KTM 2018 Zweitakter m. Einspritzung?

  • Es wird aber proportional mehr Sprit eingespritzt als Luft dazugegeben

    Sofern die ECU über Drehzahl korrigiert. Weißt nicht ob das bei Leerlaufdrehzahl funktioniert, wegen der doch recht stark schwankenden Drehzahl.

    Ich glaube, daß hier eine Menge an Theorien und Ideen einfach wild durcheinandergemischt werden. Ein "Choke" hat grundsätzlich bei einer Einspritzung nichts zu suchen, daß gilt auch für die TPI - heißt dort ja auch "Kaltstart-EInrichtung". Die Idee des Choke ist es das Gemisch durch einen externen Eingriff anzureichern da ein kalter Motor = kalte Luft = höhere Dichte mehr Kraftstoff für ein optimales (!!!) Gemisch braucht. Ein Vergaser kann das nicht automatisch, die elektronische Einspritzung mithilfe ihrer Sensoren schon. Und da liegt auch das Grundproblem - im Gegensatz zu einem Vergaser der auf den warmen Betriebszustand abgestimmt ist um dort optimale Leistung abzuliefern kann das die Einspritzung schon im kalten Zustand. Sprich ich kann auch schon mit einem kalten TPI Motor ordentlich Leistung abrufen und das führt dann zu einem klassischen cold seize oder 4 corner seize beim 2-Takter. Die Bilder welche oben gepostet wurden sind IMO genau das und nicht das reiner Kraftstoff das Öl abgewaschen hätte. Ist auf KTM-Talk jetzt im Moment (ist ja auch in den USA Winter) ein Thema aber sicherlich nicht ein TPI spezifisches Problem. Hier ein netter Artikel (leider nur Englisch) zum cold seize : RK-Tek cold seize


    Wir sind gestern mit 2 TPIs (kein Öl im Benzin) bei -3°C, Motorräder auf dem Hänger also Motor auch mit -3°C, gefahren. Die Motoren sind sowohl problemlos gestartet, warmlaufen im Leerlauf während wir uns umgezogen haben (so wie es sich für die TPI gehört) und danach ein paar schöne Stunden in einer Sandgrube mit durchaus hoher Last ohne anzureiben oder zu explodieren. Haben wahrscheinlich nur Glück gehabt <X


    Michael

    Im kalten Zustand brauchen wir mehr Sprit, weil zum einen die Oberflächen das Benzin nicht verdunsten lassen, zum Anderen weil bei kalten Temperaturen sonst zu wenig niedriger siedende Bestandteile in die Verbrennungsluft übergehen. (Flüssigkeiten brennen nicht!). Das ist im übrigen der Grund warum es Winterbenzin gibt. Der hat deutlich mehr Anteil ein Niedrigsiedern.

    Ich hab schon etliche Motor nach verunglückten Kaltstart "entwässert". Deiner Theorie nach gebe es das ja nicht. Genauso wenig wie abgesoffene Kerzen.

    Insgesamt ist also deutlich zu viel Sprit vorhanden. Hat der kein Öl holt er sich dass, wenn irgendwo etwas zu finden ist und verdünnt die Viskosität. Deine Kolbenringe bzw. der Kolben über den Mitteldruck verdrängen das Öl dadurch besser und es kommt zur Misch/Festkörperreibung. Gerade bei länger gelaufenen Motoren, müsste sich dass noch verschlechtern, weil die Kreuzschliff verbraucht wird.

    Mag sein das die Wärmeausdehnung auch eine Rolle spielt, wir verwendenden aber heute Aluzylinder und Alukolben, d. h. beide Bauteile dehnen sich schon mal prinzipiell ähnlich aus, wenn man den Temperaturtransient ähnlich designed. Das war/ist halt eigentlich ein Thema das man bei Gusszylindern oder Gussstahlzylindern als Problem hatte. Und bei 70h Stunden dürfte das Laufspiel auch schon so groß sein, dass man selbst bei ungünstigsten Bedinungen nicht in die nähe von dkolben > dzylinder.


    Auch sehe auf den Bildern hier keinen Kolben mit einem vier Ecken Fresser!


    Ich habe außerdem weiter oben auch schon mal gesagt, zu früh zuviel Gas das Problem nicht besser macht.


    Warst nicht du der, der die Theorie vertritt das bei den älteren Zylindern etwas am Zylinderdesign anders war?

    DISCLAIMER:

    Die Beiträge dieses Nutzers könnten

    -Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten.

    -seine Meinung widerspiegeln, müssen es aber nicht.

    -fehlerhaft oder gar falsch sein.

  • Bei Vergasern, klar wird über den Choke eine zusätzliche Leerlaufdüse dazugeschaltet und liefert dann mehr Sprit. Wenn der Vergaser richtig eingestellt ist, dann dürfte er im Kaltstart mit Choke nicht höher drehen, wenn doch ist die Leerlaufdüse bzw. die Einstellschraube zu mager.

    Beim PWK wird über eine Bohrung zusätzlich Luft zugeführt und die Startdüse (die kleine neben der LLD) liefert dadurch mehr Sprit. Es wird also mehr Luft und mehr Kraftstoff bei geschlossenem Schieber geliefert. Beim Mikuni TMX dürfte es ähnlich sein, aber da habe ich die Bohrung des Chokes noch nicht genau angesehen.

    Soweit es Keihin PWK und Mikuni TMX Vergaser betrifft läuft der Motor bei gezogenem Choke - auch bei korrekt gewählter LLD und richtiger Einstellung - auf jeden Fall schneller. Liegt also nicht and der von dir genannten, falschen Einstellung.

  • Ich glaube, daß hier eine Menge an Theorien und Ideen einfach wild durcheinandergemischt werden. Ein "Choke" hat grundsätzlich bei einer Einspritzung nichts zu suchen, daß gilt auch für die TPI - heißt dort ja auch "Kaltstart-EInrichtung". Die Idee des Choke ist es das Gemisch durch einen externen Eingriff anzureichern da ein kalter Motor = kalte Luft = höhere Dichte mehr Kraftstoff für ein optimales (!!!) Gemisch braucht. Ein Vergaser kann das nicht automatisch, die elektronische Einspritzung mithilfe ihrer Sensoren schon. Und da liegt auch das Grundproblem - im Gegensatz zu einem Vergaser der auf den warmen Betriebszustand abgestimmt ist um dort optimale Leistung abzuliefern kann das die Einspritzung schon im kalten Zustand. Sprich ich kann auch schon mit einem kalten TPI Motor ordentlich Leistung abrufen und das führt dann zu einem klassischen cold seize oder 4 corner seize beim 2-Takter. Die Bilder welche oben gepostet wurden sind IMO genau das und nicht das reiner Kraftstoff das Öl abgewaschen hätte. Ist auf KTM-Talk jetzt im Moment (ist ja auch in den USA Winter) ein Thema aber sicherlich nicht ein TPI spezifisches Problem. Hier ein netter Artikel (leider nur Englisch) zum cold seize : RK-Tek cold seize


    Wir sind gestern mit 2 TPIs (kein Öl im Benzin) bei -3°C, Motorräder auf dem Hänger also Motor auch mit -3°C, gefahren. Die Motoren sind sowohl problemlos gestartet, warmlaufen im Leerlauf während wir uns umgezogen haben (so wie es sich für die TPI gehört) und danach ein paar schöne Stunden in einer Sandgrube mit durchaus hoher Last ohne anzureiben oder zu explodieren. Haben wahrscheinlich nur Glück gehabt <X


    Michael

    Ich dachte immer, dass am noch kalten Motor anteilig mehr Benzin an den Brennraumwänden haftet und kein Gemisch bildet. Also Wandbenetzung.

    Daher brauchts eine Kaltanreicherung um das Benzin Defizit im brennbaren Gemisch auszugleichen.

    Vergaser möglicherweise mehr als TPI, aber an sich der gleiche Vorgang.Den Wandfilm gibts eigentlich immer, nur an kalten Wänden verdunstet er nicht.


    Deshalb geht mehr Benzin unverbrannt an den Wänden oder als zu große Tropfen zum Auslass als am warmen Motor.(--> Ölfilmabwaschen! Bezug erkannt?)



    Zum Cold Seize. Alles schön lang erklärt vom RK-tech quasi für Hausfrauen und Vorstände.

    Im Endeffekt ist die Wärmedehnung und die Temperaturverteilung im Motor schuld.

    Es ist ja alles aus Aluminium und die Wärmedehnung wäre identisch, wenn alles auf gleicher Temperatur bliebe, bzw.gleichmäßig erwärmt würde.

    Allerdings sorgen auch Temperaturunterschiede für verschiedene Wärmedehnung und da der leichte Kolben schneller warm wird, als der massive Zylinder kann da ein zu enges Spiel entstehen.

    Das andere ist, dass die Form der Bauteile nicht rund bleibt, wenn sie ein Temperaturprofil aufweisen.


    Bezüglich dem Kolbenreiber/Bild vom Beitrag #6.885 frage ich mich aber, warum die Gegenseite OK ist. Beim Kaltklemm (Cold Seize) wäre auf beiden Seiten was zu sehen. Es sei denn eine Seite hatte keinen oder einen schlechteren Schmierfilm und die andere einen guten ausreichenden Schmierfilm.


    Womit sich wieder der Kreis schließt.


    VG Erhard

    Don´t ask what you can do for your suspension - ask what your suspension can do for you!

  • Beim PWK wird über eine Bohrung zusätzlich Luft zugeführt und die Startdüse (die kleine neben der LLD) liefert dadurch mehr Sprit. Es wird also mehr Luft und mehr Kraftstoff bei geschlossenem Schieber geliefert. Beim Mikuni TMX dürfte es ähnlich sein, aber da habe ich die Bohrung des Chokes noch nicht genau angesehen.

    Soweit es Keihin PWK und Mikuni TMX Vergaser betrifft läuft der Motor bei gezogenem Choke - auch bei korrekt gewählter LLD und richtiger Einstellung - auf jeden Fall schneller. Liegt also nicht and der von dir genannten, falschen Einstellung.

    Okay. Da hast du für einen bestimmten Typ von Vergaser recht. Das war aber auch gar nicht des Pudels Kern. In den allermeisten anderen Fällen liefert der Choke aber einfach nur mehr Benzin. Auf welchen Weg er das tut ist mir zweierlei.

    DISCLAIMER:

    Die Beiträge dieses Nutzers könnten

    -Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten.

    -seine Meinung widerspiegeln, müssen es aber nicht.

    -fehlerhaft oder gar falsch sein.

  • Das sieht alles sehr gut aus :)


    Das ist von meinem Kolben nach 10bh kann mir jemand sagen warum meiner schon so braun ist?

    Wenn ich raten müsste, würde ich meinen, dass das Laufspiel nicht passt. Der Zylinder wurde nur gehohnt, richtig? Welches Kolbenmaß wurde verbaut?

    DISCLAIMER:

    Die Beiträge dieses Nutzers könnten

    -Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten.

    -seine Meinung widerspiegeln, müssen es aber nicht.

    -fehlerhaft oder gar falsch sein.

  • Ihr könnt mich gerne verbal steinigen, aber ich bin nach wie vor der Meinung, daß in der überwiegenden Anzahl der TPI Schäden die Ursache auf dem Motorrad sitzt.

    das sehe ich prinzipiell genauso und möchte das für meinen Fall auch gar nicht ausschließen ;-). Aber auch eine zu erwartende Benutzerfehlbedienung (welche denn?) sollte heute nicht gleich zwangsläufig zum kapitalen Schaden führen...

    DISCLAIMER:

    Die Beiträge dieses Nutzers könnten

    -Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten.

    -seine Meinung widerspiegeln, müssen es aber nicht.

    -fehlerhaft oder gar falsch sein.

  • Sehe ich auch so. Der Kolben hatte insgesamt noch genügend Laufspiel für thermische Unzulänglichkeiten. Auch ein Grund warum ich aufs Waschbenzin tippe. In den alten Tuningschinken von Rieck etc. wurde doch auch immer ausdrücklich vor der Waschwirkung gewarnt.

    DISCLAIMER:

    Die Beiträge dieses Nutzers könnten

    -Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten.

    -seine Meinung widerspiegeln, müssen es aber nicht.

    -fehlerhaft oder gar falsch sein.

  • Ich glaube, daß hier eine Menge an Theorien und Ideen einfach wild durcheinandergemischt werden. Ein "Choke" hat grundsätzlich bei einer Einspritzung nichts zu suchen, daß gilt auch für die TPI - heißt dort ja auch "Kaltstart-EInrichtung". Die Idee des Choke ist es das Gemisch durch einen externen Eingriff anzureichern da ein kalter Motor = kalte Luft = höhere Dichte mehr Kraftstoff für ein optimales (!!!) Gemisch braucht. Ein Vergaser kann das nicht automatisch, die elektronische Einspritzung mithilfe ihrer Sensoren schon. Und da liegt auch das Grundproblem - im Gegensatz zu einem Vergaser der auf den warmen Betriebszustand abgestimmt ist um dort optimale Leistung abzuliefern kann das die Einspritzung schon im kalten Zustand. Sprich ich kann auch schon mit einem kalten TPI Motor ordentlich Leistung abrufen und das führt dann zu einem klassischen cold seize oder 4 corner seize beim 2-Takter. Die Bilder welche oben gepostet wurden sind IMO genau das und nicht das reiner Kraftstoff das Öl abgewaschen hätte. Ist auf KTM-Talk jetzt im Moment (ist ja auch in den USA Winter) ein Thema aber sicherlich nicht ein TPI spezifisches Problem. Hier ein netter Artikel (leider nur Englisch) zum cold seize : RK-Tek cold seize


    Wir sind gestern mit 2 TPIs (kein Öl im Benzin) bei -3°C, Motorräder auf dem Hänger also Motor auch mit -3°C, gefahren. Die Motoren sind sowohl problemlos gestartet, warmlaufen im Leerlauf während wir uns umgezogen haben (so wie es sich für die TPI gehört) und danach ein paar schöne Stunden in einer Sandgrube mit durchaus hoher Last ohne anzureiben oder zu explodieren. Haben wahrscheinlich nur Glück gehabt <X


    Michael

    drehwurm68


    Lässt du die TPI mit aktiver Kaltstarteinrichtung warmlaufen oder wie machst du das genau bei dem Wetter?


    Gruß :thumb:

    • Offizieller Beitrag

    In den allermeisten anderen Fällen liefert der Choke aber einfach nur mehr Benzin. Auf welchen Weg er das tut ist mir zweierlei.

    Das was heutzutage als Choke bezeichnet wird ist ja im Grunde ein eigener kleiner Startvergaser mit Schieber und Düse.

    Ein klassischer Choke ist ja ne Klappe die einfach einen Teil der Vergaserdurchmessers zumacht.

    • Offizieller Beitrag

    Lässt du die TPI mit aktiver Kaltstarteinrichtung warmlaufen oder wie machst du das genau bei dem Wetter?

    Ich weiss nicht, wie es Drehwurm macht.


    Meine Methode seit Jahr und Tag:

    Unabhängig von der Aussentemperaur starte ich meine kalten Motorräder grundsätzlich mit Choke, lasse sie damit 20-30 Sekunden im Leerlauf orgeln, dann Choke weg, losfahren und für die nächsten 2-3 MInuten mit mittleren Drehzahlen.

  • Beides trifft zu:
    Bei kaltem Motor haftet/kondensiert mehr Treibstoff an den kalten Motorenteilen.
    Dies wirkt sich vor allem direkt beim Start aus, die ersten paar Sekunden. Dann ist schnell eine Sättigung erreicht, Temperaturen steigen und es wird schon wieder Treibstoff davon entnommen.

    Der 2. Faktor ist die geringere, bzw. fast keine Verdampfung des Treibstoffes. Die größeren Aerosole verteilen sich nicht so gleichmäßig, verbrennen nicht so schnell.

  • Das was heutzutage als Choke bezeichnet wird ist ja im Grunde ein eigener kleiner Startvergaser mit Schieber und Düse.

    Ein klassischer Choke ist ja ne Klappe die einfach einen Teil der Vergaserdurchmessers zumacht.

    Ist mir schon durch aus klar ;-). Aber er liefert trotzdem ein vielfach fetteres Gemisch bemessen auf seiner Luftmenge um die Luftmenge die durch den Schieber geht zusätzlich anzufetten. Und soweit ich weiß, ist das genau die Aufgabe, nicht aber hauptsächlich zusätzliche Luftmenge (so wie beim TPI) bereitzustellen. Man beachte die Wortwahl!

    DISCLAIMER:

    Die Beiträge dieses Nutzers könnten

    -Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten.

    -seine Meinung widerspiegeln, müssen es aber nicht.

    -fehlerhaft oder gar falsch sein.

  • Ich weiss nicht, wie es Drehwurm macht.


    Meine Methode seit Jahr und Tag:

    Unabhängig von der Aussentemperaur starte ich meine kalten Motorräder grundsätzlich mit Choke, lasse sie damit 20-30 Sekunden im Leerlauf orgeln, dann Choke weg, losfahren und für die nächsten 2-3 MInuten mit mittleren Drehzahlen.

    So läuft das bei mir auch ab.

    Bei der TPI meistens aber ohne "Choke". Den aktiviere ich nur im Winter, kurz.

  • Mein Kolben signalisiert zu mindestens mir, dass er nicht zu heiss geworden ist, denn er hat nicht am Kolbenboden gefressen, sondern fast ausschließlich nur am Hemd.

    pasted-from-clipboard.png

    DISCLAIMER:

    Die Beiträge dieses Nutzers könnten

    -Spuren von Ironie oder Sarkasmus enthalten.

    -seine Meinung widerspiegeln, müssen es aber nicht.

    -fehlerhaft oder gar falsch sein.

Jetzt mitmachen!

Sie haben noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registrieren Sie sich kostenlos und nehmen Sie an unserer Community teil!