einmal in wärme- und Kraftstiffbeständigen Resinkunstoff drucken lassen, sozusagen als Prototyp falls er nicht passen würde.
    Dabei auch die Anzahl der Segmentierungen bei Bögen und Rundungen gering gehalten um das Modell einfach und damit die Kosten gering zu halten.


    Nach einer Woche kam der Druck per Post an, das Ergebnis war sehr gut, passte wie angegossen. Ich habe den Ansaugkrümmer dann tatsächlich auch montiert, zuvor die Kanten abgerundet und ihn dann mit Felgenlack von außen silber lackiert. Der sitzt jetzt seit einem Jahr auf dem Moped hat 4 Großveranstaltungen und diverse Trainingstage durchgehalten und wird es wohl weiter tun.


    Wenn man sich in 3D Druck Materialkunde informiert dazu Materialgerecht und wirtschaftlich konstruiert ist 3D Druck eine sehr kostengünstige Alternative.

  • Mein Bruder hat für meine 93er TM Kettenschleifer gedruckt. Optisch gibt's da nichts zu bemängeln. Passen auch gut. Allerdings habe ich mal mit einem Gummihammer gegen die Kettenführung geschlagen und dabei ging der obere Schleifer zu Bruch. Den hat er aus anderem Material nochmal gemacht. Zu einem wirklichen Praxistest wird es wohl nicht kommen. Glaube nicht, dass ich die TM noch großartig bewege :D

  • Cool, mittlerweile kann man auch Gummi und in unterschiedlichen Shorehärten drucken,so dass das Material nicht mehr so "zerbrechlich" ist.


    Ich würde hier thermoplastisches PU (TPU) empfehlen.



    Das Problem des Druckes ist die immer gleiche und nicht veränderbare Dichte des Materials aufgrund der Drucktechnologie das stetigen Aufbaus.

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