Magnesium Nabe bei Maico, ab wann ?

  • Ab wann hat es Magnesium Naben bei Maico gegeben ?
    Sehen die von der Form anders aus ?
    Oder unterscheiden sich die Naben nur durch zusätzliche Bohrungen an der Bremsseite.
    Dann müßte das auf dem Bild eine Magnesium Nabe sein ?
    Hat da evt. jemand ein Bild zur Hand. Alu zu Magnesium.
    Danke.

  • Die hinteren Naben gab es ab Baujahr 1978 (offiziell) in Magnesium; optisch sieht man
    es am aufgeschrumpften Stahlring am "kleineren Ende" - sie rissen sehr gerne
    und ein Albtraum waren die Bohrungen für die Speichen.....wurden immer länger - bis
    zum Exodus!
    Ein weiteres bekanntes Problem war das sich die eingeschrumpften Bremsringe lösten.
    Die sichtbaren Bohrungen stammen von der Herstellung, die Magnesiumnaben wurden im
    Druckgußverfahren hergestellt - die Alunaben sind Sandguß.


    Ich habe hier noch ein Vorderrad mit "abgedrehter" Magnesiumnabe; wollte sie irgendwann
    einbauen und entdeckte dabei das sie ohne Benutzung durchgerissen war....Vitrinenmodell !


    Ich würde an den Maicos für dauerhaften Einsatz nur Alunaben verwenden.

  • Korrektur: Magnesiumnaben für vorne und hinten gab es bei Maico ab 1974, die Qualität der Gussteile war von unterschiedlicher Qualität aber nicht grundsätzlich schlecht.
    Wir hatten z. B. in allen Werksmotorrädern, die bei den Six Days 1976 in Zeltweg eingesetzt wurden, nicht nur Magnesiumnaben in den Rädern, sondern auch Primärgehäusedeckel aus Magnesium verbaut. Das hat natürlich gehalten, sonst hätte der Matthias Lamberger das niemals zugelassen.
    In Zeltweg sahen dann ja bekanntermassen auch alle 12 gestarteten Maicos nach sechs Tagen in Wertung das Ziel.
    Was es ab 1974 auch noch gab waren Magnesiumdeckel für die MX-Zündanlage (Appt-Zünder), die passten aber nicht auf die normalen GS-Motoren mit der Bosch-HKZ, die fuhren also im Gelände den Aludeckel. Nur die Spezialisten mit der Kröberzündung ohne Lichtspule konnten auch auf der Zündungsseite den Magnesiumdeckel setzen. Das hielt so weit alles.
    Dann gab es aber auch noch Magnesium Tauchrohre für die Maicogabel, die waren verpönt. Ich fuhr welche gegen besseren Rat (Lamberger) in der DM, weil man da in der Regel während der ganzen Veranstaltung nicht das Vorderrad ausbauen musste, da vorne ja bei Eintagesveranstaltungen kein Reifenwechsel notwendig war. Prompt rissen mir trotzdem zwei Mal die Stehbolzen an der Achsklemmung aus. Hab ich klammheimlich behoben.
    Man sah übrigens bis 1977, als die Naben dann schwarz wurden, mit einem Blick, wer Magnesiumteile fuhr.

  • Falls Du vorhast damit wirklich zu fahren, solltest Du Dir das Risiko mit den Teilen klar machen. Ich persönlich finde z.B. die Magnesium-Standrohre der Gabeln nur als Schaustück geeignet.

  • Obsolet hat Recht; dies waren (nach meiner Kenntnis) alles Magnesium Sandgussteile und eigentlich
    hatten nur die "Werksfahrer" so was; eigentlich...


    Die späteren Serienteile waren Druckguss; vergessen darf man auch nicht die vordere Bremsankerplatte
    zu erwähnen, früher wie Heute ein gefährliches Teil; luftdicht beschichtet oder auch nicht.


    Es gab auch Magnesium Gabelbrücken, meine 78er / 125er hat einen hinteren Magnesiumbremshebel !!!!!!


    Für den heutigen Einsatz würde ich die "Magnesiumteile" nicht mehr nutzen wollen; allein das "Fahren" ist
    schon oft ein Abenteuer......

  • Ich denke die Werksfahrer hatten um 1973 schon die MG-Teile, zumindest die superleichte 125'er mit Alurahmen !
    1973/74 hatten die Serienmaschinen hinten noch eine aus Stahlblech geschweisste Nabe.
    Alternativ gab es dann eine Alunabe. In USA wird sie GP Nabe genannt und in Gold aufgewogen, weil nur Ende 1973-1974 und nicht in der USA-Serie verbaut.
    Diese Nabe ist schmaler als die allseits bekannte Nabe, die ab 1975 bis 1982 (in Abwandlungen) in Serie gebaut wurde!


    Eine Magnesium Version gab es davon auch, ich habe aber bisher nur eine davon gesehen, nämlich diese:



    Hier mal der Vergleich zur Alu GP Nabe




    Die Speichenlöcher wurden noch in Einzelfertigung angerissen und gebohrt!




    Der Bremsring ist verstiftet, weil er sich gern löste.




    Von der Vorderradnabe habe ich ebenfalls eine halbwegs intakte. Ansonsten habe ich bisher nur gerissene Exemplare gesehen :( .
    Bei der hier hat sich ein Stift verabschiedet und eine innere Rippe hat dadurch etwas abbekommen:





    Beide Naben sind gebeizt und sahen im Neuzustand silbern aus und waren damit glänzender als die Alunaben ;) .
    Bei der Hinterradnabe sieht man es im Bild oben noch im Kettenradbereich, dort war die Nabe durch das Kettenfett optimal konserviert!
    Später laufen die Teile dann an und schimmern golden und im ungeschützten Bereich (z.B. bearbeitet oder verkratzt) dunkelgrau.

  • Der Schwabenpfeil Gerhard Klaus hat meinen Fundus an Spezialteilen übernommen, darunter war auch ein neues Hinterrad mit der gebeizten Magnesium-Werksnabe. Das hat er mir entsteißt und sicher nicht weiterverkauft. Wer seine Hinterlassenschaft übernommen hat, der hat jetzt also auch dieses Rad.

  • Interessant was alles gibt.
    Das mit dem Handbohren, aufreissen ist ja der Kracher. :love:
    Ich dachte alle Magnesiumnaben hatten Bohrungen , so alle vierte Rippe zum Kettenrad hin.
    Mac bei dir nicht ?
    Muß mal alle durchsehen was ich habe, glaube da waren auch ohne Bohrungen. Dachte immer die sind aus Alu.
    So mit Stiften ist mir noch nie aufgefallen.


  • -----------Ich dachte alle Magnesiumnaben hatten Bohrungen , so alle vierte Rippe zum Kettenrad hin.
    Mac bei dir nicht ? -----------------


    Wie gesagt, das ist eine frühe Leichtmetallnabe, die für die letzten 4-Gang Modelle gebaut wurde.
    Deshalb ist sie 10 mm schmaler als die für das Nachfolgemodelle, die Du kennst. Achte auf die Breite der Kettenradverschraubung!
    Die späteren Naben wurden häufiger und deshalb anders hergestellt.
    Die Löcher hängen mit der Fixierung des Bremsringes zusammen, hab aber noch keins zerlegt um mir das genauer zu erschließen :|

  • Hier mal ein paar , die sehen bald alle anders aus. (Das helle auf den Bildern ist meine Taschenlampe!)
    Die von 1981 hat z.b. keine Bohrungen auf Bild 1, aber auch den Ring an der dünnen Seite .Das allererste Bild hier im Thema sind Ersatzräder zu der Maschine gewesen, da sind wieder Bohrungen. Vom Bj. dürften die gleich sein. (Wo sie verkauft wurden)
    Die auf Bild 4,5,6 ist anders, auch dort wo das Kettenblatt aufgeschraubt ist. (Das sieht aus wie wenn da nochmal ein kleines Teil draufgelegt wurde an den Verschraubungen) 100% keine Magnesiumnabe
    Muß mal säubern und sortieren.

  • Hier mal ein paar , die sehen bald alle anders aus. (Das helle auf den Bildern ist meine Taschenlampe!)
    Die von 1981 hat z.b. keine Bohrungen auf Bild 1, aber auch den Ring an der dünnen Seite .Das allererste Bild hier im Thema sind Ersatzräder zu der Maschine gewesen, da sind wieder Bohrungen. Vom Bj. dürften die gleich sein. (Wo sie verkauft wurden)
    Die auf Bild 4,5,6 ist anders, auch dort wo das Kettenblatt aufgeschraubt ist. (Das sieht aus wie wenn da nochmal ein kleines Teil draufgelegt wurde an den Verschraubungen) 100% keine Magnesiumnabe
    Muß mal säubern und sortieren.


    Also das scheinen alles spätere, aso breite Naben zu sein.
    Die 2. Nabe in der 1. Reihe ist eine aus MG, wie sie ab 75 hergestelt wurde. Der schwarze Lack wurde später drübergejaucht, siehe Speichen....
    Die ausgesäbelten Speichenlöcher sind typisch bei MG Naben die sehr lange in hartem Einsatz sind :( .


    Ab den Baujahren mit den goldenen Felgen gab es die MG Naben dann glaube ich optional zu den Alu-Teilen.
    Vorher nur für Spezies...


    Hier mal zum Vergleich GP Nabe 73/74 ( ca. 155mm lang) zur Nabe von 75-83 (ca 165-170mm), beides Alu.



  • sehr interessant das thema. darf ich mal kurz abschweifen? ich hab noch nie einen maico alu rahmen gesehen. hat da jemand ein bild davon?


    merci

    grüsse Stefan


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    du kannst im leben oft auf die schnauze fallen. aber du bist kein verlierer, solange du versuchst, wieder aufzustehen.
    Evel Knievel

  • Ich hab im Versuch einen 250er Rahmen gesehen, der 1974 von Adolf Weil getestet wurde.
    Der kam aus Italien soweit ich mich erinnere und war als zu weich befunden. Das war natürlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt und deshalb kann ich mir nicht vorstellen, dass es da Bilder gibt.
    Eventuell mehr dazu sagen kann der Hubert Hoffmann (HH-Racetech), er war ja damals zusammen mit dem Weiher (jetzt Magura) im Versuch. Wer Kontakt zu Einem von beiden hat, kann da mal nachfragen.

  • ach so, ich dachte immer der wäre auch mal eingesetzt worden.

    grüsse Stefan


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    Evel Knievel

  • sehr interessant das thema. darf ich mal kurz abschweifen? ich hab noch nie einen maico alu rahmen gesehen. hat da jemand ein bild davon?


    merci


    1973/74 gab es mindestens 2 Stück in 2 Versionen für die 125'er, die auch gefahren sind!
    Bilder gibt's im Buch vom Scharfenberg (MotoCross in Deutschland) S.207 und 267.
    Ein Rahmen war geschweisst und die 2. Version geklebt (Alurohre in Muffen um den Schwingendrehpunkt).
    Eine 125'er hatte, zusätzlich zu Aluschwinge und MG Vorderrad, auch die MG Gabelgleitrohre :) .


    Hat alles nix genützt, die Zündapps waren zuverlässiger.... :/

  • ok, grad mal nachgeschaut. gibt es ein bild wo man mehr erkennt, zB nur der rahmen?

    grüsse Stefan


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    Evel Knievel

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