2017 Gabel WP XPlor 48

  • Was Drehwurm hier vorgestellt hat ist ein mit Konusventil mit Federvorspannung. Sowas gibt es öfter und auch in Varianten.
    Durchbohrte Variante hier von Öhlins ("Öhlins Poppet Valve"), wird im Dämpfer und in OC Basevalve eingesetzt:

    Aber der "Konus" ist eigentlich nur dann einer, wenn die vorgelagerten Shims verbiegen.


    Ich habe das auf einen "echten" Konus rückgebaut. Da ein Konus aber keine lineare Dämpfung macht, habe ich die Form konkav profiliert:



    Die damit ausgerüstete Gabel hat sehr gut funktioniert, nachdem ich die richtige Feder gefunden hatte.


    Viele Grüße,
    Erhard

  • Beim Verschleiß hätte ich keine Sorge. Besser schmieren als da geht nicht.


    Jein - die Bohrung im Konus ist in diesem Fall ein Sackloch. Je nach Passung wird das Öl dort zwar herausgedrückt, kann aber mit den schnellen Bewegungen des Konus im Betrieb über den engen Spalt sicher nicht wieder zurückfließen - wäre sonst ähnlich dem hydraulischen Dämpfungseffekt den ich oben angesprochen habe. Was auch immer dann dort drinnen ist (Kavitation?), es bleibt eine Alu/Stahl Kontaktfläche die wegen dem Sackloch und begrenzter Tiefe nicht aufgerieben sondern nur gebohrt werden kann (Oberflächengüte). Muß jetzt kein Problem sein ...


    Zitat

    Deine obige "Düsen - hydraulik Theorie" ist nach meinem Bauchgefühl eher ein Trugschluss. ( Hat dann auch mit dem N10z nichts gemein)


    Hat ja auch nicht funktioniert <X und mit Ähnlichkeit zum N10z war ja nur die hydraulische (welcher Art auch immer) Unterstützung der Federkraft gemeint. Ich denke, daß der Druck in der Kammer zu klein war, also müßte ich mit kleineren Düsenbohrungen arbeiten (unter 1mm). Kennt wer ein gutes Freeware-Programm mit dem sich solche Schema-Zeichnungen/Skizzen einfach erstellen lassen?


    Michael

  • Jein - die Bohrung im Konus ist in diesem Fall ein Sackloch. Je nach Passung wird das Öl dort zwar herausgedrückt, kann aber mit den schnellen Bewegungen des Konus im Betrieb über den engen Spalt sicher nicht wieder zurückfließen - wäre sonst ähnlich dem hydraulischen Dämpfungseffekt den ich oben angesprochen habe. Was auch immer dann dort drinnen ist (Kavitation?), es bleibt eine Alu/Stahl Kontaktfläche die wegen dem Sackloch und begrenzter Tiefe nicht aufgerieben sondern nur gebohrt werden kann (Oberflächengüte). Muß jetzt kein Problem sein ...



    Michael


    Ach so, ein Sackloch. Das ist nicht günstig, weil da bei der Bewegung Öl rein und raus muss. Auch die hydraulischen Verhältnisse ändert es gewaltig, denn die Fläche der Bohrung wird dann doch noch druckwirksam. Damit es funktioniert müsste hinten im Sackloch eine Bohrung für freien Ölauslass gemacht werden.



  • Ein Foto von einer halbwegs sauberen Handskizze genügt auch. Das ist anfangs oft recht effizient, bevor es ans Fertigen von Teilen geht.


    Wir können auch gerne per Konversation einsteigen, falls es für den Thread zu umfangreich wird.


    VG Erhard

  • das ist aber ehr CAD?!?


    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_von_CAD-Programmen
    https://cocreate-modeling.de.softonic.com/
    https://autodesk-123d.de.softonic.com/




    https://de.wikipedia.org/wiki/Inkscape#Weblinks
    (ein Vektorgrafikprogramm, quasi Corel-Draw als freeware)


    sogar in Word kann man über 'einfügen', 'Formen' etwas hinbiegen


    aber schnell und einfach dächte ich, wären Bleistift und Handyfoto

  • Ach so, ein Sackloch. Das ist nicht günstig, weil da bei der Bewegung Öl rein und raus muss. Auch die hydraulischen Verhältnisse ändert es gewaltig, denn die Fläche der Bohrung wird dann doch noch druckwirksam. Damit es funktioniert müsste hinten im Sackloch eine Bohrung für freien Ölauslass gemacht werden.


    Naja, so schlimm ist es in der Praxis dann doch wieder nicht. Ich denke, daß das relativ enge Spaltmaß der Bohrung/Stift Passung 1) als Druckminderer wirkt und 2) den Ölfluß auch Mengenmäßig stark begrenzt. Sprich bei den schnellen Bewegungen des Konus kann eben kein Öl in die Kammer Sackloch/Stift nach fließen und das Medium in der Kammer ist wie oben angemerkt (Kaviation) eher ein Gas/Öl Gemisch ohne große Auswirkung auf die Dämpfung. Wobei man aufpassen muß in welche Richtung man jetzt denkt, da der Konus ja auch schnell genug wieder in seine Ausgangsposition zurück muß um auf den nächsten Stoß reagieren zu können. Dh eine ungewollte Dämpfungswirkung beim Ausfedern (geringe Federkraft, wenig hydraulische Unterstützung am Konus selbst) ist fast problematischer. Alternativ kann man natürlich auch ein großes Spaltmaß wählen, so daß das Öl ungehindert zu- und abfließen kann; das muß man einfach austesten. Im Anhang ein Bild von meinem 1.Prototypen der gut genug funktioniert hat um mich weitermachen zu lassen.


    Ein Foto von einer halbwegs sauberen Handskizze genügt auch. Das ist anfangs oft recht effizient, bevor es ans Fertigen von Teilen geht.


    Ich bin da leider nicht sehr begabt und in Kombination mit einem ausgeprägten pedantisch/perfektionistischen Hang kann ich nur mit exakten Linien etwas anfangen! Danke für die Vorschläge bezgl. CAD Programmen, ist super interessant. Hab jetzt einmal CadStd lite heruntergeladen.


    Eigener Thread ist natürlich eine Option bei Interesse, aber um das ordentlich zu machen (siehe pedantisch/perfektionistisch) habe ich ein bisschen Angst vor dem Zeitaufwand; bin lieber im Dreck und räume dort auf 8o


    Michael

  • Hier mal eine Skizze was da vor sich geht.
    Da das Öl durch die Passung muss, wird der Kolben verzögert. Du kannst das Loch im Kolben mit Gabelöl füllen und versuchen, deinen Stift (d=4mm?) schnell hineinzudrücken. Das verschafft eine Vorstellung ob es bremst.
    Rechnerisch sollte bei 2/10 Passung die Verzögerung in einem Übergangsbereich sein, wo die Bremskräfte vernachlässigbar sind, weil der Stift sich überschlägig wohl mit mehr als 10mm/s bewegen lässt. Hängt aber von der Viskosität ab. Es hilft, dass der Stift ziemlich klein ist. Kavitation ist auch möglich. Daher keine saubere Lösung, was nicht bedeutet, dass es nicht funktioniert. In einer Serienproduktion jedoch nicht bevorzugt, da Toleranzen eine große Rolle für die Eigenschaften spielen, von Ölsorte und Temperatur mal abgesehen.


    In der Skizze zwei sauber definierte Lösungen (die beiden Löcher, wobei nur jeweils entweder das eine oder das andere gemacht werden soll!).
    Diese Lösungen bremsen nicht signifikant. Ein Loch von 1mm genügt hier.


    Falls das Loch in den Bereich hinter den Konus gebohrt ist, verlierst du Öffnungskraft durch den Öldruck. Da der Konus 15mm hat und dein Stift nur 4mm, reden wir von 1/16 weniger Fläche. Also unwichtig.
    (Spannend wird es, wenn mal der Stift über die Hälfte groß ist. z.B. 10mm. Dann unterscheiden sich beide Lösungen stark und du brauchst weniger starke Federn, wenn Bohrung nach hinten.)



  • Da das Öl durch die Passung muss, wird der Kolben verzögert. Du kannst das Loch im Kolben mit Gabelöl füllen und versuchen, deinen Stift (d=4mm?) schnell hineinzudrücken. Das verschafft eine Vorstellung ob es bremst.
    ...
    In der Skizze zwei sauber definierte Lösungen (die beiden Löcher, wobei nur jeweils entweder das eine oder das andere gemacht werden soll!).
    Diese Lösungen bremsen nicht signifikant. Ein Loch von 1mm genügt hier.


    Wie gesagt, der Knackpunkt ist nicht das Öl in der Kammer (das wäre bei der 1.Bewegung des Konus draussen) sondern die Rate wie schnell/viel und ob sich die Kammer überhaupt wieder füllen kann. Das ist bei mir in der Praxis aber eben kein Problem (am Schaft der Unterseite vom Konus, Skizze links, besteht ja das gleiche Sackloch-Szenario). Erst als ich die Kammer wie oben beschrieben über eine 1mm Bohrung/Düse entlüftet (siehe einen meiner vorigen Beiträge) habe, sind die Probleme mit undefinierbaren Reaktionen aufgetreten. Auch wenn die sauber definierte Lösung theoretisch die konstantere wäre, muß ich ein Problem das jetzt so gar nicht auftritt nicht mit Gewalt einer Lösung zuführen.


    Bei meinem Eigenbau-Konus hab ich bisher die Sackloch (ist konstruktiv durch die WP Teile vorgegeben)/Durchgangsloch Variante ohne Probleme verwendet. Die Sackloch/Sackloch Variante ist gerade verbaut da die dadurch reduzierte Öffnungskraft verlockend ist - auch wenn es zum Anfang einmal nur 7% sind (4mm Schaft). Muß für einen direkten Vergleich aber eben bei 4mm anfangen. Der Konus ist jetzt mit einer 2mm Durchgangbohrung durch den Schaft versehen, so daß ein eventuell zwischen den Kammern/Sacklöchern eingeschlossenes Ölvolumen einfach hin und her geschoben werden kann. Es ist noch ein bisschen Spielraum für einen Schaft mit größerem Durchmesser vorhanden, brauch ich vielleicht aber gar nicht da ich mit meinen vorhandenen Federn eh schon ganz gut hinkomme. Man wird sehen.


    PS: für alle die schon einmal eine WP ConeValve Gabel zerlegt und sich über die konstruktiven Hintergründe der Konusform Gedanken gemacht haben - hier wird ihnen geholfen 8o möglichst großer Schaftdurchmesser für kleine Konusfläche um die Kraft auf den Konus zu reduzieren, so leicht als möglich um beim relativ steilen Winkel schnelle Reaktionen so ermöglichen - erst dadurch kann eine einfache und günstige Druckfeder verwendet werden die trotzdem die erforderliche Dämpfungskraft erzeugt und nicht am Limit betrieben wird. (Konus ist der rote Teil).


    Michael

  • Hab grad bisschen Zeit, deshalb hier mein Bericht von heute:


    Ausgangspunkt:
    Husky FE250 2020


    Fahrwerk bei 0Bh umgebaut auf OC und Dämpfer mit Blase. Härtere Federn vorne und hinten, Shimsetup umgebaut. 1. Service nach 1bh in Gradec am MX Track.


    War ganz gut, aber noch nicht so richtig porno.
    Bei 35 bh das Zeug zum Service. Nachgesettet.


    Jetzt bei 65 bh ist das Fahrwerk beim MX deutlich zu weich geworden. Also wieder zum Service.
    Umbau der Gabel mit neuen Kolben (eigenanfertigung vom Tuner), natürlich neues Shimsetup, härtere Federn vorne (die alten waren nach 140 bh, waren schon in der Sherco verbaut, außerhalb der Toleranz), Gabeldichtringe bzw Staubschuzkappen von Öhlins.
    Vorne wie auch hinten alle Verschleißteile erneuert.


    Gestern das Moped abgeholt und heute in Brnik getestet (hier und da bisschen Schlamm am Morgen, ab Mittag trocken mit teilweise harten Kanten beim Anbremsen bzw. Beschleunigen).
    Besseres Ansprechen, feinfühlig bei harten Rippen, deutlich mehr Dämpfung bei Landungen ins Flat. Gute Traktion beim Anbremsen sowie beim Beschleunigen. Beim Übergang vom Bremsen zum Beschleunigen fühlt sich das Fahrwerk sehr gut an, taucht vorne nicht zu weit ein und geht hinten nicht in die Knie. Sprich wenig Bewegung im Moped beim Fahren.


    Musste die Zugstufe vom Federbein am Nachmittag 3 Klicks schließen, deutlich mehr Traktion beim Beschleunigen über Wellen, ohne auf der restlichen Strecke irgendwo ungut zu werden.


    Moped liegt sehr satt und fährt ohne Überraschungen, bleibt berechenbar, auch bei Wellen im Anlieger.
    Seatbounce funktioniert tadellos ohne das es das Bike überrotieren würde.



    Gefällt mir......


    Mal schaun wie es sich beim Enduro schlägt ;-)

  • Zum Conevalve ist auch zu sagen, dass es ein Midvalve mit Vorspannung ist.
    Das ist das Gegenteil zu einem konventionellen Midvalve mit Float.
    Deshalb braucht ein conevalve eine andere Basevalve Abstimmung.
    Wuddy und ich sind dran, ein Shim-Midvalve ohne Float und ohne Vorspannung abzustimmen. Das geht bei einer einseitig dämpfenden Gabel ohne Shim Überlastung.
    Mal sehen wie das wird.


    VG Erhard

  • Zum Conevalve ist auch zu sagen, dass es ein Midvalve mit Vorspannung ist.


    Ich würde da sowohl beim original WP ConeValve als auch bei meinen Setup widersprechen. Die Vielzahl der Endurosetups beim WP ConeValve kommen mit Float, der Konus liegt also nicht am Ventilsitz an sondern sitzt lose zwischen Feder und Sitz. Nur die MX-Setups haben eine Vorspannung der Feder. Bei meinem Setup kommt der Float durch die Differenz im Durchmesser zwischen Ventil(Konus)sitz und Konus zustande - es ist also immer ein Ringspalt frei der dem Float bei einem herkömmlichen MV entspricht.


    Michael

  • Die meistern Fahrer, die eine CV Abstimmung mit Vorspannung haben beklagen dann auch die auf der Hand liegenden Dinge.
    Ergo, kaum jemand fährt wirklich eine CV Abstimmung mit Vorspannung.


    Gut zu wissen! War für mich immer klar, sowas baut man mit minimaler Vorspannung, da sonst abhängig von Fertigungstoleranzen.
    Dann - mit Verlaub ist das ein weniger gutes Design.
    Warum?
    Weil Spiralfedern ohne Vorkraft erst mal eine variable Federrate haben, bis die Feder sauber anliegt. Es ist bekannt vom Federn messen, dass man erst mal Vorspannung braucht bevor man eine konstante Federrate bekommt. Der Übergang von Kraft 0 auf anliegend ist recht schwankend von Feder zu Feder.
    Man kann das in den Griff bekommen, wenn man Federn sehr guter Qualität verwendet.


    Hmmm, das enttäuscht mich jetzt und erklärt auch die vielen enttäuschten CV Nutzer und dass sie als Gabel mit viel Reserven, aber rauh gilt.
    Mit Feinarbeit (wie immer!) wirds aber schon gehen und ihre Vorzüge ausspielen.


    Ich würde sowas immer mit minimaler Vorkraft aufbauen (siehe mein Basevalve oben). Da sind die Verhältnisse anders (kleiner Ölfluss mit viel Druck, viel Spielraum durch klicks) und das Ansprechen recht gut.
    Was macht Öhlins? Die spannen die Feder etwas und packen vor ihr Poppet valve (=cone Valve mit 180° Ventilwinkel) ein paar shims davor. So definiert man saubere Funktion!


    Oh je - was da immer als high tech verkauft wird und dann ist es doch (in meinen Augen) mangelhaftes Design.


    VG Erhard


  • Bei meinem Setup kommt der Float durch die Differenz im Durchmesser zwischen Ventil(Konus)sitz und Konus zustande - es ist also immer ein Ringspalt frei der dem Float bei einem herkömmlichen MV entspricht.


    Michael


    Du verwechselst Float und Bleed. (Was in dem Falle egal ist, denn deine linker Gabelholm hat ja keine Zugstufenwirkung)


    Dein Setup hat erst einen festen Öffnungsspalt und dann ab Erreichen der Federvorspannung öffnet etwas. Dieser freie Spalt könnte auch ein Bleedloch an anderer Stelle sein und ist vor allem auch in Zugstufenrichtung nicht verschlossen.


    Ein Float dagegen schließt bei Zug. Dazu sollte eine kleine Schließfeder vorhanden sein, damit das auch beim Übergang von Druck auf Zug schnell und sauber schließt. Fehlt aber beim Cone Valve mit float. (Oh Gott, es wird immer schlimmer)
    Ein Cone Valve ohne vorgespannte Feder ist ja der reinste Klapperatismus. Sorry - es funktioniert dennoch, ich weis. Aber wenigstens mir tut sowas weh.


    VG Erhard

  • härtere Federn vorne (die alten waren nach 140 bh, waren schon in der Sherco verbaut, außerhalb der Toleranz),


    Danke für den Bericht, ist interessant weil die Husky's sich 2020 auch schon original von der KTM im Setup unterscheiden. Hast du die verwendeten Federraten im Kopf - dein Gewicht? Frage deshalb weil Husky vorne original für 2020 eben bei den 0.42 Federn geblieben ist während KTM auf 0.40 hinunter gegangen ist. Dh du müsstest dann mindestens auf 0.44 gegangen sein und dass ist mir mit meinen 80kg nackt fürs Enduro bei meinen aktuellen Experimenten eher schon zu hart gewesen.


    Hat schon irgendwer das 2020 Husky Xplor Shim-Setup gesehen - müßte sich eigentlich von KTM unterscheiden wenn sie schon unterschiedliche Federraten verbauen?


    Michael

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!