Riefen im Standrohr - Polieren?

  • Ich habe hiere gerade eine zerlegte, undichte Gabel von einer DT 125 R, die neue Simmerringe bekommen soll. Leider hat das linke Standrohr leichte Riefen auf den ersten paar Zentimetern des Federwegs. Ärgerlich wäre es, wenn ich die Gabel jetzt mit neuen Dichtungen zusammenbaue und die Gabel nach kurzer Zeit wieder zu siffen anfängt, sofern die Riefen die Simmerringe kaputt gemacht haben. Deshalb meine Frage: Bringt es was mit Never Dull, o.ä., die betroffenen Stellen am Standrohr zu polieren?


    Es ist vielleicht noch zu erwähnen, dass bei der Gabel keine Staubkappen verbaut waren :rolleyes: . Kann es vielleicht auch sein, dass dadurch die Simmerringe frühzeitig undicht wurden?


    Bilder kann ich noch nachreichen (; .

  • Hmm, eigentlich müsstest Du was draufpolieren. NevrDulll ist auf alle fälle nicht geeignet, damit kann man höchstens Fliegendreck wegpolieren. Günstiger wäre ein feiner Ölstein, oder Schleifpapier mit Körnung 600 und feiner. Obs was bringt ist nicht sicher. Neuverchromen ist halt nicht ganz umsonst, aber für die DT sollte es ja noch neue oder gute gebrauchte Rohre geben..
    Gruß
    Hans

  • schwer ohne Bild(er) zu beurteilen, wie tief die Riefen sind. Aber ich denke mal, es wird sich nur um 'normale' Abriebsspuren handeln. Die kann man problemlos (am besten auf der Drehbank) rauspolieren.

    Probleme mit dem Fahrwerk? Fahr' schneller!


    Ich bin Bayer und damit von Haus aus schon mal viel cooler als du.


  • Wenn ich mit dem Finger über die betroffene Stelle streiche, kann ich die Riefen nicht spüren.


    Achso, ich dachte es wären Riefen. Ja, dann reicht 400-600 Schleifpapier und falls vorhanden eine Drehbank. Durch die Rotation und zügiges Hin-undHerbewegen des Schleifpapiers kriegst Du so einen Kreuzschliff drauf wie im gehonten Zylinder. Die dadurch entstehende Rauhigkeit ist sogar günstiger als eine spiegelglatte Fläche.


    Gruß
    Hans

  • Alle höherwertigen Gabeln, wie WP Cone Valve oder Kayaba A-Kit haben DLC oder TiN Beschichtungen auf den Rohren!
    Rate mal warum!?
    Richtig, weil die Beschichtung die Oberflächen-Rauheit vermindert und somit der Reibwert deutlich minimiert wird!
    Noch ein Beispiel HSS Bohrer ohne TiN Beschichtung und Bohrer mit TiN Beschichtung.
    Mit dem beschichteten Bohrer kann mit fast doppelter Schnittgeschwindigkeit und gleicher Standzeit zerspant werden.
    Der Grund liegt wieder an der verminderten Reibung und somit weniger Hitzeentwickung!

  • Alle höherwertigen Gabeln, wie WP Cone Valve oder Kayaba A-Kit haben DLC oder TiN Beschichtungen auf den Rohren!
    Rate mal warum!?
    Richtig, weil die Beschichtung die Oberflächen-Rauheit vermindert und somit der Reibwert deutlich minimiert wird!
    Noch ein Beispiel HSS Bohrer ohne TiN Beschichtung und Bohrer mit TiN Beschichtung.
    Mit dem beschichteten Bohrer kann mit fast doppelter Schnittgeschwindigkeit und gleicher Standzeit zerspant werden.
    Der Grund liegt wieder an der verminderten Reibung und somit weniger Hitzeentwickung!


    na wenn das mal so stimmt.

  • Gute und hochwertige Hydraulikkolbenstangen und Zylindergehäuse, und nichts anderes ist ja eine Gabel oder ein Stossdämpfer, sind feingehont und dadurch haftet auf der Oberfläche immer ein minimaler Ölfilm im Bereich der Abdichtung und der Gleitbuchsen wodurch sich die Reibung drastisch verringert im Gegensatz zu einer Oberfläche die spiegelglatt poliert ist, worauf Dichtungen und Führungen "kleben" würden. Durch feinhonen der Komponenten erreicht man eine deutlich reduzierte Betätigungskraft und verhindert sog. Ruckgleiten oder Stick and Slip zu neudeutsch.
    Hierfür ist es ganz egal ob die Oberfläche der Kolbenstange hartverchromt oder sonstwie mit TiN oder TiAlN beschichtet ist.

  • So isses.
    Und wenn Diejenigen, denen 400er oder 600er zu grob ist, mal damit auf Hartchrom gehen, merken die recht schnell, dass das auf der harten Schicht nur extrem feine Riefen hinterlässt.
    1200er geht natürlich auch, ich hab aber festgestellt, dass die Gabel mit dem gröberen Papier danach weicher geht, und ein geringeres Losbrechmoment hat.


    @CDR250
    Zu Deinem obigen Beitrag über DLC und TiN: Die verminderte Reibung hat nicht primär mit glatter Oberfläche zu run. Tribologie IST NICHT so einfach...


    Gruß
    Hans

  • Gute und hochwertige Hydraulikkolbenstangen und Zylindergehäuse, und nichts anderes ist ja eine Gabel oder ein Stossdämpfer, sind feingehont und dadurch haftet auf der Oberfläche immer ein minimaler Ölfilm im Bereich der Abdichtung und der Gleitbuchsen wodurch sich die Reibung drastisch verringert im Gegensatz zu einer Oberfläche die spiegelglatt poliert ist, worauf Dichtungen und Führungen "kleben" würden. Durch feinhonen der Komponenten erreicht man eine deutlich reduzierte Betätigungskraft und verhindert sog. Ruckgleiten oder Stick and Slip zu neudeutsch.
    Hierfür ist es ganz egal ob die Oberfläche der Kolbenstange hartverchromt oder sonstwie mit TiN oder TiAlN beschichtet ist.


    Also ich hab noch keine Kolbenstange oder Gabelrohr gesehen, die/das von Werk aus mit so einer ölfilmunterstützenden Struktur ausgestattet wurde.
    Ebenso hat kein Dämpfergehäuse Honspuren im Inneren zu sehen.
    Einzig manche Gabelrohre lassen ab Werk leichte Honspuren sehen, die aber nachträglich Eloxiert werden, damit natürlich immer noch da sind, aber auch "entschärft" sind.
    Ich denke dass es dort einfach um Fertigungsmethoden geht...


    Nichtsdestotrotz benutzen viele Tuner (u.a. auch ich) eine Instandssetzungsmethode beii den Chromrohren, die eben diesen Kreuzschliff hinterlässt und damit auch die genannten Vorteile mit sicht bringt.
    Ab Werk ist damit aber kein Bike zu finden.

  • Da muss ich dir leider recht geben, habe ab Werk auch noch keine Fahrwerke gesehen die diese hochwertige und sinnvolle Bearbeitung aufweisen.
    Aber wenns gemacht würde wären auch die Preise für die Teile noch höher, und die Tuner hätten hinterher nicht so viel nachzuarbeiten.
    Bilde mir aber deutlich ein das man eine solche Bearbeitung im Ansprechen der Komponenten bemerkt.

  • Eine solche "Aufwertung" wird ja zumeist nicht isoliert gemacht, sondern im Zuge eines Service, bei dem mehrere Sachen verändert werden.
    Also ist es, sofern man es nicht wirklich bewusst empirisch testet, für die meisten nicht nachvollziehbar woher jetzt die Änderung des Gefühl rührt.


    Das Polieren der Rohre ist jetzt keine Modifikation, die aus Abstimmungsgründen gemacht wird, sondern bei seriösen Fahrwerkstunern einfach Bestandteil eines normalen Service zur Instandsetzung der Chromrohre.
    Die Struktur im Rohr hält auch nicht ewig (abhängig wie oft man nasse Böden fährt) und wird daher meist bei jedem Service erneuert.

  • Alles richtig,
    ergänzend meine Hausmittelchen:


    Handarbeit mit Chrompolitur für Autos funktioniert und man macht nix kaputt. Filzscheibe im Akkuschrauber + Filzscheibe quer zu den Riefen erleichtert die Sache. Hinterher Politur gut entfernen, z.B. mit WD40. Drehbank ist natürlich praktischer.


    Aber auch so ist mein Eindruck, dass die Riefen auf den Fotos die Gabel nicht vorzeitig undicht machen würden. Nur, wenn man es schon auseinander hat, macht man sowas weg.


    VG Erhard

    Don´t ask what you can do for your suspension - ask what your suspension can do for you!

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