Bevor ich anfange zu suchen...

  • frag ich doch erst mal die hier vertretende Schwarmintelligenz: Husaberg TE 300 will nicht mehr mit E-Starter, kein Bendix defekt, dreht normal, Batterie voll aber will nicht. Mit Kickstarter genügt ein Tritt. Hat jemand eine Idee bevor ich das Teil zerlege?

  • Selbes Problem hier, ebenfalls bei einer Husaberg TE 300... habe mittlerweile aufgegeben den Fehler zu finden.


    Bisher probiert:


    - neuer Bendix
    - neue Buchsen von Bendix und dem Zwischenrad
    - neues Anlasserrelais
    - neue Batterie
    - neues Kabel vom Anlasserrelais zum Starter
    - neue Kohlen im Anlasser
    - und zu guter Letzt einen neuen, stärkeren Anlasser


    ... mein Anlasser schafft es einfach nicht den Motor durchzudrehen - trotz all der Reparaturversuche - er dreht viel zu langsam, meist ist kurz vor OT Schluss da er einfach zu wenig Kraft hat. Falls du also eine Lösung findest wäre ich dir sehr dankbar.


    Viele Grüße

  • Servus, hast du auch das Zwischenrad ersetzt?? Das gibt es meine ich auch in verschieden Übersetzungen, ich meine das
    es von Freeride ein Zahn mehr hat oder so, und damit das letzte quentchen ausmacht die dem Anlasser fehlt!!!
    So war es bei meiner 300 Berg.

  • Servus, hast du auch das Zwischenrad ersetzt?? Das gibt es meine ich auch in verschieden Übersetzungen, ich meine das
    es von Freeride ein Zahn mehr hat oder so, und damit das letzte quentchen ausmacht die dem Anlasser fehlt!!!
    So war es bei meiner 300 Berg.


    Richtig, das Zwischenrad alt hat 27 Zähne, das neue 28 Zähne. leider wird dann oft vergessen, dass auch das kleine Zahnrad im Kronenrad angepasst werden muss. Das Neue hat soweit ich mich erinnern kann 16 Zähne während das alte 18 hat.

  • frag ich doch erst mal die hier vertretende Schwarmintelligenz: Husaberg TE 300 will nicht mehr mit E-Starter, kein Bendix defekt, dreht normal, Batterie voll aber will nicht. Mit Kickstarter genügt ein Tritt. Hat jemand eine Idee bevor ich das Teil zerlege?


    Gib mal genauere Info. Was meinst du mit dreht normal und wie hast das festgestellt? Bendix alt oder bereits das neue Modell?


    Ich mach mir jetzt die Mühe und schreib mal step by step wie man die Starterprobleme in den Griff bekommt und womit man beginnt. Bitte killt mich nicht wenn ihr das alles schon kennt, was ich aber bezweifle sonst würde der Starter ja funktionieren :-)


    - Startknopf Steckverbindung reinigen und für guten Kontakt sorgen


    - Motor starten, Voltmeter an Batterie, Ladespannung messen, alles unter 14,3 Volt ist zu wenig


    - Batteriespannung messen, alles unter 13,3 Volt ist zu wenig, wenns lange steht kann das aber schon vorkommen


    - Kontrolle Starterrelais. Wenn das Relais nur klickt, dann liegt der Fehler woanders, denn das Relais funktioniert wenn man das Klicken hört.


    - Starterrelais kurzschließen, dazu verbindet man die beiden dicken Kabel, einmal rot, einmal schwarz. Abschrauben ist nicht notwendig. Einfach die beiden überbrücken, am besten mit einem Montiereisen oder großen Schraubendreher. Wenn der Starter dann schön dreht und der Motor evtl. anspringt ist das Starterrelais defekt. Ich würde diesen Test auch dann machen wenn man das Relais vorher klicken gehört hat, sicher ist sicher.


    - Messung Spannung, zuerst an der Batterie, ideal über 13 Volt für die Gesamtmessung aber irrelevant. Die an der Batterie gemessene Spannung muss verlustfrei am Starterrelaise ankommen. Nächster Messpunkt unten am dicken Pluskabel des Starters. Dazu muss man das Pluskabel abschrauben (Achtung beim Abschrauben mit dem Schraubenschlüssel kein Metallteil berühren sonst fliegen dei Funken!) Auch hier muss die selbe Spannung anliegen. Dazu das Pluskabel mit dem Pluskabel des Messgeräts verbinden, das Massekabel des Messgeräts an Masse und nun den Starterknopf drücken oder von Helfer drücken lassen. Jetzt muss das Messgerät wieder den gleichen Wert anzeigen wie zuvor an Batterie und Starterrelais. Ist das nicht der Fall kommt beim Starter eventuell zu wenig Saft an, dann liegt die Ursache unter Umständen in der Verkabelung. Auch im Falle wenn alles gut ist, zahlt es sich aus ein 10 oder 12-quadrat-Kabel von Batterie minus an den Starter hinunter zu legen. Das serienmäßige Batteriemassekabel ist kompletter Mist (jedenfalls bei den baugleichen KTM's). Ist also elektrisch alles gut, dann gehts ans mechanische Zeug.


    - Starter ausbauen und an Masse halten, starten. Dreht der Starter kräftig? Wenn ja alles OK, wenn er nur mühsam dreht, dann ist die Starterwelle rostig und hat einen hohen mechanischen Widerstand, der beseitigt werden muss. Ölen soll helfen :-)


    - Starter und Bendix. Es gibt Fälle wo alles gut ist und es trotzdem nicht funktioniert, dann wäre eventuell ein Umbau auf den neuen, stärkeren Starter, den neuen Bendix mit einem Zahn mehr und das neue Zahnrad (im Kronenrad) mit zwei Zähnen weniger, sinnvoll. Jedenfalls wenn der Starter schön dreht, kann es auch an Widerständen in der Mechanik liegen. Alles gehört gereinigt, die Lagerbuchsen getauscht (ca. 4 Euro) die Lagerpunkte und Zahnräder zart gefettet. Der Bendix sollte trocken bleiben, ein Hauch WD40 darf sein.


    - Kronenrad. Das Kronenrad kann stecken bleiben wenn es falsch ausdistanziert ist, das fällt im ausgebauten Zustand nicht auf, wenn es dann festgeschraubt wird, beginnt es zu stecken, keine Chance das der Startermotor diesen Widerstand überwindet. Das Kronenrad muss kontrolliert und ggf. justiert/distanziert werden. Siehe dazu Youtube, ich glaube der alte Beutel von Slavens hat da ein Video das es ganz gut zeigt. Ist relativ einfach zu kontrollieren/distanzieren, aber ich kann es schwer beschreiben.


    - eher wenig bekannt ist ein Fehler im Bendix der bei allen Modellen bis 2014 vorkommt (KTM, HQV, Berg). Es passiert nämlich, dass sich das Zahnrad des Bendix auf der Welle dreht. Mit der Hand lässt sich das nicht feststellen, dazu muss dann der Bendix in den Schraubstock eingespannt werden und wenn man dann mit einer großen Zange am Zahnrad versucht zu drehen und es lässt sich drehen, dann habt ihr einen von diesen zahlreichen Bendix die bei KTM/HQV/Berg schon defekt ab Werk eingebaut wurden. Fehler gefunden.


    - nur bis einschließlich BJ. 2009 wurde ein sehr schlechter Drehmomentbegrenzer eingebaut, sitzt auf der rechten Motorseite, sieht aus wie ein dickeres Zahnrad, besteht aber aus mehreren Teilen (optisch nicht erkennbar!), das wichtigste Teil davon ist eine kleine Rutschkupplung. Die rutscht oft leicht durch und so verpufft die Starterleistung und der Motor wird zu langsam durchgedreht. Das Böse dabei, es klingt alles ganz normal, man hört keinen Unterschied.


    Ich hoffe ich habe nichts vergessen. Anzuraten ist in jedem Fall der Umbau auf die neueren, verbesserten Teile. Wenn alles in Ordnung ist springen die Kisten auch mit diesem unglücklichen Startersystem zuverlässig an.


    Was mir sonst noch einfällt:


    -hohe Übergangswiderstände wegen schlechter Steckverbindungen und Massepunkte kommen häufig vor
    -festgegammelte Starterwellen kommen auch häufig vor
    -den ersten Kaltstart könnte man schon mit dem Kicker machen
    -der Ölumbau ist jedenfalls dann unnötig wenn man ein BJ. ab 2014 hat oder den Starter alle 30 Stunden wartet, bei den neueren Modellen ab 2014 reicht es alle 50 Stunden.


    Gruß
    Doc

  • - Batteriespannung messen, alles unter 13,3 Volt ist zu wenig, wenns lange steht kann das aber schon vorkommen


    Ergänzend und könnte hier die Ursache sein, wie öfters, wenns mit E-Starter zwar den Motor dreht, aber nicht anspringt, mit Kicker sofort anspringt:
    Spannung während des Startens messen. Wenns auf <7 Volt abfällt, springts auch kaum an.


    Kleine Korrektur:
    Plus Kabel am Starter kannst ohne Gefahr abschrauben. Das Geschriebene gilt bei der Batterie (deshalb schraubt man zuerst das Massekabel ab oder zuletzt an). Beim Starter liegt am Pluskabel kein Strom an, solange dieser nicht betätigt wird.

  • Was bei meinen früheren 300 mit dem seitlich angefriemelten Starter geholfen hat, ist der sogenannte Kill-Button Trick.
    Wurde hier im Forum auch schon öfter angesprochen, aber nochmal zur Ergänzung:


    - Starter-Knopf drücken
    - nach 1-2 Sekunden zusätzlich! (nicht anstatt) kurz den roten Aus-Knopf drücken.


    Mach ich heute noch bei meiner FR 2T und die springt jedesmal sofort damit an.


    Klingt merkwürdig, funktioniert aber.
    Soll damit zusammenhängen, daß das Kabel zum Starter-Motor und das Zündkabel (oder so) standardmässig zusammengelegt sind und letzteres da irgendwie Einfluss hat, der durch das kurzzeitige Drücken des Aus-Knopfes aufgehoben wird (Induktion? Keine Ahnung, andere können das bestimmt erklären, bin kein Elektriker).


    Voraussetzung ist natürlich immer, das der Rest i.O. ist, wie von Doc beschrieben.


  • Plus Kabel am Starter kannst ohne Gefahr abschrauben. Das Geschriebene gilt bei der Batterie (deshalb schraubt man zuerst das Massekabel ab oder zuletzt an). Beim Starter liegt am Pluskabel kein Strom an, solange dieser nicht betätigt wird.


    Ja stimmt natürlich... war noch ein bissel müde :-)


    Und was FR schreibt stimmt auch, das kann helfen.

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