Kühlwasser zerfrisst Magnesiumdeckel-warum?

      Kühlwasser zerfrisst Magnesiumdeckel-warum?

      Was im Kühlwasser zerfrisst die Deckel? Ist das nur wenn die Mopeds lange stehen oder auch wenn sie regelmäßig gefahren werden?
      Warum werden die Deckel überhaupt aus Magnesium gemacht und nicht Alu?
      Bekommen wir das gleiche Problem in 20 Jahren auch bei den aktuellen Fahrzeugen?

      Fragen über Fragen....

      Gruß Atzi
      Was im Kühlwasser zerfrisst die Deckel?

      Dafür ist hauptsächlich der Sauerstoff verantwortlich.
      Dieser ist ja bekanntlich im Wasser :evil:
      Einfach taugliche Kühlflüssigkeit verwenden!
      So werden die WP Dichtringe mit geschmiert und Alu, wie MG kommt nicht zur Reaktion mit O2.
      Eventuell findet sich ja hier noch ein Chemiker der uns die Vorgänge detaillierter erklären kann.
      TEUBER-MOTORSPORT
      Die AlMg-Legierung (kurz "Magnesium") reagiert mit Sauerstoff, der ja bekanntlich nicht nur in der Luft sondern auch in Wasser, dort in gelöster Form, vorkommt.
      Deshalb müssen Magnesiumbauteile an ihrer Oberfläche vor dem Sauerstoffkontakt geschützt werden. Das geschieht entweder durch einen Schutzlack oder eine chemische Behandlung der Oberflächen. Von letzterer stammt auch das bekannte goldfarbene Aussehen von Magnesiumbauteilen, die Eigenfarbe ungeschützten Materials ist ein stumpfes Silbergrau.
      Wird der Oberflächenschutz beschädigt, vollbringt der Sauerstoff sein zerstörerisches Werk.
      Google einfach mal nach Opferanode
      der Magnesiumdeckel ist im Kühlkreislauf das unedlere Metall und reagiert somit heftig (im Vergleich zum Beispiel zum eigentlichen Kühler)
      ...beim warm-Wasserspeicher des Heizkessel passiert genau das gleiche heute noch...mehr oder minder gewollt um dem Kreislauf was anzubieten

      Einfach taugliche Kühlflüssigkeit verwenden!
      ist ein frommer Tipp...funktioniert nur leider in der Praxis nicht, max. lässt sich mit einem geeigneteren Kühlmittel die chem. Reaktion verlangsamen aber nicht aufhalten.

      Die Beschreibung von Obsolet ist sicher richtig, nützt jedoch bei einem Wasserkreislauf zwischen zwei verschieden Metallen auch nix wirklich(leider)

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von „blackchen“ ()

      blackchen schrieb:

      ziegenjens schrieb:

      es gibt ja wasserfreie Kühlmittel ?( ob das die Lösung ist?? wer weiß das schon.


      Problem ist ja eigentlich nicht das Wasser an sich, sondern der darin gebundene Sauerstoff
      Das Hauptproblem ist aber der Ionenfluss von einem Metall zum anderen.


      Dann nimmt man "jahrelang abgestandenes Heizungswasser". Diese Brühe ist nur gelegentlich schwarz, aber kein Sauerstoff mehr. Sonst würden ja viele Stahlrohr-Heizungsanlage von inner weg rosten.

      Tut es aber nicht. Ist übrigens nur ein spontaner Einfall, weil ich gelernter Heizungsbauer bin. ;-)
      Zu viele...Motorräder. :O
      Ja die Heizungsbauer ..... mein Spezi hat beim Heizungsneubau und dem befüllen danach auch nen " Staatsakt " aus der Mischung gemacht . Mann nehme X Teile Regenwasser , X Teile normales Wasser usw. Falls mal abgelassen werden muß , dann bitte schön auffangen und wieder verwenden .

      Vielleicht hilfts ja beim Magnesium Deckel Kühlwasser ab und zu mal ne Magnesium Tablette mit rein zu machen . :whistling: :D
      Es kann schon mal passieren das ich die Wegstaben verbuchsele und mich verdrückt auskehre !! :thumbsup:

      Kangoo-Center-TML.de die Adresse für den Kangoo Fahrer :thumb:

      Alle meine Beiträge könnten zu 99% Spuren von Ironie aufweisen ... ;-)

      blackchen schrieb:

      dennoch leitet auch die schwarze Brühe und das ist des Pudels Kern
      Leiten schon - aber ohne Sauerstoff oxidiert der Deckel - zumindest innen - nicht (wenn die Annahme stimmt, dass die Heizungsbrühe keinen Sauerstoff enthält) Er könnte dann höchsten außen oxidieren.

      Was man bei Magnesium aber immer im Hinterkopf haben sollte, ist dass es chemisch unglaublichen "Drang" hat zu oxidieren, weshalb bei der Reaktion auch reichlich Energie frei wird. (Magnesium brennt unter Wasser weil die Hitze Wasser spaltet). Das Zeug erfordert sehr sorgfältigen "Rostschutz" und wenn die Teile mal Jahrzehnte alt sind, genaue Beobachtung. Es sollen ja schon Naben mit hohen Magnesiumanteil einfach gebrochen sein.
      Wer nichts weiß muss alles glauben

      610er schrieb:

      blackchen schrieb:

      dennoch leitet auch die schwarze Brühe und das ist des Pudels Kern
      Leiten schon - aber ohne Sauerstoff oxidiert der Deckel - zumindest innen - nicht (wenn die Annahme stimmt, dass die Heizungsbrühe keinen Sauerstoff enthält) Er könnte dann höchsten außen oxidieren.
      .


      die Praxis zeigt was anderes (siehe Opferanode im Warmwasserspeicher)
      es sind im Prinzip zwei Faktoren verantwortlich
      Zum einen natürlich Korrosionwas sicher am schlimmsten ist
      Zum anderen auch eine ungewollte Elektrolyse
      durch das beschleunigen der Pumpe werden die Teilchen aufgeladen und es findet eine Art Elektrolyse von + zu -statt bei der ein Stück Material abgetragen wird - natürlich müssen dazu viele negative Faktoren eintreffen
      ein älterer Rotax-Ing hat mir das mal abendfüllend ausführlich erklärt :)

      blackchen schrieb:

      durch das beschleunigen der Pumpe werden die Teilchen aufgeladen und es findet eine Art Elektrolyse von + zu -statt bei der ein Stück Material abgetragen wird - natürlich müssen dazu viele negative Faktoren eintreffen
      ein älterer Rotax-Ing hat mir das mal abendfüllend ausführlich erklärt
      Interessant!
      Wer nichts weiß muss alles glauben

      Italomoped schrieb:

      Ich verstehe eh nicht warum die Deckel nicht aus Alu gemacht wurden,wegen den paar Gramm Gewichtsersparung?
      Das merkt man doch beim Fahren nicht.

      Das wird jetzt gefählich! Jetzt meldet sich gleich die Titanschraubenfraktion! :)
      #523 Mainfranken: Klöß, sonst nix!
      KTM
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      C L A S S I C - E N D U R O
      hier werden 2 dinge miteinader vermischt:

      die oxidation von metall welches sich im wasser befindet findet hauptsächlich bei
      unedlen metallen statt, das prominenteste beispiel ist eisen. heisst dann rost.

      da ist es tatsächlich so, dass der im wasser gelöste sauerstoff den rost bildet,
      es können aber auch vollkommen andere zubstanzen sein, die dann schlussendlich
      das wasser chemisch zersetzen und dann den freigewordenen sauerstoff zum rosten
      hernehmen.
      den eintrag von luftsauerstoff kann man im kühlsystem nie verhindern, jedoch kann man
      die umstände, unter denen rost entsreht verhindern. dafür ist z.b. ein bestimmter pH wert
      maßgeblich.
      rost bei eisenhaltigen bauteilen hört nicht auf, er ist "autokatalytisch".
      ein winziges rostkörnchen löst immer ein weiterrosten aus.

      sprich, im kühlmittel sind additive drin, die zum einen die wapu und die siris schmieren,
      zum anderen die den im laufe der zeit aufgesammelten sauerstoff "neutralisieren" (den pH wert
      auf einem bestimmten wert halten, nennt sich puffern). und sogar substanzen enthalten, die
      das bis dahin gelöste eisen maskieren. damit ist ein hinreichender rostschutz gewährleistet.

      eine oxidative zersetzung wie beim eisen passiert kurioser weise bei den leichtmetallen (al, mg, ti)
      nicht, da diese metalle eine oberflächliche oxidschicht ausbilden, welche recht fest mit dem untergrundmetall
      verbunden ist und auch nach "unten" nicht weiter rostet.
      man nutzt das aus, indem man diese oxidschicht gezielt erzeugt, nennt sich eloxal-verfahren (anodenbeschichtung).

      soviel zum thema "rosten durch sauerstoff in luft und wasser"

      was beim themenstarter passiert ist etwas völlig anderes (blackchen hat darauf schon hingewiesen):
      durch die verwendung verschiedener metalle entsteht in verbindung mit einem elektrolyt (leitfähige flüssigkeit)
      ein sogenanntes lokalelement. das sorgt dafür, dass immer das unedlere metall in lösung geht und das edlere metall
      nicht. dummer weise sind hier die leichtmetalle auf der verliererseite. sprich, die lösen sich auf.

      dem kann man entgegen wirken, indem man das eingesetzte kühlmittel so wenig wie möglich leitend macht
      (jetzt kommt das böse pfui wort: destilliertes/entsalztes wasser) und auch hier den pH wert in einem bereich
      hält, in dem diese reaktion möglichst langsam abläuft.

      die pH-puffer und die anderen additive verbrauchen sich im laufe der zeit. daher die klare empfehlung das
      kühlwasser regelmäßig (ich mach das alle 2 jahre) komplett zu wechseln. ich empfehle auch klar die verwendung
      von entsalztem/destillierten wasser IN VERBINDUNG MIT EINEM GUTEN FROSTSCHUTZMITTEL.

      damit hat man 2 vorteile: wenig gelöste ionen, sprich eine geringe leitfähigkeit, keinen kalk der sich ablagern kann.
      das frostschutzmittel sorgt für den passenden pH-wert und dann ist alles schick.
      You have to have the courage to sustain the situation that frightens you.

      Jedes Verbot ist eine leise Absage an die Idee, der Mensch sei vernunftbegabt.
      Stefan Geiger

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