Albanien rallye 2016

      Organisation und allg. Ablauf der Veranstaltung ist eher easy, man könnte auch "etwas chaotisch" sagen. Umgangssprache ist englisch. Navigation ist einfach, das Roadbook zählt zu den Besten, der Offroadanteil ist sehr hoch, ausser wenns regnet technisch nicht besonders schwierig, aber sehr lange Etappen. Die Albania hat den Anspruch, die schwierigste Rally auf dem Balkan zu sein.
      Hallo Manfred
      du scheinst Erfahrung mit der Rallye zu haben. Leider gibt die Seite des Veranstalters nicht viel her. Welche technischen Voraussetzungen muss das Motorrad erfüllen, dürfen Blinker und Spiegel weg? Werden GPS Punkte im Roadbook angegeben, welche Reichweite sollte der Tank ermöglichen, welche Notfallausrüstung ist vorgeschrieben?
      Also, Blinker, Spiegel etc. interessiert niemanden. Licht und Bremse sollte funktionieren. Ein Plus/Minuskabel von der Batterie muss für den GPS-Tracker vorhanden sein. Der Tracker wird gestellt (i.d.R. 100,-€ Kaution) und muss im Bereich Roadbookhalter/Scheinwerfer angebracht werden. GPS Punkte wurden bisher nicht angegeben. Tankstellen gibt es zwar genügend, aber es kann auch mal eine Etappe 150 km ohne Ortschaften gehen, also ein 12 Ltr.Tank sollte es schon sein. Notfallausrüstung hat bisher keinen interessiert, ist aber natürlich schon ratsam. Leuchtrakeden sind nicht notwendig. Es ist auch dieses Jahr wieder mind. eine Etappe mit 500 km, wenn nichts dazwischen kommt und das Wetter passt, sollte dies in 10 Std. machbar sein. In Albanien kann aber vieles dazwischen kommen, eine gute Taschenlampe, eine Regenjacke und etwas Geld für eine "Unterwegsübernachtung" wären sinnvoll. Ich rede hier von der Rally Albania.

      Die Albania Raid hat wesentlich kürzere Strecken (mit Mittagspause) und genügend Ausstiegsmöglichkeiten um Onroad in Ziel zu Fahren.
      Ich will mich nicht groß in Eure Diskussion einmischen, anbei für denjenigen den es interessiert meine kurze Sicht der Dinge zu der Albanien Rallye 2015.
      Ansonsten schließe ich mich meinen Vorrednern an, GPS dient der eigenen Sicherheit, zu empfehlen ist ne leichte Sportenduro, nix über 140kg, 12-13 ltr. Tank ist Pflicht, Mousse ist Pflicht, Roadbook und Tripmaster sowieso, ich würde auch einen vernünftigen LED Scheinwerfer verbauen, da es zumindest am Marathon Tag im dunkeln los und mit großer Sicherheit auch zu Ende geht. Im Jahr 2015 sind über 20 Mopeds Nachts draußen geblieben !!

      Erlebnisbericht zur Albanien Rallye 2015.
      Das für mich vielsagendste Erlebnis fand am letzten Fahrtag morgens um 7:15 Uhr statt. Es waren wieder einmal fast 30 Grad und mein persönliches Akku war eindeutig schon am Vortag auf Reserve abgefallen, als man mir am Start folgendes sagte.„ I have good news for you: You have 5 hours time for the liason to the start, 30 minutes more than we told yesterday !!!!!!“Was für eine tolle Nachricht, wir durften uns also etwas mehr Zeit lassen, um die über 200km zum Start hinter uns zu bringen. !!!!! Nun , dazu muß man wissen, dass diese mehr als 200km zum größten Teil aus Asphalt bestanden, was in Albanien allerdings schon eine besondere Erfahrung ist, dazu später mehr. Der Offroad Teil betrug übrigens rund 2 Stunden oder ca. 50km. Da ich wusste wie knapp die Zeiten bemessen sind, habe ich also ordentlich Gas gemacht und schwupp war ich dann auch nach 3 Stunden und 56 Minuten am Start zur SS. Dann gab’s nochmal ne tolle SS mit rund 2 Stunden oder 70km länge , um dann bei ca. 35 Grad noch einmal 1,5 Stunden komplett durch Tirana fahren zu dürfen !!
      8,5 Stunden Gesamtzeit auf dem Motorrad.
      Nun zurück zum Anfang, 8 Tage vorher.
      Die Anreise für Walter und Beat im Transporter und für mich im Flieger verlief problemlos. Bei sonnigen 33-35 Grad trafen wir uns im EXPO Plaza in Tirana. Ein tolles Hotel mit Pool, klimatisierte Zimmer, einfache schnelle unbürokratische Anmeldung konnten wir am Samstag locker hinter uns bringen und hatten noch einmal einen schönen Pool Tag. Abends gab es ne kurze Ansprache und Walter hatte genügend Zeit Beat’s Motorrad vor zu bereiten (das hatte Beat vorher nicht wirklich geschafft). Samstag dann ein kurzer Prolog in den Bergen mit anschließender Verbindung zum nächsten Camp, ca. 5 Stunden auf dem Moped.
      Montag dann eine 230km Runde und ich merkte sehr schnell, Albanien ist steinig in der Potenz mal 15 !! Wow wir haben eine Sonderprüfung von 130km gefahren und es war keine Erde zu sehen !!!! Fahrzeit auf dem Moped ca. 7 Stunden. Dieser Zustand sollte sich in größten Teilen der Woche so einstellen, Walter hatte jeden Abend alle Hände voll zu tun, da auch die Zeit bis zum dunkel werden immer sehr kurz war. Fast täglich mussten Reifen getauscht werden, Luftfilter gereinigt und die normalen Wartungsarbeiten durchgeführt werden.Für uns Fahrer war das purer Luxus, denn ohne Walter wäre die Rallye für uns nicht möglich gewesen. Das Roadbook war kurz und bescherte nicht all zu viel Arbeit und hatte, wie bei allen anderen Rallyes, den ein oder anderen kleinen Fehler, welcher aber mit ein bisschen Aufmerksamkeit und Improvisation auch kein größeres Problem war.
      Dann kam der Dienstag der längste aller Tage :520km, Start 04:45 zwei Sonderprüfungen von über 280 km SS, eine SS Zeit von 7:43:52und um 20:30 im Camp, ja richtig, fast 16 Stunden !!!!!!!!!!!!!!!!!! Das bedarf keines weiteren Kommentars (Übrigens die 18. schnellste Zeit).
      Am Mittwoch dann eine Art Ruhetag mit nur 3 Stunden auf dem Motorrad, 1 Stunden SS und der Rest Verbindung. Wir hatten mittlerweile das 3 Hotel bezogen, die Stimmung war gut, die Körper kamen aber immer mehr an Ihre Grenzen.
      Tag 5 stand an, 400km, eine Stunde Anfahrt zum Start, 5:13:28 SS, dann noch mal 3,5 Stunden Verbindung zum nächsten Camp, in Summe also wieder 10 Stunden auf dem Moped. Übrigens sind die Verbindungsetappen nur teilweise asphaltiert, also auch dementsprechend anstrengend.
      Der 6. Tag begann wieder um 7:00 Uhr, 250km , SS 1:32:43 und insgesamt wieder 7 Stunden auf dem Motorrad.
      So wer jetzt dachte, am letzte Tag rollen wir noch ein bißchen aus, erinnere sich an die ersten Zeilen.
      Vergessen habe ich zu berichten, dass Beat bei der Anfahrt zum Start morgens um 7:30 Uhr eine Kurve etwas schneidig angefahren hat und der albanische Familienvater nun gar nicht mit anderen Verkehrsteilnehmern gerechnet hat und die Aktion mit viel Glück für Beat endete, in der Form , dass Beat auf der Motorhaube des BMW zum liegen kam, das Moped unter dem Auto, der BMW war beschädigt der Rest unversehrt !!!!!
      Wie bei allen Rallyes sind auch hier die Leistungsunterschiede sehr groß gewesen. Ich schreib Euch hier aus meiner Sicht, der die Rallye als 16. Gesamt beenden konnte, rund 2,5 Stunden langsamer als der Erste.
      Die Ausfallquote war relativ groß, das lag auch daran, daß in den SS zu jeder Zeit an jeder Stelle mit Gegenverkehr zu rechnen war. Unvorstellbar zu was die Albaner fähig sind. Im Grunde braucht man ein extrem geländegängiges Fahrzeug, dafür reicht das Geld der Albaner nicht, als fährt man diese Strecken mit einem DB 207D Bj. 1982 oder vergleichbarem Fahrzeug. Gleich in der ersten SS stieß ein italienischer DAKAR Fahrer frontal mit seiner KTM 450 Rallye in einen Mitsubishi ein. Niemals hätte ich an dieser Stelle mit einem Auto gerechnet, aber so geschehen. Moped Schrott, Fahrer raus.
      Am Ende vielleicht noch ein paar Worte zum Gesamteindruck : Albanien als solches ,ist ein Land welches heiß, extrem dreckig, steinig und stinkig ist. Die Menschen habe keine freundlichen Grundzüge . Ich selber kann die Rallye denjenigen empfehlen, welche stark masochistisch in Bezug auf Steine und lange Etappen bei hohen Temperaturen, veranlagt sind. Zwischendurch hatte ich das Gefühl, dass bewusst das heftigste und schlimmste Gelände ausgesucht wurde, welches Albanien zu bieten hat. Das stimmt natürlich nicht, macht aber, glaube ich deutlich, was einen erwartet. Das befahren von Albaniens Strassen ist etwas besonderes, man nimmt sich einfach die Vorfahrt, rücksichtslos und gegen den anderen. Die Menschen hier haben keinerlei Bezug zu Ihrer Umwelt und schmeißen Ihren Müll überall hin, auch direkt vor Ihre Tür. Beat und ich haben die Rallye schadlos aber völlig erschöpft überstanden und sind uns einig hier nicht noch einmal an den Start zugehen. Wir lieben den Sand und das flüssige fahren.
      Ein "besonderes Erlebnis " war auch die Siegerehrung , der Veranstalter war gar nicht auf der Bühne die Stimmung war wie auf einem Dienstag Nachmittag um 14:30 Uhr auf dem Hauptbahnhof von Wannereikel und nach 30 Minuten war alles vorbei, Ach nee, der Veranstalter fuhr mit seinen Freunden zu einer anderen Location zum Feiern !!!
      Nachtrag : suchst du oder Ihr eine Rallye für Einsteiger kann ich dir die beiden Breslaus empfehlen. Die Balkan Rallye ist ähnlich aufgebaut wie die Albanien, nur lange nicht so anspruchsvoll vom Gelände. Die Polen Breslau ist eher eine klassische Variante ohne Hotel und man braucht einen Service, der die Klamotten von einem zum anderen Camp fährt.
      moin Leute
      hat der Edwin die Zügel so weit angezogen ?
      2012 wars auch viel zu fahren, die Marathon hatte ebenfalls über 500
      aber überzogen fand ich das nicht
      nagut, Steine und Schlamm waren mir schon immer lieber als Sand, den hab ich erst auf der PL Breslau lernen müssen

      Albanien als solches finde ich nach wie vor ein schönes Reiseland, war jetzt insgesamt 3x da unten
      mich an die dortigen Fahrgewohnheiten anzupassen fällt mir überhaupt nicht schwer
      die rote Ampeln in Tirane sind bestenfalls Empfehlungen :) und mit den Leuten kam ich auch prima klar

      Aynchel
      Braucht das Moped eigentlich TÜV? Ich hab zwar eine Straßenzulassung, aber neuerdings will mir der Tüv keine Bescheinigung mehr geben. Rallye-Umbau und zu viel Leistung. Bei der Beta stehen nur 9 kw im Schein. Ich schätze, dass man mit der albanischen Polizei reden kann, aber kommt man durch die technische Abnahme?
      Mitlerweile ists ja richtig gut ausgebaut. Aktuell die beste Lösung, Du fährst Richtung Dubrovnik, spätestens da ins Landesinnere nach Trebinje und weiter nach Niksic, Podgoric, Tirana. 16 - 18 Std. reine Fahrzeit müsste machbar sein.
      Alternativ wäre Zagreb-Belgrad-Nis-Pristina. Problem ist hier Kosovo, das wirft Dich weit zurück.