Zweitakter - Schmierung

  • Hallo zusammen,


    aus Interesse lese ich gerne verschiedene Beiträge zu Motorentechnik.


    Dabei bin ich - mittlerweile öffter - auf eine Aussage bzgl. der Schmierung von Zweitaktmotoren gestoßen, die mich zuerst verwunderte, später aber logisch erschien:


    Das dem Gemisch beigefügte Öl trennt sich im Kurbelgehäuse weitgehend wieder. Bedingt ist dieser Vorgang durch das Verdampfen des Spritanteils beim Auftreffen auf die heiße Unterseite des Kolbens, des Motorgehäuses und der Kurbelwelle. Das abgetrennte Öl schmiert nun die Lager der Kurbelwelle, des Pleuels und die Zylinderwand. Zum Teil wird das abgetrennte Öl in die Brennkammer mitgerissen, zum Teil aber eben nicht. Je nach Mischungsverhältnis, Drehzahl und Fahrweise variiert die Menge des verbleibenden Öls im Kurbelgehäuse. Und diese verbleibende Menge soll für einen gesunden Zweitaktmotor sorgen, wenn sie nicht zu gering wird z. B. durch ein falsches Mischungsverhältnis.


    Nun zum fraglichen Teil:


    Die Menge des verbleibenden Öls kann, nach dem Abnehmen des Zylinders, im Kurbelgehäuse gemessen werden und sollte die Kurbelwangen möglichst zu etwa 1/8 bedecken.


    Das habe ich noch nie gehört. Ich habe zwar schon einige Kolbenwechsel durchgeführt, aber noch nie nachgesehen, ob sich noch Öl am Boden des Kurbelgehäuses befindet. Hat denn jemand schon Erfahrung damit?


    Aber es geht noch weiter:


    Das verbleibende Öl unterliegt einer Art Wechselvorgang, der für einen kompletten Wechsel bis zu 90 Minuten Motorlaufzeit dauern kann. Ich verstehe das etwa so, dass die verbleibende Ölmenge durch das frische Öl aus dem Gemisch erhöht und das mitgerissene Öl richtung Brennkammer verringert wird und somit laufend aufgefrischt wird. Quasi eine Art permanenter Ölwechsel.


    Eine weitere Interpretation meinerseits:


    Bei kaltem Motor wird anfangs gar kein Öl, später nur wenig Öl aus dem Gemisch abgetrennt, es gelangt vermehrt in die Brennkammer. Das würde die blaue Fahne bei kaltem Motor erklären. Für die Schmierung der Lager ist während der Warmlaufphase die im Kurbelgehäuse verbliebene Ölmenge verantwortlich, deshalb die Empfehlung (1/8, siehe oben).


    Was haltet Ihr von dieser Ausführung?


    Bin schon gespannt auf Euere Expertenmeinung


    Gruß
    Franz

  • Ähhhh, ich tanke und mische einfach und fahre dann. Solange der Kolben nicht klemmt bin ich zufrieden.


    Just my 2 cents...

  • Ein Bekannter von mir aus früheren Zeiten hat mir etwas dazu passendes erzählt.
    Um das richtige Mischungsverhältnis zu bestimmen, hat er am Kurbelgehäuse seiner Maico eine kleine Ablassschraube angebracht. Wenn er dann nach einem Set (Motocross) die Ablassschraube geöffnet hat wollter immer mindestens ein Schnapsglas voll ablassen können.

  • Weitere Recherche scheint das oben beschrieben zu bestätigen. Es gibt sogar ein Patent, dass sich mit der Restölrückführung bei Zweitaktern befasst (Veröffentlichungsnummer DE4421132 A1).


    @mork
    Das würde ebenfalls für diese Theorie sprechen. Aber wenn das Restöl gerade beim Kaltstart von Bedeutung ist, warum hat Dein Bekannter es dann abgelassen? Nur zur Kontrolle?


    @AirfoX & @DerRaser
    Mit Eueren Antworten kann ich nicht viel anfangen, aber Ihr wohl auch nicht mit dem Eingangsthema.

  • Er hat es nicht jedesmal abgelassen, nur wenn er am Einstellen war. Damals hat er mit (ich glaube Maico) Öl experimentier, welches 1:100 mischbar war wärend andere damals 1:25 angegeben haben.

    • Offizieller Beitrag

    Daß sich im Kurbelgehäuse Öl ansammelt ist mir bekannt und es ist sicherlich auch wichtig z. B. fürs Pleuellager.
    Man muss ja nur mal 1:50 Gemisch zwischen den Fingern verreiben da merkt man schnell daß das bischen Öl wohl auf die Dauer für die Schmierung eines Wälzlagers zu wenig wäre.


    Allerdings kommt mir 1/8 von der Kurbelwange etwas viel vor. Je nach Motor und Fahrweise kann das sicher auch weniger sein.

  • macht weiter Freunde des blauen Dunstes, und der verschmauchten Z-kerzen,
    so lustig wars schon lang nicht mehr.


    gratuliere Twin, klasse Thema !


    vp

  • Weder ironisch noch nicht ironisch. Am besten fährt man, wenn man seine Beiträge gar nicht liest.



    Habe noch nie wen mit so einem großen Geltungsbedürfnis in einem Forum gesehen...

  • @ mork,
    meine Teil-Ironi kommt daher, dass ich spez. in diesem schönen Forum fast immer verunglimpft werde, wie gerade wieder durch JanWu geschehen.


    grob zum Thema :
    fast alle Cross/Enduro - Gaser lassen sich im unteren Gasbereich nicht sauber einstellen.
    so gut wie immer ist die Gemischaufbereitung letztlich zu fett, und dann sammelt sich das Öl, insbesonders beim Endurieren im Kurbelgehäuse bzw. Auspuff.
    Leistung geht verloren und die Kerze leidet.


    nun keine Werbung ! !
    bei einem sauber einzustellenden Gaser sammelt sich, egal bei welcher Fahrweise, nur ein hauchdünner Ölfilm auf der Kurbelwelle, und nach kurzer Fahrzeit zeichnet sich im Auspuff-Endrohr das trockene Kerzenbild ab.
    Simpel-Beispiel ; Schnitte Brot dreimal mit Butter bestreichen = zu fett, sagt die Frau, einmal Butter reicht völlig aus.


    garantiert ohne Ironie
    vp

  • Zum Thema Schmierung bzw Mischungsverhältnis gibt es verschiedene Theorien....


    Eine besagt das weniger Öl mehr Benzin im brennraum bedeutet und somit mehr Leistung zur Verfügung stehen soll.


    Eine andere Theorie sagt wiederum das mehr Öl mehr Leistung bringt, weil der Motor besser geschmiert und die kolbenringe zum Zylinder besser abgedichtet werden.


    Was richtig ist.....
    Vermutlich beides.

    Ich bin halt eine Diva, lebt damit oder ignoriert mich.....

  • In den Ami-Foren wird auch in den Abstimmungs-Freds wild drüber diskutiert, dass mehr Öl im Sprit eine größere Düse benötigt, weil dann ja auch das Benzin/öl Gemisch dickflüssiger wird. Ich habs mir nie ausgerechnet, aber ich glaube persönlichen, das es in dieser Hinsicht keinen Unterschied macht und keine größeren Düsen bei mehr Öl notwendig sind.

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