KTM 2018 Zweitakter m. Einspritzung?

  • Interessanter Beitrag Tobi,


    ich habe am letzten Samstag bei unserem Ausritt über Stock und Stein sogar eine Seite meines Kühlers mit Kartonage angeklebt.


    Aussentemperatur, die ganze Zeit bei ca. -2Grad. Meist nicht über 40km/h gekommen und mein Lüfter hat nicht einmal zum laufen angefangen oder sich eingeschaltet.

    Ergo war die Temperatur nie im Bereich bei dem die Elektronik Wärmestau festgestellt hat.

    Und das trotz abkleben einer Kühlerseite.


    Der Grund für das abkleben:

    Ich hatte den Thermostat samt der OEM Kühlschläuche durch eine direkte Lösung aus dem Zubehör ersetzt.

    Wollte lieber auf Nummer sicher gehen, das der Motor auf gute Betriebstemperatur trotz Kälte und dem fehlendem Regeltermostat kommt.

    Wäre der Lüfter ständig gelaufen, hätte ich die Abdeckung entfernt.


    Inspiriert , diese Maßnahme vorzunehmen hat mich nefton s Beitrag,

    hat mich nachdenklich gemacht, in Bezug auf Minderschmierung bei kalten Temperaturen....usw. der Rest ist oben nachzulesen.

    Geschadet hat's sicher nicht.

  • Aus genau dem Grund habe ich ein Thermometer nachgerüstet. Evtl. bohr ich den Kopf an um die selbe Temperatur zu messen wie die ECU.

    So ein ultralanger Kaltstart kann auch mal durch ein kaputtes Thermostat zustande kommen und davon bekommst du eigentlich nichts mit. (okay der Motor sprotzt dann meistens knapp vor Reso, aber da muss man erstmal hinkommen, meine Hänge sind nicht so lang ;) ).

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  • Gut ich mein am Hang kanns schon mal heiß werden. Aber dann gibts auch einen Grund und alles ist gut.

    Aber wenn es halt beim rumnudeln vor der Eisdiele zu heiß wird ist vllt tatsächlich was im Argen. Ich mein man muss jetzt nicht 24h Stunden auf die Anzeige schauen, aber verkehrt wäre sowas meiner Meinung nach nicht.

    Okay.

    Ich weiss und glaube jetzt auch zu verstehen was du meinst.

  • Dem kann ich nicht so ganz folgen, wenn der Kolben die Überströmer verschließt, sollte die Gassäule, die immernoch träge ist, das Kolbenhemd erreichen, also zumindest etwas Schmierung am Hemd

    Klar, es lässt sich immer eine ganz spezielle Ausnahme finden, die Frage bei solchen Spitzfindigkeiten ist halt dann immer ob es tatsächlich relevant ist. Wenn da ein paar tausend Moleküle Öl ans Kolbenhemd getragen werden, wird das jetzt nicht reichen um die Zylinder/Kolben vor Mischreibung zu bewahren. Im Großen und Ganzen, dienen die Überströmer nicht zur Verteilung von Öl an die Zylinderwand, das ist zwar nicht 100% richtig aber mindestens zu 95%...

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  • Wie ist denn bei der TPI der Start?

    Es gibt Restöl im Kurbelgehäuse. Aber ich vermute nicht genug damit die Kurbelwange dazu Kontakt hat und es verschleudern kann. Bis das Öl der Ölpumpe die relevanten Teile erreichen kann vergeht ein kleines bisschen Zeit.

    Beim normalen Vergaser wäre sehr viel schneller Öl an den neuralgischen Punkten vermute ich.

  • Wie ist denn bei der TPI der Start?

    Es gibt Restöl im Kurbelgehäuse. Aber ich vermute nicht genug damit die Kurbelwange dazu Kontakt hat und es verschleudern kann. Bis das Öl der Ölpumpe die relevanten Teile erreichen kann vergeht ein kleines bisschen Zeit.

    Beim normalen Vergaser wäre sehr viel schneller Öl an den neuralgischen Punkten vermute ich.

    Schwer zu sagen.

    Ich denke da ist bestimmt stets Öl vom letzten Betrieb verblieben, egal ob TPI oder Vergaser. Daher kein Problem.

    Dass das Öl pur nicht so schnell neu rein findet beim Start, wie mit Gemisch ist vorstellbar, aber ob das deswegen problematisch ist kann ich nicht einschätzen.

    Ich würde halt nicht beim Kaltstart sofort das Gas aufreißen, aber das war noch nie sinnvoll.


    VG Erhard

    Don´t ask what you can do for your suspension - ask what your suspension can do for you!

  • Also werde jetzt das Thermostat welche zwischen die kühler Rippen geschoben wird kaufen und dann mit den Trailtech Display verbinden dieses wird dann an Lenker befestigt und dann mit dem Lüfter verbunden. Den an/aus Schalter den ich gerade am Lüfter habe werde ich dennoch dran lassen und auch mit anklemmen sodass entweder ich den Lüfter anschalte oder der Temperaturcontroller. Ich finde es ganz praktisch zu wissen welche Temperatur das Kühlwasser hat um somit abzuschätzen ob der Motor wirklich betriebsbereit ist außerdem kann man im Winter sehen wie weit die Temperatur fällt bei langen schnellen Passagen

  • mork:


    Lassen wir mal die erste Inbetriebnahme außer Acht, so wird sich ein Gleichgewicht von zugeführten und abgeführten Öl einstellen (1. Hauptsatz/Massenerhaltung). Im Inneren des Motors sind alle Flächen entsprechend Ihrer Oberflächenbeschaffenheit und der zugeführten Ölmenge benetzt. Wie das im Detail genau funktioniert müsste man sich z. B. über den Begriff Oberflächenspannung erschließen.

    Beim Abstellen bleibt dieser letzte Zustand sozusagen gespeichert.

    Beim späteren Starten ist auch dieser Zustand wieder vorhanden.

    Jedoch mit dem Unterschied, dass man den Motor evtl. bei wesentlich niedrigeren Temperatur startet, als sie zuletzt im Betrieb vorhanden war.

    Daraus resultieren jede Menge Probleme.

    1. Benzine verdunsten bei niedrigen Temperaturen nur sehr schlecht. Üblicherweise unter 30°C kaum mehr. D. h. um dennoch ein paar Moleküle in die Luft zu bekommen braucht man eine große Oberfläche. Beim Vergaser übernimmt das ab der Hauptdüse die Geometrie des Motors (Membran, KW, Gehäuse etc.). Beim TPI übernimmt das die Düse, die hoffentlich, wesentlich feiner zerstäubt als der Vergaser und dadurch die Grenzfläche des Benzin zur Luft erhöht.

    Wichtig hier ist noch, solange man nicht die Verdunstung/Verdampfungstemperatur erreicht hat, akkumuliert, d. h. sammelt sich Benzin immer mehr an, es kann ja nicht in die Luft, wir brauchen aber viel Benzin um ein paar Moleküle in die Luft zu bekommen. Langes Kaltstarten oder mit kalten Motor zu fahren ist genau deswegen sehr problematisch.


    2. Das viele Benzin beim Vergaser ist nicht ganz so schädlich, weil es ab dem Tank ja schon mit Öl vorgesättigt ist, dieser wird aber dennoch die Viskosität der, an den Flächen anhafteten des Öl herabsetzen, weil das Öl beim Abstellen durch die Temperatur frei von Benzin war. Ein gutes Öl, das auch bei niedriger Viskosität noch funktioniert (was ein Widerspruch ist) kann hier helfen. Ein Grund vielleicht, warum früher mit wesentlich mehr Öl gefahren werden musste.


    3. Beim TPI kommt jetzt hinzu, dass das Benzin überhaupt nicht vorgesättigt ist, und auch keine Chance hat, nennenswert viel Öl aufzunehmen. Ergo landet das nicht verdunstete Benzin irgendwann auf der Zylinderoberfläche. Dort angekommen, verdünnt es die Viskosität beträchtlich und damit die Schmierwirkung des Öls. Also eine heikle Zwischenphase. Wenn der Kreuzschliff nicht mehr Beste ist und und und dann kann es durchaus sein, dass der Kolben und seine Ringe das nun sehr dünne Öl abtragen und auf „Eisen“ gehen. Verstärkt wird das natürlich auch noch über den Effekt durch unterschiedlicher Wärmeausdehnung Kolben/Zylinder.


    Ich könnte mir vorstellen, dass wenn TPI und vielleicht auch irgendwann der Direkteinspritzer länger auf dem Markt sind, dass die Ölhersteller andere, wenig löslichere Öle komponieren. Im Moment scheinen wir ja immer noch Öle zu fahren, die sich gerade durch eine gute Benzinlöslichkeit auszeichnen (natürlich auch ein Widerspruch), was bei TPI Motor ja eher nicht von Vorteil ist. Vielleicht doch wieder mehr castor oil fahren…

    DISCLAIMER:

    Die Beiträge dieses Nutzers könnten

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    -seine Meinung widerspiegeln, müssen es aber nicht.

    -fehlerhaft oder gar falsch sein.

  • Beim späteren Starten ist auch dieser Zustand wieder vorhanden


    Meine Erfahrung ist, dass schon viel Öl am tiefsten Punkt angesammelt wird.

    Bei Motoren mit Ablassschraube (zb. Ältere GasGas oder mein Stecktanker) kann man das schön überprüfen.



    Danke für deine ausführliche Antwort. Scheint mir sehr schlüssig.

    • Offizieller Beitrag

    War mir vollkommen klar, daß irgendwer sich an der Zahl wieder aufhängt :kuck:


    Deshalb hab ich auch "geschätzte" geschrieben.

    Was ich damit ausdrücken will: Die Anzahl der Mopeds, die festgegangen sind, war marginal und wenns nicht die Einführung einer neuen Motoren-"Technologie" gewesen wäre,

    hätte es vermutlich kein Schwein interessiert.

  • War mir vollkommen klar, daß irgendwer sich an der Zahl wieder aufhängt :kuck:

    .................

    nicht die Einführung einer neuen Motoren-"Technologie" gewesen wäre,

    hätte es vermutlich kein Schwein interessiert.

    Steilvorlagen werden nun mal ausgenutzt ;)


    Abgesehen davon - mag sein dass die Schadenszahl gering ist. Man hat vor TPI Leute mit Schäden getroffen und auch nachher. Ich allerdings auch welche, die ein wenig ambitioniert und MX-lastig fahren, wo der Motor vorher gehalten hat, der TPI aber nicht.

    Wie auch immer - mir gehts da um mein Motorrad und eben weil die Technologie neu ist, bin ich mistrauisch denn es kann ja gar nicht über Jahre ausgereift sein. Der TPI Entwicklungszyklus war sogar eher kurz, weil man eigentlich DI machen wollte und relativ spät umgeschwenkt ist.

    Also machte ich mir zusätzlich eigene Gedanken, die sind hier ja auch bekannt. Z.B. wie die Schmierung ablaufen könnte, was kurze Öl-Aussetzer bewirken, dass sauberes Benzin Öl potentiell abwäscht usw..

    Daher dachte ich mir, a bisserl beimischen ist Risiko Minimierung für den Fall der Fälle.

    Kann sein, dass der Fehler bei mir nie kommt - aber sicher ist es nicht, denn das Ölsystem kann wie jedes technische System einen Defekt haben.

    Eigentlich sehe ich mich eher bestätigt, dass das eben nicht übertrieben ist.


    Wer nicht beimischt und Kolbenreiber hat, das wäre jetzt auch nicht sooo schlimm. Das Leben geht weiter, es wird halt ein neuer Kolben verbaut.


    VG Erhard

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    • Offizieller Beitrag

    Moin,

    selbst wenn es nur 95% sind die ohne Probleme laufen sind nur 5% mit Problemen dabei. Klar für die 5% mit Problem blöd und äußerst ärgerlich.

    Ich bin mir nicht sicher ob ich Öl beimischen würde oder nicht bei der TPI. Ich denke schaden wird es kaum, ob es dann auch hilft, genau werden wir das nie erfahren. Denn selbst wenn Erhard, der ja mit Öl Beimischung fährt nie einen schaden hat bedeutet das ja nicht das er ohne automatisch einen gehabt hätte.

    Zum teil sind die ganzen theoretischen Überlegungen und Vermutungen ja interessant. In wie weit die jetzt richtig sind, das kann man auch nur vermuten.

    Die Einführung der TPI war nicht zu 100% frei von Problemen, aber wenn man sich anschaut was in diversen anderen Bereichen so an Problemen auftritt jetzt nicht wirklich schlecht.

    Ich denke das mein nächstes Moped wenn ich mal wieder regelmäßiger fahre eine TPI wird.

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