Ich hab schlechte Laune weil...

  • Im Prinzip hast du absolut recht, dass man Tierprodukte aus solcher Produktion nicht akzeptieren darf, aber die praktische Umsetzung in allen Bereichen ist heute kaum noch möglich.

    Ich hab das vor einger Zeit schonmal geschrieben.


    Ohne Tierquälerei verharmlosen zu wollen.

    Wir erleben jetzt das, was Verbraucher und Politik die letzten Jahrzehnte gefordert und gefördert haben.

    Lebensmittel müssen günstig sein, damit Geld für "Konsum" vorhanden ist.


    Ich komme vom Hof und habe mich vor 3 Jahren entschieden, den seit 5 Generationen geführten Hof mit Tierhaltung nicht mehr weiterzuführen. Sehr zum Leidwesen meiner Eltern, die Diesen mit Herzblut geführt haben.


    Früher hat der Metzger unsere Schweine 600m weiter in seinem Schlachthaus geschlachtet und örtlich vermarktet.

    Aufgrund der hohen Qualität kamen die Leute aus den umliegenden Gemeinden zum Einkaufen.

    Die Milch kam in die Molkerei 15 Kilomerter weiter.

    Den Metzger gibts seit 15 Jahren nicht mehr. Die Molkerei seit 10 Jahren.


    Deutsche Bauern werden an allen Ecken und Enden "drangsaliert" mit unmöglichen Gesetzen und praxisfremden Verordnungen.

    Sollen aber dann zum gleichen Preis produzieren wie die "Kollegen" aus Polen oder Frankreich.

    Der Franzose fährt Heizöl im Traktor. Der Deutsche teuren Diesel.

    Pflanzenschutzmittel Typ BASF XY123 kostet in Frankreich 100 Euro der Liter, BASF Typ XY123 kostet den deutschen Bauern 200€ der Liter. Der deutsche Bauer darf in Frankreich nicht einkaufen.

    Diese Beispiele liessen sich massig aufzählen.

    Die Motivation bei vielen Landwirten ist am Boden, die Selbstmordrate hoch.

    Selbiges übrigens in der Schweiz.


    https://www.agrarheute.com/lan…stmorde-landwirten-554007


    Wenn es so weitergeht wird die deutsche Landwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht, in wenigen Jahren völlig am Boden liegen.

    Woher dann das ganze Getreide für die Bröchen (die ja heute schon als Teiglinge irgendwo aus Osteuropa beim Discounter aufgebacken werden) weiss ich nicht.

    Die Aussichten sind schlecht.

    Den jungen Landwirten, die sich für den Beruf entscheiden, wünsche ich viel Kraft.


    Warum gab es die Skandale mit Tönnies?

    Schimmel bei Wilke? https://www.express.de/ratgebe…ma-51375?cb=1628527103237


    Es muss immer billiger werden, damit sich einige Wenige die Taschen voll machen.


    Wenn du es weiter spinnst...

    Kannst du die Skandale mit Nestlé und dem Mineralwasser überall auf der Welt ebenfalls anführen.

    https://www.zdf.de/nachrichten…le-vittel-wasser-100.html


    Es gibt so vieles was in das Spektrum passt...

    Wenn man denkt, ne 500er hat noch Kompression und nicht weiss wie das ist wenn die wirklich Kompression hat
    könnte das sein, das man denkt, die hat noch Kompression, obwohl die in Wirklichkeit nicht wirklich Kompression hat! Zitat: mtec

    Einmal editiert, zuletzt von Schlusi ()

  • Deutsche Bauern werden an allen Ecken und Enden "drangsaliert" mit unmöglichen Gesetzen und praxisfremden Verordnungen.

    Sollen aber dann zum gleichen Preis produzieren wie die "Kollegen" aus Polen oder Frankreich.

    Der Franzose fährt Heizöl im Traktor. Der Deutsche teuren Diesel.

    Ich verstehe schon Deine Intention mit dem Posting. Bin auch auf einem kleinen Bauernhof (ca. 8ha Grund) aufgewachsen und sollte von meinen Großeltern den Hof übernehmen, weiter führen. 7x15h arbeiten um irgendwie zu überleben oder besser noch Arbeiten zu gehen und mit der Kohle den Hof zu halten....

    Kam soweit zum Streit, dass ich mit 20 ausgezogen bin und erst paar Jahre später wieder zurück bin.


    Aber: Diese Probleme hat auch jeder andere Gewerbe und Industriebereich: Hohe Lohnkosten, Steuerbelastung, Sozialversicherung und trotzdem solls gleich billig wie der Asien-Mitbewerber sein und wenn es sich eine Firma leisten kann, internationale Unterschiede zu nutzen, wird dies auch noch angeprangert.

    Entgegen der Landwirtschaft gibt es sonst nirgends diese hohen Förderungen. Die Bauern jammern schon auch gerne und gleichzeitig wird der Fuhrpark aufgerüstet als gäbe es kein Morgen. Traktoren im Wert eines Ferrari, Bentley, Lamborgini geht sich für jeden zweiten Bauern dann doch wieder recht locker aus ;)


    Österreich ist noch viel kleinteiliger, da ist die Landwirtschaft noch schwieriger.

    Auch den Landwirten wird auf Dauer nichts Anderes übrig bleiben, als sich auf die sich änderten Bedienungen an zu passen. Ja, gegen die Massenproduktion im Osten und Südamerika werden wir preislich nicht ankommen. Also muss über Qualität, besondere Produkte und Lokalität der USP gefunden werden.


    Btw: erst vor ein paar Tagen eine Studie gelesen, dass z.B. Fleisch aus Südamerika fürs Kima weniger schädlich ist, als Fleisch aus Mitteleuropa: Die konzentrierte Massentierhaltung, das Klima, Aufwand für Futter-Ackerbau, usw. gleichen den Transport um einen hohen Faktor aus.

  • Noch ein kleiner Nachtrag zum Schicksal von dem eingeschlägerten Ross:

    Ich war anfangs auch schockiert und habe recherchiert.

    Man kann einen Bänderriss o.ä. bei einem Pferd nicht mit einer ähnlichen Verletzung bei einem Menschen vergleichen, die Belastung von Gelenken ist bei Pferden ungleich höher. Es gibt auch keine Geh- Hilfen, Rollator etc. Für Pferde. Man tut einem so verletzten Tier keinen Gefallen, wenn man es verkrüppelt leben lässt.

    Ich liebe Tiere und auch für mich war es emotional schwer zu begreifen, dass man das Tier einschläferte, doch es war wohl die richtige Entscheidung ?(


    Im Übrigen denke ich, dass wir Menschen sprich: Fleischkonsumenten es selber in der Hand haben, auf welche Art die Nutztiere aufgezogen und geschlachtet werden. Stichwort " Geiz ist geil".

    Zumindest bei mir in der Gegend gibt es gute Möglichkeiten, Fleisch zu kaufen, das von fair behandelten Tieren stammt. Und ich verwende bewusst nicht den Ausdruck "Bio".

    Bedeutet für eine fünfköpfige Familie mit normalem Arbeitereinkommen wie bei mir jedoch, dass nicht jeden Tag Fleisch auf den Teller kommt.


    Gruess

    hitch

  • ...

    Traktoren im Wert eines Ferrari, Bentley, Lamborgini geht sich für jeden zweiten Bauern dann doch wieder recht locker aus ;)


    Wieviele Ferraris, Bentleys und Lambos sind bezahlt?

    Heute kann jeder Fensterputzer einen neuen Mercedes fahren.

    Ich kenne genügend, die den Kitt aus den Fenstern fressen, damit draussen vor der Mietkaserne der AMG oder M3 stehen kann.


    Das Schlimme: Wir hatten unsere Fahrzeuge im Schuss, regelmässige Wartung, Neuanschaffung nicht notwendig... irgendwann kommt dann der Steuerberater und empfihlt, mal wieder eine Betriebsausgabe in Form eines neuen Traktors oder Mähdreschers zu tätigen, damit der Staat nicht so viel Steuer abgreift. Für die Betriebsausgaben/Abschreibungen. ...


    Aber das solls jetzt von mir gewesen sein.

    Wenn man denkt, ne 500er hat noch Kompression und nicht weiss wie das ist wenn die wirklich Kompression hat
    könnte das sein, das man denkt, die hat noch Kompression, obwohl die in Wirklichkeit nicht wirklich Kompression hat! Zitat: mtec

  • Wenn es so weitergeht wird die deutsche Landwirtschaft, Ackerbau und Viehzucht, in wenigen Jahren völlig am Boden liegen.

    Da ich auch vom Bauernhof komme (auch wenn ich keine Sekunde im Leben daran dachte den Hof zu übernehmen)

    maße ich mir eine andere Meinung an. Aber das würde hier zu weit führen und ausarten.

    Es gehören immer zwei dazu, einer in Brüssel der einem die Wurst vor die Nase hält und einer der der Wurst willig hinterher rennt.

    Ich kenne Sehr glückliche Bauern und sehr unzufriedene - hat mit dem wirtschaftlichen Erfolg aber nur teilweise zu tun ;)

  • Wieviele Ferraris, Bentleys und Lambos sind bezahlt?

    Wahrscheinlich ungefähr gleich viele oder wenige, wie die Traktoren der Bauern. Trotzdem sieht man 200.000 Traktoren häufiger, als diese Sportwagen herumfahren.


    irgendwann kommt dann der Steuerberater und empfihlt, mal wieder eine Betriebsausgabe in Form eines neuen Traktors oder Mähdreschers zu tätigen, damit der Staat nicht so viel Steuer abgreift.

    Kommen diese Tipps wirklich vom Steuerberater oder wollen das die Geschäftsführer selbst?
    Es verringert sich ja nur der zu versteuernde Betrag. Investitionen um das Einkommen zu erhöhen, OK. Aber sinnlos 100.000,- ausgeben, um 30.000,- Steuern zu sparen ist dann auch nicht wirklich sinnvoll.

  • Och, bei uns wird von den Bauern auch oft gejammert, habe zu Einigen direkten Kontakt.

    Komischerweise haben die die Jammern ebenfalls immer die dicksten neuen Schlepper und Mähdrescher, fahren aktuelle 5er BMWs und grasen Subventionen ab.

    Teils gabs Entschädigungen wegen schlechtem Wetter wo mir die Galle hoch kommt.

    Aber lustigerweise werden bei uns die mit den größten Höfen immer am Dicksten... Vielleicht weil Sie am meisten Arbeiten?


    Wenn du als Mittelständischer Stahlbaubetrieb als Beispiel zwei dicke Aufträge hast, die dich über 3 Jahre bringen und ein Kunde geht Pleite kanns für dich übel ausgehen.


    Hilfe vom Staat? Fehlanzeige, nennt sich "unternehmerisches Risiko".

    Ist eine magere Ernte aufgrund schlechtem Wetter nicht auch unternehmerisches Risiko? ;)


    Dazu werden normale mittelständische Unternehmen zu immer mehr absurden Sicherheitsprüfungen gezwungen und der Mitarbeiter darf jedes Jahr seinen Staplerschein auffrischen. Nebenbei muss noch jedes Jahr das Lastanschlagmittel geprüft werden, obwohl der Mitarbeiter in seinem Lehrgang lernt wie er den Zustand prüft....


    Gibt sicher aus jeder Sicht verschiedene Standpunkte aber solange staatlich teils amtlich gefördert wird sollte man in meinen Augen vorsichtig mit dem quängeln sein..

    - Honda CR 250 2000

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    - KTM EXC 500 2012

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    - Ducati 1096 2019 (Eigenbau, 916 mit 1098 Triebwerk)

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  • Wenn ich vorbeigekommen wäre, ich hätte angehalten !

    Bei dem Unfall wo ich geholfen habe, war aber nur n Rad verloren und in den Graben gerutscht, sind mindestens 40 Leute vorbei gefahren. Ein Auto mit 2 Bauarbeitern haben gehalten und gefragt ob sie helfen können, und aus der gegenrichtung sogar eine Frau ( Hut ab) die selbiges gefragt hatte. alles andere waren .... :mecker::dresche:

    Irgendwo haben sie doch mal diesen Test gemacht. Bei schönem trockenem Wetter haben sie Sonntag morgens an einer regelmäßig befahrenen Straße an einer Tempo 50 Stelle ein Auto mit Unfallspuren gut sichtbar gleich neben der Straße auf den Kopf gelegt. Auf den beiden Vordersitzen hingen zwei Leute In den Gurten. Kein Feuer, kein Regen, keine Dunkelheit, nichts, was jemand davon abhalten könnte zu helfen. Von schäbbigen Ausreden ''Bei Omma wird's Essen kalt'' mal abgesehen.

    Dann haben sie sich ab 10 Uhr den ganzen Tag auf die Lauer gelegt um zu gucken, wie viele denn jetzt halten. Trauriges Resümee abends war, dass grad mal jeder ZEHNTE angehalten hat!!


    Bin nicht sicher, aber ich glaub, die zwar nicht gehalten haben, aber wenigstens Polizei angerufen haben, ham sie dabei auch noch zu den Helfern gezählt.


    Stell man sich mal vor, man überschlägt sich mit der Karre, bricht sich irgend was, hat keine Chance, allein raus zu kommen, zwar kein Feuer, aber es riecht nach Benzin, die Angst steigt auf, und dann, endlich, man hört ein Auto, endlich Hilfe, die Rettung, er kommt näher, gleich da, und dann... fährt der ARSCH VORBEI!!

    Beim Ersten kommt vielleicht nur Wut auf, beim Zweiten wird's schon Panik werden, was, wenn mir garkeiner hilft..

    Dann dauerts bis zum ZEHNTEN, bis endlich mal einer was tut!!


    Unfassbar!!


    Wirklich Sch**ße, dass man in D'land erst dann jemand bestrafen kann, wenn eine wirkliche Gefahr für jemand bestand. Die hätten da JEDEN Einzelnen, der vorbei gefahren ist, wegen unterlassener Hilfeleistung richtig dick verknacken müssen, und das dann in allen Nachrichten publik machen. Mit der Ansage, dass man solche Aktionen überall wiederholen wird.

    Glaube schon, dass das sehr Vielen schiss gemacht hätte, denn dann wär's ja um den eigenen Kopf gegangen und nicht ''nur'' um Gesundheit und Leben einer wildfremden Person.


    Recht und Gesetz sind aber wichtiger als eine mögliche Rettung von Menschenleben im voraus.

    Schade drum.

  • Komme auch vom Bauernhof mit ca. 200 ah Land.

    Die normale Viehzucht usw haben mich nie sehr interessiert und ich bin beruflich andere Wege gegangen. Mein Vater macht nebenher nur noch Anbau von Bio Getreide, Grünflächen und Kartoffeln.


    Im Nachhinein, wenn ich jetzt nochmal 10 oder 20 Jahre jünger wäre, würde ich das Abenteuer Landwirtschaft angehen. Natürlich bio, dann herausstechende Produkte herstellen (zB Öle, Mehle, besondere Gemüse). Zudem würde ich Fleisch möglichst tiergerecht vermarkten - Wasserbüffel, Chianina und co. Genossenschaftliches Konzept für Gemüsekisten. Hühner, Ziegen, Strauße. - Stichwort Weideschlachtung, nur wenn das Tier komplett verkauft ist.


    Da kann man heutzutage schon seinen Schnitt machen und ich fände es interessant. Man benötigt gute Konzepte und erst einmal viel Kapital. Viele Verbraucher sind dazu bereit für gewisse Qualität und Produkte auch tiefer in die Tasche zu greifen. ich glaube wenn mehr Verbraucher dazu bereit wären, mehr auszugeben und mehr Tierwohl fordern würden, dann würden auch neue Landwirte und Metzger "nachwachsen". Die Berufe müssen sich finanziell halt einfach lohnen.


    Schlechte Laune hab ich eigentlich gerade nicht, waren nur meine Gedanken hierzu.

    ------------
    Wenn Dir einer blöd kommt, dann musst DU dem NOCH blöder kommen


    ...sonst hängste da wie Jesus am Karfreitag
    [B. Stromberg]

  • Bzgl mehr ausgeben. Letztens habe ich irgendwo im TV beiläufig gesehen, dass die meisten Menschen nicht mal bereit sind mehr als 10% ihres Nettoeinkommens für Nahrung auszugeben.

    Das ist schon ein bisschen armselig aber in der Statussymbol orientierten Welt anscheinend normal.


    Lieber irgendwelche DKWs, ä Audis finanzieren, das neuste Handy am Start etc. anstatt vernünftig einzukaufen...


    Vielen Leuten im Bekanntenkreis geht es finanziell eigentlich nicht schlecht, aber da werden Autos, Motorräder und vieles mehr finanziert. Ein Indiz für mich dafür, dass der Mittelstand krachen geht bzw immer mehr Bezug zur Vernunft/Realität flöten geht.


    Das sind eben auch die Jenigen, die durchdrehen wenns Mittwochs an der Fleischtheke Mett im Sonderangebot gibt. :D

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  • Viele der letzten Beiträge sind so Richtung Finger auf andere zeigen, das macht niemanden zufriedener.


    "Jeder kehr vor seiner Tür, da hat er Dreck genug dafür!"


    Nur meine 50Eurocents,

    Erhard

    Don´t ask what you can do for your suspension - ask what your suspension can do for you!

  • Wahrscheinlich ungefähr gleich viele oder wenige, wie die Traktoren der Bauern. Trotzdem sieht man 200.000 Traktoren häufiger, als diese Sportwagen herumfahren.

    Natürlich, ein Arbeitsgerät, dass im Schnitt mehrere Stunden pro Tag bewegt wird, ist sichtbarer als ein hochwertiger Sportwagen der am Wochenende bei schönem Wetter mal zur Eisdiele gefahren wird.

    Bei uns hier gibt es von diesen extrem großen, teuren Traktoren nur wenige. Zu klein sind die Ackerflächen dafür, zu uneben das Gelände.

    Im Schnitt schließt hier im Bundesland Kärnten glaub ich jeden Tag ein Bauernhof seine Pforten für immer, weil es sich einfach nicht mehr lohnt.

    Wenn man sich hierzulande die Höfe ansieht, gibt es doch sehr viele Baracken, eher selten sauber gepflegte Höfe (Wenn dann sind dies meistens Nebenerwerbsbauern).

    Es gibt natürlich Ausnahmen…

    Wenn du als Mittelständischer Stahlbaubetrieb als Beispiel zwei dicke Aufträge hast, die dich über 3 Jahre bringen und ein Kunde geht Pleite kanns für dich übel ausgehen.

    Dafür gibt es Werkverträge, da steht dann drinnen wann wo und zu zahlen ist. Dazu gibt es meist von beiden Seiten Bankgarantien. Natürlich kann man trotzdem noch noch einen Haufen Geld verlieren. Das Riskio lässt sich aber schon deutlich minimieren.


    Hagel kann dir leicht einen Großteil der Ernte zerstören, ohne das man daran Schuld hat.

    Viele Verbraucher sind dazu bereit für gewisse Qualität und Produkte auch tiefer in die Tasche zu greifen.

    Hab dazu mal im Fernsehen einen Bericht gesehen, hab die genauen Zahlen nimmer im Kopf aber, die Kurzfassung dazu ist ungefähr so, dass im Interview 90% behaupten sie würden zu teuren, besseren Produkten greifen. Während es am Regal dann nur mehr die Hälfte oder sogar deutlich weniger tun.

    Ich denke es ist gar nicht notwendig, soviel mehr für gute Produkte zu bezahlen, wenn ich hier bei uns direkt beim Fleischer kaufe (Meister, Lehrling + Verkäuferinnen), also wirklich ein Kleinbetrieb oder direkt beim Bauern, überspringe ich damit schon einige Handelsketten welche alle kräftig mitverdienen wollen. Diese Handelsmarge bleibt in dem Fall dem Bauern/Fleischer ohne das ich dafür großartig mehr in die Tasche greifen muss.

  • Lieber irgendwelche DKWs, ä Audis finanzieren, das neuste Handy am Start etc. anstatt vernünftig einzukaufen...

    Traurig aber leider wahr, das soziale Gefälle lässt sich bei der Jugend auch gut am Handy ablesen. 1200€ Handy aber den Strom um es zu Laden fast nicht mehr bezahlen können :D


    Es ist auch schlimm, wieviele sich tatsächlich einen Kredit aufnehmen oder ein Moped leasen… Ein Freizeitgerät welches man in Null Komma nix im Wert zerstören kann…

  • Komme auch vom Bauernhof mit ca. 200 ah Land.

    +

    Im Nachhinein, wenn ich jetzt nochmal 10 oder 20 Jahre jünger wäre, würde ich das Abenteuer Landwirtschaft angehen.

    Soll wohl 200ha und nicht 200a heißen. Bei 200ha sofort. Damit lässt sich schon gut arbeiten und erwirtschaften.

    Ich hab nur ca. 8ha Ackerfläche + Wiese. Das war für klassische Landwirtschaft zu wenig. Abundzu ist die Überlegung, das doch selbst zu nutzen. z.b. Straußenzucht, etc. Etwas mit überschaubarem Aufwand und höherem Ertrag pro Fläche.

    Nur bin ich mit meiner Firma derzeit noch mehr als gut ausgelastet.

    Bzgl mehr ausgeben. Letztens habe ich irgendwo im TV beiläufig gesehen, dass die meisten Menschen nicht mal bereit sind mehr als 10% ihres Nettoeinkommens für Nahrung auszugeben.

    Gutes Beispiel, dass früher doch nicht Alles besser war, wie immer wieder gejammert wird:
    https://de.statista.com/statis…in-deutschland-seit-1900/


    Das gefühlt die Kohle immer knapper wird, liegt am stärker steigendem Konsum: Die Häuser werden größer (in den 50er wurde hier in AT mit ca. 100 bis 120m² gebaut, heute sind es meist min. 200m²), nicht nur ein Auto pro Haushalt, sondern jeder Volljährige hat ein Auto, welche immer mehr Komfort und Extras bieten und deshalb stärker im Preis stiegen als die Einkommen (obwohl ein Polo für 6-7 Monatseinkommen günstiger als ein Käfer in den 70iger wäre und Komfort-Extras, welche es in den 80iger gar nicht oder nur in der Luxusklasse gab).
    Diverse Abos (Internet, Handy, Streaming), jährlich neue Handys.

    IMHO liegt das Problem auch darin, dass der Vergleich leichter und großflächiger wurde. Früher verglich man sich mit den Nachbarn unter Seines Gleichen.

    Heute ist die Reichweite über Facebook deutlich größer. Gefühlt sind Viele auf Dauerurlaub, das ganze Jahr unterwegs, fahren geile Karren, gehen täglich essen, usw.


    Vielen Leuten im Bekanntenkreis geht es finanziell eigentlich nicht schlecht, aber da werden Autos, Motorräder und vieles mehr finanziert.


    IMHO ist hier zu unterscheiden: Wird finanziert, weil keine Kohle übrig, oder weil man Reserven nicht angreifen möchte, die Zins-Differenz gering ist oder sogar günstiger als eine Veranlagung.

    Meine Autos wurden alle finanziert (derzeit Alles ausfinanziert, bis auf einem Anhänger), sogar ein Moped hab ich schon finanziert, weil das Angebot sehr gut war (8000,- für die neue 450er Husky) und ich kurzfristig nicht die Kohle aus der Firma rausnehmen wollte.

    Ich, und hoffentlich jeder Unternehmer, hat eine höhere Kapitalrendite, als Finanzierungskosten. Und da für die meisten Firmen Kapital ist knapp ist, das Wachstum begrenzt, macht eine Fahrzeugfinanzierung sogar sinn.

    Selbst als Privatkäufer: Speziell bei Euch in DE stützen die Hersteller Leasingfinanzierungen bei manchen Modellen enorm, so dass Leasing günstiger kommt, als Bar-Kauf.

  • Es ist halt leider so, dass das in den meisten Fällen der Fall ist.

    Definitiv meistens der Fall.

    Das erklärt auch die rasant steigende Überschuldung der Mittelschicht in Deutschland.


    Selbst wenn die Angebote attraktiv sind oder ich sparen würde bin ich da eher klassisch veranlagt bzw erzogen worden.

    Wenns Geld inner Tasche ist kaufen, wenn nicht halt nicht.


    Außerdem möchte ich das es direkt mein Eigentum ist, ob es Sinn macht oder nicht sei dahin gestellt.

    Ergänzend dazu verdienen die Banken dort ja mit, und da ich nicht der größte Bankenfan bin möchte ich das so wenig nur möglich unterstützen.

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    - Maico MC250 Alpha 1 1982

    - Ducati 900SS 1994

    - Ducati 996 1999

    - Ducati 1096 2019 (Eigenbau, 916 mit 1098 Triebwerk)

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  • Das geht mir genauso. Würde für Auto oder Mopped keinen Kredit aufnehmen, da fahre ich lieber was ich mir momentan leisten kann. Bisher habe ich erst einmal einen Kredit aufgenommen. Das Haus konnte ich zum Glück vom Ersparten kaufen, den Umbau musste ich mir aber von der Bank leihen. Habe längere Zeit sehr schlecht geschlafen. Jetzt bin ich aber OK damit. Die Raten sind so niedrig gewählt, dass eine Mietswohnung teurer wäre und ich das auch alleine und arbeitslos zahlen könnte. Hab aber auch noch Frau und Familie als Backup.


    Finde es auch erschrecken, dass da viele Leute finanzieren ohne mit der Wimper zu zucken. TV, Handy, Sofa ... / auch wenn es günstiger ist, wenn man es zahlen kann. Die Probleme kommen mit der Summe und wenn es finanziell schlechter wird. Genauso wie Kredite für Haus am finanziellen Limit.

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    ...sonst hängste da wie Jesus am Karfreitag
    [B. Stromberg]

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